merken
PLUS

Dippoldiswalde

Wie Dipps seine Holperstrecken beseitigt

Der Stadt fehlen die Kapazitäten, um gründlicher zu bauen. In einem ganz schwierigen Fall soll der Freistaat helfen.

Anwohner in Malter müssen noch lange warten: Die Straßen in der Siedlung in Malter müssten dringend von Grund auf ausgebaut werden. Aber dafür sind bisher keine Mittel vorgesehen.
Anwohner in Malter müssen noch lange warten: Die Straßen in der Siedlung in Malter müssten dringend von Grund auf ausgebaut werden. Aber dafür sind bisher keine Mittel vorgesehen. © Archiv/ Karl-Ludwig Oberthür

Die Stadtverwaltung Dippoldiswalde weiß um die Schwachstellen auf ihren Straßen. Es gibt eine Liste, die auch schon beim Landratsamt vorgelegt wurde, welche Straßen- und Brückenbauten die Stadt Dippoldiswalde auf ihren Wegen und Straßen erledigen will. 

Die Liste umfasst 16 Positionen. Drei davon sind in Arbeit. Für mehr reicht das Geld nach derzeitigem Stand nicht. Es ist ein sogenanntes Flickprogramm, wie der Baubeigeordnete Peter Antoniewski zugesteht.

Anzeige
Lust auf neue Kunden?

Wie Sie mit der sz-Auktion gleich doppelt gewinnen und was Sie dafür tun müssen.

Warum geht Dippoldiswalde über Flickarbeiten nicht hinaus?

Die Stadt Dippoldiswalde hat von ihren Plätzen und Wegen seit Jahren keinen mehr von Grund auf neu ausgebaut. Die Ursache dafür liegt in den deutlich höheren Kosten und der schwierigeren Bauvorbereitung. „Vor Beginn einer solchen Maßnahme müssen sie sich ja sauber mit allen Beteiligten abstimmen, damit auch Wasser-, Strom- oder Telekomleitungen in dem Zuge mit gebaut werden können“, sagt Peter Antoniewski, der Baubeigeordnete der Stadt Dippoldiswalde. „Sie brauchen dafür finanziell und personell Kapazitäten.“ Beides ist in Dippoldiswalde knapp. Die Bauverwaltung ist in diesem und dem kommenden Jahr stark ausgelastet. Sie muss Projekte wie den Museumsbau oder die Errichtung der neuen Turnhalle in Schmiedeberg betreuen.

© SZ-Grafik

Dippoldiswalde hat sich in den vergangenen Jahren stark auf Hochbauten konzentriert. Daher blieb auch kein Geld übrig für Straßenausbau. „Es wird Aufgabe des neuen Stadtrats und Oberbürgermeisters sein, festzulegen, was in Zukunft die Prioritäten sind“, sagt Antoniewski.

Was läuft derzeit im Straßenbau in Dippoldiswalde?

Die Stadtverwaltung treibt auch verschiedene Bauvorhaben voran. So hat sie jetzt den Gehwegneubau an der Glashütter Straße abgeschlossen. Das war bisher ein unbefestigter Randstreifen neben der Straße. Und die Glashütter Straße ist eine der wichtigsten Ausfallstraßen in Dippoldiswalde, wo vor allem zu Stoßzeiten viel Verkehr herrscht. Jetzt führt hier ein asphaltierter Fußweg entlang, der auch für Kinder oder Menschen mit Rollatoren mehr Sicherheit bietet, als dies bisher der Fall war.

In Seifersdorf lässt die Stadt den Dorfplatz in Ordnung bringen. Hier geht es auch um die Entwässerung, damit nach Regen keine Pfützen mehr stehen bleiben.

Was ist an den Straßen im Stadtgebiet in nächster Zeit geplant?

Weitere Vorhaben sind in Arbeit. Das ist aber häufig noch ein Stadium, in dem draußen noch nichts passiert, kein Bagger rollt, sondern in dem die Planung läuft. So suchen beispielsweise Planer nach einer Ersatzlösung für die Bäume entlang der Rabenauer Straße. Dort sind mit dem Ausbau in den 1990er-Jahren Ahorne gepflanzt worden, deren Wurzeln inzwischen das Pflaster ausheben. 

Ein Vertrag für die Fußweg-Planung in Schmiedeberg 
Dass am Molchgrund ein Gehweg fehlt, ist offensichtlich. Aber eine Lösung zu finden, ist schwierig. Nun soll das Landesamt für Straßenbau eine Studie erstellen.  
Ein Vertrag für die Fußweg-Planung in Schmiedeberg Dass am Molchgrund ein Gehweg fehlt, ist offensichtlich. Aber eine Lösung zu finden, ist schwierig. Nun soll das Landesamt für Straßenbau eine Studie erstellen.   © Frank Baldauf

Der Weg soll wieder eben gemacht werden, und damit so etwas nicht wieder passiert, müssen die Bäume hier weichen. Die Stadt muss woanders Bäume als Ersatz pflanzen. Dafür wird derzeit eine geeignete Stelle gesucht. Dann soll dieses Jahr der Abschnitt stadtauswärts bis zum Krankenhaus in Ordnung gebracht werden. Ebenfalls in der Planung für dieses Jahr ist der Bau des Schulwegs in Obercarsdorf, wo ein unbefestigter Randstreifen zu einem ordentlich befestigten Weg mit Hochbord werden soll. Das ist eine wichtige Verbindung für die Kinder von der Bushaltestelle bis zur Schultür.

Wie können andere Stellen der Stadt helfen?

Noch eine Stufe vor der Planung befindet sich der Fußweg im Molchgrund in Schmiedeberg. Dafür hat die Stadt eine Vereinbarung mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr getroffen. Dieses Amt des Freistaats lässt bei ihrer Planung für den Ausbau der Straße auch eine Machbarkeitsstudie erstellen, ob und wie dort ein Fußweg errichtet werden kann, informiert Simone Ullrich-Braune, Abteilungsleiterin Bau in der Stadt. „Wir hoffen, dass uns dabei gute Möglichkeiten aufgezeigt werden“, sagt sie. 

Baubeginn dieses Jahr an der Rabenauer Straße
Der Fußweg entlang der Rabenauer Straße ist uneben. Der erste Bauabschnitt bis zum Krankenhaus soll aber dieses Jahr gebaut werden 
Baubeginn dieses Jahr an der Rabenauer Straße Der Fußweg entlang der Rabenauer Straße ist uneben. Der erste Bauabschnitt bis zum Krankenhaus soll aber dieses Jahr gebaut werden  © Frank Baldauf

Für den Fußwegbau wäre die Stadt zuständig. Antoniewski weist aber darauf hin, dass dort wahrscheinlich kein Fußwegbau möglich ist, ohne die Eigentümer der Grundstücke an der Straße mit ins Boot zu holen. „Diese Bereitwilligkeit finden wir aber oft nicht zu hundert Prozent. Daran kann es durchaus scheitern“, sagt er.

Wo sind für Holperstrecken keine Lösungen in Sicht?

Es gibt Strecken, wo deutlich sichtbar ist, dass sie heutigen Ansprüchen an eine Straße nicht mehr entsprechen, der Ausbau aber bisher in keiner Finanz- oder Bauplanung enthalten ist. Beispiele dafür sind die drei Straßen in der Siedlung in Malter „Talblick“, „Straße der Einheit“ und „Am Wochenend“. Hier ist die Siedlung gewachsen, hat sich von einer Datschenanlage zu einer Eigenheimsiedlung entwickelt. Das ging schrittweise, immer wieder wurde mal ein Haus erweitert und ausgebaut. Aber die Straßen sind auf dem Niveau der Gartenwege stehengeblieben. „Wir wollen diese Straßen gerne grundlegend ausbauen“, sagt Antoniewski. Aber das ist ein schwieriges Vorhaben. Erstens müssten alle Medienleitungen bei dem Vorhaben einbezogen werden, zweitens müsste die Straße verbreitert, drittens die Frage der Entwässerung geregelt und schließlich das Vorhaben auch finanziert werden.

Hier geht es zur Karte: www.szlink.de/Holperstrecken


Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.