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Wie Straßenbau trotz Corona weitergeht

Reichert- und Bahnhofstraße laufen in Görlitz nach Plan. In der Biesnitzer Straße war eine Woche Pause. Jetzt gibt es aber Lösungen.

Von Ingo Kramer
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Die untere Bahnhofstraße ist seit dieser Woche voll gesperrt. Die Bäume (rechts) sind gut geschützt, der Bau hat begonnen.
Die untere Bahnhofstraße ist seit dieser Woche voll gesperrt. Die Bäume (rechts) sind gut geschützt, der Bau hat begonnen. © Nikolai Schmidt

Corona und dann auch noch Frost: Für den Straßenbau wahrlich keine Traumkombination. Doch der Görlitzer Bauamtsleiter Torsten Tschage zeigt sich trotzdem optimistisch. „Bei unseren beiden Baustellen – Reichert- und Bahnhofstraße – sind ausreichend Bauarbeiter vor Ort.“ Bis jetzt gebe es auch noch keine Engpässe bei Baustoffen. Derzeit konzentriere sich alles auf den Ausbau und Abriss. 

Der Bau auf der Reichertstraße läuft wie geplant seit voriger Woche, auf der Bahnhofstraße seit dieser Woche. Auch der Frost sorgt laut Tschage für keine Probleme. Auf der Reichertstraße sei der Rückbau des Pflasters erledigt, die Borde teilweise entfernt, die Tiefbauarbeiten im Auftrag der Stadtwerke haben begonnen. Auf der Bahnhofstraße kommt am Donnerstag die Fräse, um den Asphalt zu entfernen.

Biesnitzer Straße ist ein Gemeinschaftsprojekt

Ganz so optimistisch klingt es in der Biesnitzer Straße nicht. Dort ist allerdings nicht die Stadt Bauherr. Diese Baustelle ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadtwerken und Freistaat Sachsen. Die Stadtwerke sind für die Medienerneuerung verantwortlich, der Freistaat für den Straßenbau.

„Die Baustelle ist planmäßig vor zwei Wochen gestartet, war vorige Woche im Corona-Baustillstand und läuft seit Montag dieser Woche weiter“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Belinda Brüchner. Hintergrund für die einwöchige Pause sei die aktuelle Lage aufgrund der Corona-Pandemie gewesen: „Die Beteiligten mussten einen Weg finden, wie trotz der Verunsicherungen und der sich rasant ändernden Gesamtlage in Deutschland mit Einhaltung aller Sicherheits- und Hygienevorschriften weiter gebaut werden kann.“

Die Stadtwerke hätten die Stillstandzeit zur Vorbereitung der Kanalsanierung genutzt. Sie kann vorgezogen und schon diese Woche erledigt werden. Auch der aktuelle Frost bereite durchaus Schwierigkeiten im Bau, Schweißarbeiten seien nur bedingt möglich. Aber immerhin: Die Tiefbaufirma stellt die vereinbarte Anzahl an Mitarbeitern, auch Baustoffe seien aktuell noch ausreichend vorrätig.

Nur zwei Arbeiter dürfen gleichzeitig Pause machen

Für die Bauarbeiter hat sich aufgrund der Corona-Situation manches verändert. Unter anderem gibt es zeitversetzte Pausenzeiten und es dürfen jeweils nur zwei Arbeiter gleichzeitig Pause machen, sagt Tschage: „Somit ist ausreichend Abstand zueinander gewährt.“ Bei den Arbeiten werde auf größtmöglichen Mindestabstand geachtet. Außerdem dürfen maximal zwei Arbeiter gleichzeitig in einem Baufahrzeug unterwegs sein. In der Bahnhofstraße wurde ein extra Baubüro mit WC angemietet, zusätzlich zum Baucontainer. Fließend warmes Wasser steht dort zur Verfügung.

Auch in der Biesnitzer Straße sind die Mitarbeiter der Tiefbaufirma angehalten, die festgeschriebenen Hygiene-Vorschriften strengstens anzuwenden, sagt Belinda Brüchner. Zudem seien Vor-Ort-Baubesprechungen auf ein absolutes Minimum reduziert worden: „Abstimmungen werden nun fast ausschließlich telefonisch unter all den Vertragspartnern vorgenommen.“

Umleitungen sind ohne größere Staus befahrbar

Etwas Gutes aber hat die Situation für alle Baustellen: Der derzeit fehlende Durchgangsverkehr durch Görlitz ist eine Erleichterung. Die Umleitungen sind ohne größere Staus befahrbar. Bisher musste noch keine Umleitung nachjustiert werden, bestätigen beide Bauherren. Die Reichertstraße soll bis 31. Juli fertig sein, die Bahnhofstraße bis 30. November. „Für beide Baustellen liegen derzeit keine Verschiebungen vor“, sagt Tschage. Der Plan für die Biesnitzer Straße sieht eine Fertigstellung Ende November vor. „Eventuell kann der Baustillstand von voriger Woche nicht aufgeholt werden und zu einer Verzögerung führen“, sagt die Stadtwerke-Sprecherin.

Dennoch sieht es in Görlitz weitaus besser aus als im Süden des Kreises. Dort sind Baustellen wegen der Corona-Situation völlig zum Erliegen gekommen, darunter drei allein in Zittau: auf der Äußeren Weberstraße, der Bergstraße und der Amalienstraße.

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