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Wie die Rotmilane zum Star wurden

Die streng geschützten Tiere brüten in Schmiedefeld und Burkau. Mehr über sie erzählt ein spannendes Tier-Buch.

© dpa

Ingolf Reinsch

In der Region Bischofswerda gibt es für Naturfreunde einen seltenen Schatz – den Rotmilan. Die Greifvögel brüten bei Burkau und Schmiedefeld, was nicht selbstverständlich ist. In der Lausitz gibt es nur noch 25 Brutpaare. Die Rotmilane von Burkau und Schmiedefeld schafften es schon mehrfach in die Zeitung. Meist in Verbindung mit den dort stehenden Windkraftanlagen und Plänen in Burkau für weitere, noch höhere Windräder. Nun wurde der Rotmilan aber auch einer von elf „Haupthelden“ eines spannenden Buches.

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Die Brüder Peter und Stefan Simank, von Beruf Tierfilmer, haben es geschrieben. Dem Rotmilan widmen sie ein ganzes Kapitel. Man erfährt sehr viel über das Leben der Tiere und ihre Lebensbedingungen, aber auch über die Arbeit der beiden Dokumentaristen.

Ein Sender im Gefieder

Die Simanks schreiben spannend, pointiert, überraschend. Gemeinsam mit Winfried Nachtigall von der Vogelschutzwarte in Neschwitz begleiteten sie den Rotmilan ein ganzes Jahr lang. Möglich wurde das durch einen Sender im Federkleid. Wie aber fängt man einen solchen Großvogel, um den Sender zu befestigen? Die Antwort: mit einem Uhu, dem Erzrivalen des Greifvogels. Der erste Versuch, einen Falkner mit lebendigem Uhu zu Hilfe zu rufen, ging schief. Aber Vogelschutzexperte Nachtigall wusste Rat. Er setzte dem Milan einen künstlichen Uhu vor. Dieser Plan gelang. Episoden wie diese sind es, die das Buch lebendig machen. Hinzu kommen tolle Naturfotos, auch großartige Detailaufnahmen von den Tieren. Und die Simanks immer mittendrin im Geschehen. Als Akteure und Beoachter mit der Kamera zugleich.

In elf Geschichten erzählen sie über die in Jahrzehnten gesammelten Erlebnisse als Tierfilmer. Außer dem Milan schreiben Stefan und Peter Simank unter anderem über Seeadler, Fischotter, Hirsche, Fledermäuse. Und über ihre Jagd nach den ersten Wölfen in Deutschland. Im Juli 2002 strahlte der MDR die ersten Filmaufnahmen freilebender Wölfe in der Lausitz aus, Bilder von den Simanks. Damals eine Sensation.

Lust am Beobachten wecken

Ihr Buch, vom Bautzener Lusatia Verlag gediegen gestaltet, macht klar, welchen Schatz wir mit dem Milan und anderen geschützten Tieren in unserer Region haben. Es sensibilisiert für einen sorgfältigen Umgang des Menschen mit der Natur. Doch die Autoren machen vor allem Lust, bei Wanderungen und Spaziergängen genau hinzusehen und selbst auf Tierbeobachtung zu gehen. „So schön all die Bilder im Fernsehen anzuschauen sind, am schönsten ist es, die roten Ritter an einem glutheißen Sommertag vor blauem Himmel über die Felder ziehen zu sehen und sie bei der Jagd nach Mäusen und Feldhamstern beobachten zu können“, heißt es im Buch.

Von Moorochsen, Wölfen und Seeadlern, Lusatia Verlag Bautzen, 14,90 Euro, ISBN 978-3-936758-43-6