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Wie Dresden den 8. Mai in Corona-Zeiten begeht

Dieser 8. Mai ist besonders. Es ist der 75. Jahrestag der Befreiung Deutschland und des Endes des Zweiten Weltkriegs. Was an diesem Tag in Dresden geplant ist.

Das Denkmal für die Gefallenen der Roten Armee steht am Olbrichtplatz in Dresden.
Das Denkmal für die Gefallenen der Roten Armee steht am Olbrichtplatz in Dresden. © SZ-Archiv: Werner Mohn

Dresden. Zum 75. Jahrestag der Befreiung Deutschlands bekommt Dresden ein ganz besonderes Geschenk: Ein Dresdner Politiker fordert, den Tag zum bundesweiten Gedenktag zu machen.

Auch wenn wegen Corona klare Regeln gelten, soll der 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges und auch der Befreiung Dresdens hier würdig begangen werden. Es sind einige Versammlungen in der Stadt angemeldet.

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Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) legt um 11.30 Uhr gemeinsam mit  Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) und dem Generalkonsul der Russischen Föderation Andrej Yurevich Dronov am Obelisken des Sowjetischen Garnisonsfriedhof einen Kranz nieder. 

Diese Veranstaltung wird die feierliche Übergabe des Sowjetischen Garnisonsfriedhofes vom Land an die Stadt. "Wegen der Corona-Pandemie kann die Veranstaltung nur in kleinem Rahmen stattfinden. Ursprünglich wurden mehr als 100 Gäste erwartet", teilt die Stadt mit. Mit dabei sind beispielsweise die Fraktionschefs des Stadtrates.

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"Der 8. Mai verpflichtet uns, entschieden für Frieden, für Freiheit und Demokratie einzutreten", so OB Hilbert. "Er verpflichtet uns, den Anfängen zu wehren und immer wieder deutlich zu machen, dass in Deutschland, in Sachsen und in unserer Stadt kein Platz ist für diejenigen, die die Demokratie bekämpfen oder die Menschenrechte missachten. 75 Jahre ohne Krieg sind nicht selbstverständlich."

Es sind aber noch weitere Veranstaltung angemeldet. Von 9.30 bis 10.30 Uhr von der "Bürgerinitiative 8. Mai" mit dem Titel "Ehre den Befreiern Dresdens". Diese findet  mit dem Deutsch-Russischen Kulturinstitut am Denkmal der Roten Armee am Olbrichtplatz statt. Angemeldet sind 50 bis 80 Personen.

Dort wollen beispielsweise auch die Vorsitzenden der Dresdner Linken Anne Holowenko und Jens Matthis Blumen niederlegen. "Heute leben nur noch wenige Zeitzeugen des Tages der Befreiung von Dresden", so Matthis. "Für uns Nachgeborene ist die stete Erinnerung an jenen 8. Mai zugleich Verpflichtung, zum einen, allen neuen faschistoiden Tendenzen entgegenzutreten und zum anderen, für ein freundschaftliches und gutnachbarschaftliches Verhältnis zu Russland und den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion einzutreten." Matthis hatte bereits gefordert, den 8. Mai künftig besser zu würdigen. 

Kundgebungen und Mahnwachen geplant

Auch das Bündnis "Herz statt Hetze" ruft zum Gedenken auf. Insgesamt sind eine Kundgebung und drei Mahnwachen geplant. Die Kundgebung ist für 16.30 Uhr an der Synagoge angemeldet, die Mahnwachen, "anschließend nacheinander" am Terrassenufer, auf der Augustusbrücke und am Gomondai-Platz, teilt Anmelderin Rita Kunert mit. "Die Zahl der Teilnehmenden wird auf 50 Personen begrenzt sein. Die Regeln des Infektionsschutzes werden beachtet."

Ob und unter welchen Auflagen diese Versammlungen stattfinden dürfen, werde noch geklärt. "Die Versammlungen  werden durch die Versammlungsbehörde entsprechend der geltenden Vorschriften der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung behandelt", so Stadt-Sprecherin Anke Hoffmann.

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Dresdens SPD-Chef Albrecht Pallas will zum Gedenken ab 10.30 Uhr die Stolpersteine der Familie Goldschläger am Brühlschen Garten 1 reinigen. Dabei sollen eine Videobotschaft und Bilder entstehen, die der Stolpersteine-Verein den Nachfahren der Familie sendet, die in den USA leben.  

Parteikollege und SPD-Stadtrat Richard Kaniewski fordert: "Der 8. Mai muss zum staatlich anerkannten Gedenktag für alle deutschen Bundesländer erklärt werden." Dieser Tag stehe für Freiheit, Demokratie und den Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus. "Ein Vergessen, dass der Krieg und der industrielle Massenmord an Juden, die Tötung von Homosexuellen, Menschen mit Behinderung und politisch Andersdenkenden, dass der Einsatz von Zwangsarbeitern und der Tod von Millionen Zivilisten und alliierter Soldaten von Deutschland ausging, darf es gerade in einer Zeit des Aufstrebens nationalsozialistischer und europafeindlicher Stimmen im Land nicht geben." Er fordert zudem ein Konzept, wie der Tag in Dresden künftig angemessen gewürdigt werden könne. Das Stadtarchiv ist gerade dabei, die Ereignisse aufzuarbeiten.

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