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Wie es mit dem Flixbus weitergeht

Aufgrund der Pandemie wurde der Betrieb vorübergehend eingestellt. Rollen die Busse auch im Landkreis wieder?

So sah es vor einigen Jahren aus, als der Flixbus die Fernbushaltestelle am Lausitzer Platz angefahren hat.
So sah es vor einigen Jahren aus, als der Flixbus die Fernbushaltestelle am Lausitzer Platz angefahren hat. © Archivfoto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Seit Beginn der Pandemie hat sich einiges geändert. So auch die Möglichkeiten zu verreisen. Vor Monaten war es noch möglich Hoyerswerda mit dem Fernbus in Richtung Berlin zu verlassen. Endhaltestelle: Zentraler Omnibusbahnhof. Doch einen grünen Fernbus hat die Haltestelle am Lausitzer Platz schon lange nicht mehr gesehen. 

Mitte März stellte Flixbus seinen gesamten Linienverkehr in Deutschland ein – wegen Corona. Ende Mai gingen wieder die ersten Busse an den Start. Derzeit bedienen sie 50 Linien, darunter Dresden-Berlin. Aber zu Haltestellen im Landkreis Bautzen rollt seit März kein Flixbus mehr.

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Die Bautzener Firma Fliesen Donner hat die Corona-Zeit genutzt, um neue Ideen in der Verkaufsausstellung umzusetzen. Die Einweihung findet am 4. Oktober statt.

An der Haltestelle auf der Bautzener Allee ist der Aushang noch einsehbar – mit den Abfahrtszeiten, die seit dem letzten Jahr gelten. Täglich war es möglich über Spremberg und Cottbus nach Berlin zu fahren. Auf seiner Fahrt zwischen Görlitz und Berlin machte er auch in Bautzen, Kleinwelka, Neschwitz und Königswartha Halt.

Doch im Moment sieht es nicht danach aus, dass dies in nächster Zeit wieder so sein könnte. Im Frühjahr hat Flixbus dem sächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) angezeigt, dass die Linie Görlitz-Berlin über Bautzen und Hoyerswerda zum 29. April 2020 eingestellt wird. „Weitere Informationen liegen uns auch nicht vor“, bedauert eine Sprecherin der Bautzener Stadtverwaltung.

Der 29. April lag mitten in der Corona-Zeit. Allerdings stand Flixbus bereit, in Deutschland so bald wie möglich wieder zu starten – was am 28. Mai auch geschah. Aber nicht von und nach Bautzen und Hoyerswerda. Ob und wann wieder Flixbusse in den Landkreis Bautzen fahren, lässt das Unternehmen offen. Es wird geprüft, ob die Verbindung wieder aufgenommen wird. Unternehmenssprecher Sebastian Meyer dazu: „Spruchreif ist noch nichts. Wir können noch keine konkreten Pläne zu einem etwaigen Ausbau des Angebotes nennen.“

Vorerst bleibt der Anschluss des Landkreises ans europaweite Fernbus-Netz eine fünfjährige Episode. Ab Mai 2015 rollte zunächst der gelbe Postbus und verband Bautzen nicht nur mit Berlin, sondern auch mit dem Ruhrgebiet und München. Ab Herbst 2015 pendelte dann auch der grüne Flixbus zwischen Bautzen und Berlin - anfangs bis zu viermal am Tag.

Während sich die Deutsche Post AG bald wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrierte und die Busse abgab, blieb Flixbus im Geschäft. Allerdings strich das Münchener Unternehmen seine Fahrpläne immer mehr zusammen. Zuletzt gab es zwischen Bautzen und Berlin noch fünf Fahrten pro Woche. Doch das Frühjahr 2019 ließ Reisende wieder hoffen – da überlegte Flixbus nämlich sogar, mehr Verbindungen in ländliche Regionen einzurichten.

Stattdessen muss, wer jetzt in einen Flixbus einsteigen will, erst nach Dresden oder Görlitz fahren. Von Dresden aus rollen die grünen Busse unter anderem nach Berlin, Köln und München. Von Görlitz aus gibt es beispielsweise einen Nachtbus ins Ruhrgebiet – doch an Bautzen und Hoyerswerda fährt er vorbei. Nach Berlin bietet Flixbus ab Görlitz eine Verbindung mit einem Umstieg im polnischen Wroclaw (Breslau) an.

Warum steuern Flixbusse nun wieder Görlitz an, aber nicht Bautzen? Die Nachfrage bestimmt auch immer etwas das Angebot. Gründe dafür könnten sein, dass in der Neißestadt und dem benachbarten Zgorzelec mehr Menschen und damit mehr potenzielle Fahrgäste wohnen als in Bautzen. Außerdem starten Reisende aus dem Westen des Landkreises Bautzen ohnehin eher von Dresden als von Bautzen aus. Möglicherweise kam für Flixbus Corona gerade recht, um sich von kleineren Haltestellen zu verabschieden.

Denn schon im vergangenen Herbst dachte Deutschlands führender Fernbusanbieter offen darüber nach, sein Streckennetz zu verkleinern. Grund dafür war eine Regelung im Klimapaket der Bundesregierung. Demnach sank die Mehrwertsteuer im Fernverkehr der Deutschen Bahn ab Neujahr 2020 von 19 auf sieben Prozent. Diesen Preisvorteil gibt die Bahn an ihre Kunden weiter. Für Fernbusse gilt aber weiterhin die höhere Mehrwertsteuer. Flixbus-Sprecher Sebastian Meyer nannte das im Herbst eine „einseitige und deutliche Bevorteilung eines Wettbewerbers“.

„Auch Halte in Sachsen stehen zur Diskussion – vor allem im ländlichen Raum“, bestätigte Unternehmenssprecher Meyer. Allerdings sollten die Kürzungen erst 2021 wirksam werden. Der Fernbusanbieter wollte erst noch die Entwicklung im Jahr 2020 abwarten.

Auf dem Haltestellenschild in Bautzen macht Flixbus auch Werbung für den grünen Zug, den Flixtrain. Doch Bahnreisende in der Oberlausitz können zumindest auf absehbare Zeit nicht darauf hoffen, dass der Flixtrain die Region ans deutsche Fernbahn-Netz anschließt. Auch Dresden steuert der grüne Zug nicht an. Der Flixtrain rollt vorerst nur zwischen Hamburg und Köln sowie zwischen Berlin und Köln.

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