merken
PLUS

Wie das neue Busnetz läuft

Nach Beschwerden besserte der RVD nach. Einige bleiben skeptisch.

Von Matthias Weigel

Das Schreiben der Stadt an den Landkreis war eindeutig: massive Problemen im Schülerverkehr, Verspätungen, schlechte Anschlüsse und fehlende Anbindungen. Nachdem im Rathaus zahlreiche Beschwerden eingingen und auch die Stadträte von aufgebrachten Bürgern berichteten, hat Freital das Landratsamt als zuständige Behörde aufgefordert, für Verbesserungen im Busnetz zu sorgen – und zwar schnell. Denn das Unverständnis und die Brisanz wachsen. Nach über zehn Jahren Gültigkeit hatte der Regionalverkehr Dresden (RVD) das Freitaler Liniennetz zum 16. Februar komplett umgekrempelt. Doch wie schlimm ist es wirklich? Diese Woche hat es ein Krisengespräch mit RVD, Landratsamt und Stadtspitze gegeben. SZ fasst die Ergebnisse zusammen:

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

An einigen Stellen nachgebessert

Nachdem es zum Start des Busnetzes in den Ferien kaum Probleme gab, war ab 3. März auch der Schülerverkehr zu bewältigen. Und die Schülerströme liefen zuweilen in der Praxis anders, als vorausgeplant. So gab es vor allem in Zauckerode auf der Linie E/F übervolle Busse. Bereits ab 10. März hat der RVD dann hier Gelenkbusse eingesetzt. Auch der Anschluss ans Gymnasium wurde verbessert. Seit 17. März fährt die C bereits 7.08 Uhr ab Pesterwitz, sodass es die Schüler pünktlich zum Unterricht schaffen. Für die überfüllte Rückfahrt nach Unterrichtsende 14.30 Uhr in der Linie E/F ab Busbahnhof gibt es nun einen Verstärkerbus und die Anschlüsse wurden nochmals gesichert. Auch in Oberhermsdorf wird seither eine zusätzliche Fahrt der F um 14.49 Uhr bis Kesselsdorf eingesetzt, um die Kapazitätsprobleme dort zu lösen.

Probleme nur noch in Einzelfällen

Der RVD spricht in Sachen „Krisengespräch“ eher von Vergangenheitsbewältigung. Die Probleme seien lange durch. Inzwischen habe es keine geballten Beschwerden mehr gegeben, so der RVD. Das bestätigt auch das Landratsamt. Nur einzelne Wünsche oder Befindlichkeiten gebe es noch. Und mit diesen Kunden sei man in Kontakt getreten, um aufzuklären. Es sei aber klar, dass es nicht für jeden individuell eine Lösung geben könne. Der Stadt-Busverkehr sei nun einmal ein Instrument zur Massenbeförderung. RVD-Sprecher Volker Weidemann nennt das Beispiel Saalhausen, wo Kunden beklagten, dass der Ortsteil abgekoppelt worden sei. Mit gesamt 25 Fahrgästen auf neun Hin- und Rückfahrten pro Tag musste der RVD aber reagieren – dass sei mit den finanziellen Mitteln, die man zur Verfügung habe, nicht zu leisten. Saalhausens Schülerverkehr sei aber abgedeckt, der Rest läuft über Anrufsammeltaxi. Dort bessere man im Übrigen überall laufend und kurzfristig nach – wie beispielsweise sonntags auf dem Raschelberg, wo mehrere Fahrgäste den Wunsch nach einer Verbindung geäußert hatten. SPD-Fraktionschef Klaus Wolframm will sich damit insgesamt nicht zufrieden geben. Er will einen Stadtratsbeschluss, um den RVD regelmäßig zum Rapport und zu Nachbesserungen im Landkreis zu zwingen. Freital müsse Druck aufbauen, um dem Anliegen in Pirna Gewicht zu verleihen.

Schülerverkehr ist ganz klar geregelt

Debatten hatte es auch über die Schülerbeförderung insgesamt gegeben. OB Klaus Mättig (CDU) griff Beschwerden auf, wonach Schüler nach Ganztagsangeboten, die die Schulen und die Stadt mit viel Mühe und Geld in großer Bandbreite organisierten, nicht mehr problemlos nach Hause kämen. RVD und auch der Landkreis stellen aber klar: Das Ganze ist in einer Satzung des Kreises eindeutig geregelt. Eine Fahrt zu Beginn, meist zur ersten Stunde, und zu zwei Endzeiten sind Pflicht. Hort und anderes wird darüber nicht abgedeckt. Zum Großteil kämen die Schüler aber auch übers Regelangebot noch nach Hause. Wolframm bestätigte, dass der Kreistag das seinerzeit – gegen die SPD-Meinung – abgenickt habe, auch der OB, der im Kreistag sitzt. Da brauche er jetzt auch nicht so tun.

Gespräche über die Zukunft

Sowohl Landkreis als auch RVD bestätigen, dass derzeit weitere Gespräche mit Bürgermeistern der Region laufen. Denn das Freitaler Netz und das Umlandnetz sind eng verknüpft. Dabei geht es schon um den nächsten Schritt – was in Zukunft mit der Finanzierung noch abzudecken ist und was nicht und wo Nachbesserungen, vor allem mit den neuen Schülerströmen zum Schuljahresbeginn, nötig sein werden.

Baustellen bringen Änderungen

Aktuell arbeitet der RVD bereits an neuen Baustellen, im wahrsten Sinne des Wortes. Besonders die Sperrung der Weißiger Straße ab Sommer sei eine Herausforderung. Mit der Stadt würden derzeit Absprachen und die Suche nach Lösungen laufen, heißt es. Der RVD habe die Anschlüsse bereits abgesichert und die Fahrer nochmals belehrt.

Gesamtbilanz eher positiv

Insgesamt, so der RVD, sei man mit der Umstellung des Liniennetzes zufrieden. Für so ein kleines Unternehmen sei es für so eine große Stadt mit fast 40 000 Einwohner und dem Umfang ein Kraftakt gewesen, der am Ende weit weniger Widerspruch als immer vermutet hervorgerufen hat. Dass sich die Kunden erst umgewöhnen mussten, sei klar – dafür habe es aber die breite Infokampagne gegeben, die aufgegangen sei. Zum Teil musste man schon Flyer nachdrucken, weil die Nachfrage so groß ist. „Sicher ist jede Umstellung mit Reibereien verbunden , aber im Ergebnis hier konnten wir weit über 95 Prozent der Kunden von Anfang an zufriedenstellen“, sagt Weidemann. Der RVD habe auch von Anfang an erklärt, Nachbesserungen zu machen, die ja auch passiert sind. Und insgesamt gebe es nach der Umstellung mehr Fahrten als früher. Ziel ist es ja gewesen, mehr Kunden zu gewinnen und Freital besser innerstädtisch und an Dresden und das Umland anzubinden.

Wie zufrieden sind Sie? Mail an: [email protected] mit dem Stichwort Busnetz oder als Brief an die Redaktion.