SZ +
Merken

Wie eine Bibliothekarin zur Malerin wird

Abstrakte Motive in knalligen Farben und romantische Naturlandschaften hängen in der Küche von Michaela Lelanz. Daneben steht ihre Staffelei. „Wenn vormittags das Licht hell hereinscheint, dann wird meine Küche zum Arbeitszimmer“, erklärt die 33-jährige Oppacherin.

Teilen
Folgen

Von Madeleine Mieth

Abstrakte Motive in knalligen Farben und romantische Naturlandschaften hängen in der Küche von Michaela Lelanz. Daneben steht ihre Staffelei. „Wenn vormittags das Licht hell hereinscheint, dann wird meine Küche zum Arbeitszimmer“, erklärt die 33-jährige Oppacherin.

Bereits in ihrer Kindheit hat Michaela Lelanz mit Vorliebe gemalt. Als die gelernte Bibliothekarin aufgrund von Stellenstreichungen das erste Mal arbeitslos wurde und mehr Zeit hatte, begann sie im Jahr 2003 wieder intensiv mit dem Malen. Kniffe und Tricks beim Zeichnen hat sie sich selbst beigebracht. Heute malt sie in ihrer Wohnung über der Sparkasse Oppach mehrmals in der Woche–mit kräftigen Farben und ausschließlich in Öl auf Leinwand. Im Diakonissenkrankenhaus Niesky hatte sie bis zum 9.Dezember einige ihrer Bilder ausgestellt. Die restlichen Kunstwerke blieben in ihrem Wohn- und Schlafzimmer sowie in der Küche hängen. „Ich suche derzeit nach einem Atelier“, erklärt die junge Frau. Wo sich der Arbeitsraum befindet–ob in einer alten Fabrikhalle oder in einem Wohnhaus–spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist, dass der Raum sehr hell ist und sich nicht weit weg von Oppach befindet. Umziehen möchte die 33-Jährige für einen Atelierraum nicht, weil ihr siebenjähriger Sohn in Oppach zur Schule geht. Vor vier Jahren ist sie nach Oppach gezogen, wo ihre Eltern wohnen und sie ihre Kindheit verbracht hat.

Das Schreiben von zahlreichen Bewerbungen hat Michaela Lelanz keinen neuen Job als Bibliothekarin beschert. Deshalb nimmt sie derzeit an dem Modellprojekt „Easy Good Economy“ teil. Es wird von der Hochschule Zittau-Görlitz in Absprache mit dem Amt für Arbeit und Soziales Bautzen organisiert. Bei dem Projekt besteht für zwölf Teilnehmerinnen mit kleinen Kindern die Möglichkeit, eine erfüllende selbstständige Tätigkeit für sich zu finden und dafür entsprechende Ideen zu entwickeln. Bis Juli fährt Michaela Lelanz deshalb im Rahmen des Projekts nach Pommritz bei Hochkirch, um an Seminaren teilzunehmen.

Inspiration holt sich die Oppacherin von den romantischen und sehr detailliert gemalten Werken russischer Maler des 19. Jahrhunderts sowie von eigenen Fotos. Beim Zeichnen versucht sie, die Gegenstände und Landschaften aber nie eins zu eins abzumalen. Die Vorlagen dienen ihr als Anregung.

Für Weihnachten bietet Michaela Lelanz ihre Bilder als Geschenke an. Nach persönlichen Wünschen von Kunden stellt sie auch individuelle Kunstwerke her. Die kürzlich noch im Nieskyer Diakonissenkrankenhaus ausgestellte dreiteilige Kreidefelsenlandschaft von der Ostsee hat sie allerdings schon verkauft– an den Chefarzt des Emmaus Niesky. Als Nächstes bereitet sie für die Volksbank in Neugersdorf eine Ausstellung vor.

Kontakt Michaela Lelanz: 035872 42732

www.malerei-michaelalelanz.de

Kontakt zum Modellprojekt Easy Good Economy unter: 03593 13823