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Corona: Ein Burger rettet mexikanisches Restaurant

Die beliebte Ausflugsgaststätte Thomashof in Borda gibt auch in der Corona-Pandemie nicht auf. Da helfen auch Urlaubserinnerungen.

Mexikanisches Flair: Beim Thomashof wachsen zahlreiche Kakteen in Steintrögen, Kübeln und sogar an der Hauswand. Karsten Böthig freut sich, dass ihn und seine Frau Simone die Gäste nicht im Stich ließen.
Mexikanisches Flair: Beim Thomashof wachsen zahlreiche Kakteen in Steintrögen, Kübeln und sogar an der Hauswand. Karsten Böthig freut sich, dass ihn und seine Frau Simone die Gäste nicht im Stich ließen. © Constanze Junghanß

„Yucatan“ hat den Thomashof durch die Corona-Krise gerettet. Das Burgerbrötchen mit satten 340 Gramm Rindfleisch, scharfen Jalapenos, Avocados und weiteren exotischen Zutaten „ging weg, wie warme Semmeln“. Das erzählt Karsten Böthig vom mexikanischen Restaurant im Reichenbacher Ortsteil Borda. Sogar aus Görlitz und Niesky seien die Leute freitags angereist, um „Yucatan“ abzuholen. Denn Gäste konnten wegen der Corona-Beschränkungen nicht zum Essen dableiben.

Gaststätten durften nur Speisen außer Haus anbieten. „Zu Beginn der Krise fielen wir wie so viele andere auch in eine Schockstarre“, sagt Karsten Böthig. Dann begann verstärkt die Burgerproduktion mit Verkauf außer Haus. Dass der „Testlauf“ so gut ankam, darüber ist das Bordaer Ehepaar noch immer überrascht. Und froh vor allem. „Dass uns unsere Gäste dermaßen unterstützt haben, ist wirklich ganz toll“, sagt der zweifache Vater.

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Ehepaar kochte für in Texas stationierte Soldaten

Der Name des gefüllten Burgers ist eigentlich der einer Urlaubsinsel in Mexiko. Zum weit entfernten Land haben Karsten und seine Frau Simone auch einen besonderen Bezug: Bis 2001 kochte das Ehepaar für in Texas stationierte Bundeswehrsoldaten. Böthig selbst gehörte zu den Soldaten und seine Aufgabe war das Kochen. „Das Lokal hieß Deutsche Soldatenstube“, erinnert sich der heute 47-Jährige an diese Zeit gern zurück. Mitgebracht bei ihrer Rückkehr aus Texas haben die beiden Rezepte für mexikanische Spezialitäten.

Corona war die dritte größere Hürde, die das Ehepaar meistern musste. In ihrem ersten Jahr kamen durch das Hochwasser kaum Touristen in die Region. Das spürten auch Böthigs. Eine Zeit später machte der Straßenbau direkt vor dem Haus Besuchern einen Strich durch die Rechnung.

Das mexikanische Restaurant befindet sich im Reichenbacher Ortsteil Borda.
Das mexikanische Restaurant befindet sich im Reichenbacher Ortsteil Borda. © Constanze Junghanß

„Die komplette Straße war einen Sommer lang dicht“, erinnert sich der Hausherr. Doch diese Krisen meisterten Böthigs ebenso, wie jetzt die Corona-Zeit. Möglich wurde das auch durch Hilfe: Unterstützung gab es nicht nur von den Gästen, sondern auch vom Vermieter. Böthigs haben den Thomashof gepachtet, er gehört ihnen nicht.

Corona-Soforthilfe haben Böthigs erhalten

Der Vermieter habe die Miete in diesen schweren Wochen zur Hälfte reduziert. Außerdem gab es auch einen finanziellen Zuschuss vom Bund: Die Corona-Soforthilfe haben Böthigs beantragt und erhalten. Nicht zuletzt konnten unter besonderen Hygieneauflagen weiter Firmen-Pensionsgäste kommen – wenngleich die Übernachtungszahlen zurückgingen. Nur eine Person pro Zimmer konnte Einzug halten. Wie es nun langfristig für den Tourismus weitergeht, könne niemand genau vorhersagen. Gäste sind herzlich willkommen – mit Abstandsregelung an den Tischen und allem Drum und Dran.

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2020 hätte die Gaststätte eigentlich ihr zehnjähriges Jubiläum gern groß mit einem Hoffest und Musik gefeiert. Daraus wird vorerst nichts. „Wir holen das im elften Jahr nach“, haben sich die Thomashof-Betreiber vorgenommen. Und verlieren wollen sie ihren Optimismus sowieso nicht. „Wir machen weiter“, bekräftigt Karsten Böthig.

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