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Wie das Erlebnisbad wieder fit gemacht wird

Der Hochwasserschutz im Pötzschaer Bad reichte bei der Juniflut nicht aus. Jetzt gibt es ein neues Sicherheitskonzept.

© Daniel Förster

Von Heike Wendt

Für Schwimmmeister Lothar Weber war dieser Sommer der Schlimmste. Seit 24 Jahren gehört sein Herz dem Wehlener Erlebnisbad. Einen einzigen Sommertag mit fröhlichen Badegästen gab es in dieser Saison. Dann kam das Hochwasser. Trotz Erfahrungen aus der Flut 2002 und besonderer Schutzmaßnahmen hatte es das Bad erneut komplett überflutet. Selbst das Herzstück, der Technikraum, der zum Schutz flutsichere Türen bekommen hatte, lief voll mit der braunen Brühe. Der Rest der Badesaison war gelaufen.

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Kann sich Stadt Wehlen leisten, noch einmal Geld in die Sanierung stecken? Gibt es Lösungen für einen kompletten Schutz? Seit Ende September steht fest: Die Sanierung des Erlebnisbades wird aus dem Flutfonds der Landesregierung finanziert. Rund 2,1 Millionen Euro werden dafür gebraucht. Der Chef des sächsischen Wiederaufbaustabs, Staatssekretär Fritz Jaeckel, hatte in Stadt Wehlen den bestätigten Wiederaufbauplan an Bürgermeister Klaus Tittel (CDU) persönlich überreicht.

Im nächsten Jahr soll das Erlebnisbad wieder öffnen. Als vorsichtiger Termin ist der 27. Juni genannt. „Funktionieren wird der Zeitplan nur, wenn im März mit dem Bauen begonnen werden kann und der Fördermittelgeber eine beschränkte Ausschreibung zulässt“, erklärt Michael Matthes. Der Statiker und Geschäftsführer von Bauplanung Bautzen stellte den Wehlener Stadträten das Projekt vor und erläuterte, was anders werden soll.

Neu: Dachbox für sensible Technik

Eine der wichtigsten Neuerungen ist ein Dachcontainer. Messeinrichtungen, Prozesssteuerung und Schaltschränke werden künftig auf dem Dach des Technikgebäudes untergebracht sein. Das Schutzkonzept sieht vor, sensible Technik, auch bei höchsten Wasserständen, zu schützen. Dann müsste nach einem weiteren Hochwasser, „nur“ der Badebereich gesäubert, nicht jedoch die gesamte Technik ausgewechselt werden. Auf dem Dach soll ein Industriecontainer aufgebaut werden, wie er auch für Transporte verwendet wird. Er wird mit Heizung und Klimaanlage ausgestattet, sodass die empfindliche Technik keinen extremen Temperaturen ausgesetzt wird. Der Zugang wird über eine Außentreppe möglich sein. Eine Alulamellenverkleidung wird dem Container eine ansprechende Optik verleihen.

Neu: Wassersichere Filterhalle

Als weiterer Schwachpunkt hatte sich die überflutete Filterhalle entpuppt. Diese nimmt auf dem Weg zur Wiederinbetriebnahme des Bades eine Schlüsselstellung ein. Das Wasser muss kontinuierlich sauber gehalten werden. Das geht nur, wenn die Filter selbst nicht verschlammt sind. Die Filterhalle wird deshalb absolut wasserdicht gebaut. Ein benachbarter Übergangsraum hingegen wird im Schadensfall geflutet. Der lässt sich mit relativ wenig Aufwand wieder reinigen.

Neu: Externe Stromversorgung

Alle genannten Vorkehrungen bleiben nutzlos, wenn die Stromversorgung bei Hochwasser ausfällt. Der Hausanschluss für den Strom soll daher an eine höher gelegene Stelle in Richtung Bahndamm verlegt werden. Im Notfall soll ein Notstromaggregat die Versorgung sichern. Auch hierfür ist ein hochwassersicherer Standort vorgesehen. Entsprechende Zuleitungen werden bei der Sanierung berücksichtigt. Problematisch ist zudem der erhöhte Grundwasserstand. Kommen Niederschläge dazu, steigt das Risiko der Überflutung. Ein Drainagesystem um das Schwimmbecken, eine Rückstausicherung sowie die Entwässerung in Richtung Elbe sollen das Problem künftig lösen.