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Sebnitz

Wie es mit dem ehemaligen Gasthof Müller weitergeht

Der Stadtrat stellt die Weichen in Richtung neues Dorfzentrum in Rennersdorf-Neudörfel. Gebaut wird trotzdem nicht.

Der alte Gasthof mit im Ort soll erhalten bleiben.
Der alte Gasthof mit im Ort soll erhalten bleiben. © Archiv: Dirk Zschiedrich

Mit dem Umbau des ehemaligen Traditions-Gasthofes Müller im Stolpener Ortsteil Rennersdorf-Neudörfel soll für die Einwohner ein neues Dorfzentrum entstehen. Die Idee stammt von ihnen selbst.

„Wir haben viele junge Menschen hier. Fast jedes Haus belegt. Und damit das so bleibt, muss etwas dafür getan werden“, sagt Ortsvorsteher Matthias Thierse (FDP), gleichzeitig auch Stadtrat. Und in dieser Funktion hatte er auch jüngst wieder für das Projekt geworben.

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Eine Machbarkeitsstudie liegt inzwischen vor. Den Einwohnern wurde sie bereits vorgestellt und jüngst auch dem Stadtrat. Demnach soll das ortsbildprägende Gebäude im Bestand erhalten und saniert werden. Dabei wird das Haus neu aufgeteilt entsprechend den neuen funktionellen Erfordernissen. Der Saal bleibt erhalten. Der ehemalige Gastraum wird als eigenständige Einheit umgebaut, sodass er von den Einwohnern zum Beispiel auch für private Veranstaltungen genutzt werden kann. Der Anbau wird so saniert, dass in Zukunft auch eine Erweiterung für ein neues Feuerwehrgerätehaus möglich ist.

Der Knackpunkt im Stadtrat waren jedoch das Geld. Ein Umbau mit Gerätehaus würde etwa 1,6 Millionen Euro kosten und einer nur als Dorfzentrum 1,1 Millionen Euro. Diese Summen bremsen die Euphorie, vor allem die im Rathaus. „Das Dorfzentrum ist keine Pflichtaufgabe. Wir haben uns auch noch andere Sachen vorgenommen“, sagt Bürgermeister Uwe Steglich (FDP). Und das heißt nichts anderes, als dass das Vorhaben wohl geplant wird, aber dann erst einmal in die Schublade für unerledigte Projekte kommt. Das wollten einige Stadträte so nicht stehenlassen, wie zum Beispiel Michael Walther (CDU) selbst aus Rennersdorf-Neudörfel. „Uns ist bewusst, dass so ein Objekt ein Kraftakt ist“, sagt er. Doch solange der Freistaat dafür noch Fördermittel gebe, solle man schnell zugreifen. Für den Gasthof könnte das immerhin ein Zuschuss von etwa 800 000 Euro sein. Zustimmung kam aus dem Ortsteil Langenwolmsdorf, obwohl man dort etwas neidisch ist. „Wir bleiben als einziger Ortsteil ohne Dorfzentrum“, sagt Stadtrat und Ortsvorsteher Jan Barowsky (FDP). Er begrüße dennoch, wenn das Projekt angeschoben werde. So sahen es offenbar andere Stadträte. Sie stimmten dafür, die Planungen für den Umbau des ehemaligen Gasthofes anzuschieben. Das Geld dafür hat die Stadt Stolpen bereits auf der hohen Kante. Wie es danach weiter geht, bleibt erst einmal offen. Einhelliger Tenor: „Es wäre gut, ein solches Projekt fertig zu haben für den Fall, dass Geld fließen sollte.“

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