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Wie die Grenzbrücke sicherer werden soll

Das Bauwerk in Hagenwerder bekommt eine neue Beleuchtung. Keine einfache Sache, stellt sich vor Ort heraus.

Oberbürgermeister Octavian Ursu (3.v.l.) traf sich an der Grenzbrücke Hagenwerder mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums, des Lasuv, der Landespolizei und des Kreises, um das Thema Beleuchtung der Grenzbrücke zu diskutieren.
Oberbürgermeister Octavian Ursu (3.v.l.) traf sich an der Grenzbrücke Hagenwerder mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums, des Lasuv, der Landespolizei und des Kreises, um das Thema Beleuchtung der Grenzbrücke zu diskutieren. © Nikolai Schmidt

Irgendwie hatte sich der Ortschaftsrat das ein bisschen anders vorgestellt. „Einfacher“, sagt Andreas Zimmermann. Vor allem von technischer Seite her, so der Ortsvorsteher. Aber einfach vorhandene Anschlüsse und Kabel nehmen und die Grenzbrücke in Hagenwerder mit neuen Lampen bestücken – das geht nicht. Zum einen hatte die Flut 2010 ganze Arbeit geleistet und die damalige Beleuchtung umknicken lassen. Zum anderen gibt es schlicht keine Kabel mehr. Sie wurden gestohlen. Dennoch, das Wirtschaftsministerium des Freistaates hat beschlossen: Es werde wieder Licht auf der Grenzbrücke.

„Eigentlich“, sagt Bernd Sablotny, Abteilungsleiter Verkehr, „lassen wir außerhalb von Ortschaften ja keine Beleuchtung bauen.“ Aber er habe um eine Stellungnahme des sächsischen Polizeipräsidenten gebeten und bei der kam heraus: Im Sinne der Sicherheit ist es durchaus sinnvoll, die Brücke zu beleuchten. Nun geht es um das Wie. Dazu war gestern ein erstes Treffen direkt vor Ort anberaumt. Dabei stellte sich heraus: Die eine Variante, die alle zufriedenstellt, gibt es derzeit noch nicht. Wenn etwa die Leuchten direkt auf die Brücke gestellt würden, müssten zunächst die sogenannten Brückenkappen entfernt werden. Die schützen zum einen die tragende Konstruktion vor Umwelteinflüssen, dienen aber auch der Aufnahme von Verankerungen auf dem Bauwerk – wie etwa Lampenmasten. „Das würde in dem Fall teuer“, sagt Lutz Günther. Er ist Abteilungsleiter in der Niederlassung Bautzen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Das wurde inzwischen vom Wirtschaftsministerium mit den Planungen des Vorhabens beauftragt. Deshalb hat Lutz Günther auch schon eine andere Variante im Blick. Denn mit der Beleuchtung müssen unterschiedliche Anforderungen berücksichtigt werden, beispielsweise die der Polizei.

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Dirk Linczmajer, Leiter des Görlitzer Polizeireviers, ist am Dienstag ebenfalls auf die Brücke gekommen, hört sich die Idee des Lasuv-Mannes an. Die lautet: Statt teuer auf der Brücke zu bauen, die Masten lieber neben die Brücke in den Boden setzen. Jedenfalls, soweit das auf deutscher Seite möglich ist. Damit könnte dann auch gleich ein Wunsch der Polizei erfüllt werden: zusätzlich Licht unter der Brücke. Denn Kriminalität ist hier ein großes Thema. Dieter Peschel, Leiter des Bauamtes des Kreises, kann davon ein Lied singen. Ursprünglich waren unter der Brücke Rohre aus Edelstahl angebaut. Sie wurden gestohlen. Der Ersatz ist aus Kunststoff. „Allerdings waren die Halterungen weiterhin aus Edelstahl. Die waren dann auch weg“, sagt Dieter Peschel. Inzwischen setze man ganz auf Plastik, aber auch die hat nicht immer Ruhe. Es gebe mutwillige Zerstörungen, so der Bauamtsleiter.

Deshalb muss die neue Beleuchtung diebstahlsicher aufgebaut werden. Eine Variante, die bisher im Raum stand, ist derweil so gut wie vom Tisch: eine Lichtschleuse auf der Brücke. Die Idee kommt im Wirtschaftsministerium offensichtlich nicht so gut an. „Wir wollen hier kein Flutlicht auf der Straße“, sagt Bernd Sablotny. Er geht davon aus, dass zunächst mehrer Konzepte für eine Beleuchtung erarbeitet werden müssen, die die unterschiedlichen Anforderungen erfüllen, eben an Verkehr, Polizei, Machbarkeit. Darum muss sich jetzt das Lasuv in Bautzen kümmern. „Und die Wirtschaftlichkeit muss natürlich ebenfalls gegeben sein“, sagt der Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium. Er warnt vor „Schnellschüssen“.

Es werde ein großes Vorhaben, ist sich Bernd Sablotny sicher. Die zugehörigen Finanzen müssten aus dem Haushalt für den Straßenbau kommen. Wie lange es von den Konzepten bis zur Einweihung dauert, darüber wagt er keine Prognose. Die Erfahrungen mit Brückenbeleuchtungen fehlen. „Mir geht es vor allem um die Sicherheit in dem Bereich“, sagt der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu. So soll die neue Konstruktion auch gleich für die Montage von Videokameras vorbereitet werden, wie es sie inzwischen in der Stadt gibt. Andere Partner müssen zudem in das Vorhaben eingebunden werden. Die polnische Seite etwa, aber vor allem auch die Bundespolizei.

Diese nutzt noch eine kleine Fläche direkt an der Brücke, auf der früher Abfertigungsgebäude für den Grenzübergang standen. Außerdem muss geklärt werden, wie es um den Hochwasser- und gegebenenfalls Naturschutz steht. Im kommenden Ortschaftsrat Hagenwerder, so ist der Plan, wird das Lasuv die Idee an sich vorstellen. Fertige Konzepte liegen dann aber sicherlich noch nicht auf dem Tisch.

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