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Hoyerswerda

Wie der Herzssport der Gesundheit hilft

Der Sportclub Hoyerswerda unterhält eine ganz spezielle Trainingsgruppe.

Die Herzsportler beim Training. Hinten in Grün: Tom Sebastian
Die Herzsportler beim Training. Hinten in Grün: Tom Sebastian © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Mit der koronaren Herzkrankheit, die sich im schlimmsten Fall als Herzinfarkt äußert, haben viele Mitglieder der Herzsportgruppe des Sportclubs (SC) Hoyerswerda e.V. zu tun. Nach Krankenhausaufenthalten und einer Rehakur bekamen die 16 Frauen und Männer von ihren behandelnden Kardiologen eine Überweisung zu diesem speziellen Herz-Kreislauf-Training.

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„Binnen zwei Jahren beziehungsweise in 90 Übungseinheiten soll das Herz wieder in Schwung gebracht werden“, erklärte der Sportwissenschaftler und Leiter der Übungsgruppe, Tom Sebastian. Die Sportstunden beginnen immer mit dem Blutdruckmessen und müssen von einem Arzt begleitet werden. Zuerst erfolgt eine 20 Minuten lange Erwärmung auf dem Fahrrad-Ergometer, welcher sich unterschiedliche Übungen mit kleinen Hanteln, Therabändern oder Bällen anschließen.

Tom Sebastian ist froh, mit Cornelia Unger eine Fachärztin für Allgemeinmedizin an seiner Seite zu wissen, denn ohne betreuenden Mediziner darf kein Herzsport stattfinden. „Bewegung nutzt den Gefäßen und senkt das Risiko für einen Herzinfarkt“, erklärte die Medizinerin den Sinn der regelmäßigen Sportstunden für die Herzpatienten. Sie sollen nach dem Auslaufen ihrer Verordnung durch den Arzt in einer Nachsorgegruppe weiter Herzsport machen, nannte sie das langfristige Ziel.

Einer, der das tun will, ist Frank Kanow. Nach seinem Herzinfarkt treibt er regelmäßig Sport und bemerkt, dass er dadurch etwas belastbarer im Alltag geworden ist und sich wohler fühlt. Viele herzkranke Menschen in Hoyerswerda gingen diesen Weg in den letzten 25 Jahren, denn neben der ärztlich betreuten Gruppe gibt es im Sportclub vier Nachfolgegruppen. Deren Teilnehmer sind Mitglieder des SC und werden weiter von ausgebildeten Trainern betreut.

Bis 1993 gab es in der Region keinen Herzsport, weshalb die AOK Sachsen begonnen hat, ihn aufzubauen, sagte Tom Sebastian. Die damalige Betriebssportgemeinschaft Aktivist Schwarze Pumpe Hoyerswerda, heute SC Hoyerswerda e. V., wurde als Trägerverein gewonnen. Die kardiologische Arztpraxis Schramm/Ruh schrieb erste Überweisungen für das Langzeitsportangebot aus. Trainer wurden dafür ausgebildet und es fanden sich Ärzte, die die Gruppen begleiteten. Im Keller der AOK-Filiale Hoyerswerda standen die allerersten Ergometer, die die Herzsportler noch abwechselnd benutzen mussten und ihre Sportstunden absolvierten sie in Schulturnhallen, erzählte der Übungsleiter Tom Sebastian.

Heute findet der Reha-Sport beim SC unter besten Bedingungen in der VBH-Arena Liselotte-Herrmann-Straße 11 statt. Es gibt dort auch Sportgruppen für Menschen mit Osteoporose, Diabetes und Lungenkrankheiten sowie vorbeugenden Sport zur Erhaltung der Gesundheit, die alle von geschulten Übungsleitern betreut werden