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Wie Döbelns Schulen digital werden

Die Stadt hat ein Unternehmen mit der Projektsteuerung bei der Umsetzung des Digitalpakts beauftragt. Wie geht es weiter?

Ganz selbstverständliche sollen die Schüler in Sachsen mit digitalen Medien umgehen lernen. Das wird mit dem Digitalpakt forciert.
Ganz selbstverständliche sollen die Schüler in Sachsen mit digitalen Medien umgehen lernen. Das wird mit dem Digitalpakt forciert. ©  dpa / Symbolbild

Döbeln. Es geht voran mit der Digitalisierung der Döbelner Schulen. Rund 1,2 Millionen Euro aus dem sogenannten Digitalpakt stehen der Stadt für die acht Schulen in ihrer Trägerschaft zur Verfügung. Rund 100.000 Euro davon wird die Sachsen Digital Consulting GmbH in Dresden erhalten. Sie übernimmt die Projektsteuerung für die Digitalisierung. Rund 1,1 Millionen Euro kann die Stadt in die Technik ihrer Schulen investieren.

Geschäftsführer Matthias Hundt stellte dem Stadtrat einige Eckpunkte der Umsetzung vor. Beim Digitalpakt soll die Technik der Pädagogik folgen, sagte Hundt. In Vorbereitung hatten alle Schulen medienpädagogische Konzepte aufstellen und ihren Bedarf ermitteln müssen. 

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Daran orientiert sich die Ausstattung der Schulen – und da sei vieles möglich. Vom Tabletcomputer bis zum digitalen Mikroskop und Lego-Robotern, sagte Hundt. Zuerst wird allerdings in die Pflichtleistungen investiert. In allen Schulen werden Datenkabel installiert. W-LAN sei keine Pflicht, aber es müsse begründet werden, warum die kabellose Datenübertragung nicht gewünscht ist, so Hundt.

Für das Gymnasium als größte Döbelner Schule sind knapp 390.000 Euro vorgesehen. Während der Hauptsitz an der Straße des Friedens schon relativ gut mit Infrastruktur und Technik ausgestattet ist, gibt es am Standort Körnerplatz noch größeren Nachholbedarf, sagte Schulleiter Michael Höhme. 

Dort fehlen noch die Datenkabel, das allerdings auch am Hauptsitz im sogenannten naturwissenschaftlichen Gebäude installiert werden müssen. „Das stammt noch aus den 1990er-Jahren und da war die Digitalisierung noch nicht das große Thema“, so Höhme. 

Eine größere Summe wird die Anschaffung eines neuen Hauptservers als „Herz“ der Datenverarbeitung am Gymnasium kosten. Der versorgt nicht nur das Haupthaus, sondern über eine Funkstrecke auch die Nebenstelle Körnerplatzschule, sagte Höhme.

Derzeit hat das Gymnasium drei Computerkabinette an der Straße des Friedens und zwei am Körnerplatz. Die Technik sei in die Jahre gekommen und zum Teil schon gebraucht angeschafft worden, so Höhme. „Da dauert es dann schon mal 20 Minuten, bis die Rechner alle hochgefahren sind.“ 

Auch Tablets und Notebooks für das Medienprofil stehen auf der Wunschliste und interaktive Displays statt der herkömmlichen Schultafel. Vor allem am Körnerplatz gebe es da Bedarf. „Wir haben gemerkt, dass die Tafeln einen Unterricht in ganz neuer Qualität ermöglichen“, so Höhme.

Die Grundschule Ost bekommt mit rund 81.000 Euro die kleinste Summe aller Schulen. „Bei uns wird es eine Zwischenlösung geben“, sagte Schulleiterin Andrea Katzer. Die Grundschule soll in den nächsten Jahren in einen Neubau umziehen. Das alte Schulhaus wird, soweit benötigt, verkabelt, um die sogenannten Smartboards, interaktive Tafeln, betreiben zu können.

 Außerdem sei für die Schule ein Klassensatz Tabletcomputer vorgesehen. „Das ist sinnvoll, die können wir in die neue Schule mitnehmen“, so Katzer. Ein komplett neues Computerkabinett soll es erst im neuen Schulhaus geben.

Für die Lernförderschule auf dem Schloßberg hat die Stadt rund 150.000 Euro vorgesehen. „Wir hätten gern für alle Räume interaktive Tafeln und die dafür notwendigen Notebooks“, sagte Dirk Polster, der stellvertretende Schulleiter.

 Auf der Wunschliste stehen auch zwei Klassensätze Tablet-Computer und zwölf neue Rechner für das Informatikkabinett der Schule. Die technischen Voraussetzungen dafür müssen auch auf dem Schloßberg geschaffen werden. Bisher sind die Unterrichtsräume eher notdürftig über W-LAN ans Netz angeschlossen.

Die Stadt hat die Fördermittel jetzt beantragt. Laut Hundt sollen diese innerhalb von zwei Tagen bewilligt werden. Dann kommen die nächsten Phasen. Erst einmal wird in den Sommerferien die Vermessung der Schulen als Grundlage für die weiteren Planungen erfolgen. Später erfolgt die Ausschreibung der benötigten Leistungen. Einen Termin für die Realisierung gebe es noch nicht, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher.

n der Stadtratssitzung fragte Dirk Munzig (AfD) ob bei der Digitalisierung der Schulen nicht der zweite Schritt vor dem ersten getan wird. In der Corona-Krise hätten sich Schwächen in der „digitalen Kompetenz“ mancher Lehrer gezeigt. „Wenn die Technik da ist, kann man die Lehrer parallel dazu fortbilden“, antwortete Hundt. Die Weiterbildung der Lehrer sei eine Sache des Freistaates Sachsen, so Oberbürgermeister Sven Liebhauser.

Die Digitalisierung der Schulen ist auch Thema bei der Breitbanderschließung, die derzeit im vollen Gange ist. Für den sogenannten Cluster, zu dem Döbeln gehört, beginne der Landkreis gerade das Vergabeverfahren für die Erschließung, so Liebhauser. Schulen soll eine Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde im Up- wie im Download bereitgestellt werden.

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