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Dresden

Wie es mit dem Sachsenbad weitergeht

Drei Bieter haben Angebote für das Denkmal gemacht. Warum sich einer nun zurückzieht. 

Das seit Jahren brachliegende und denkmalgeschützte Sachsenbad soll saniert werden – dafür will es die Stadt Dresden verkaufen.
Das seit Jahren brachliegende und denkmalgeschützte Sachsenbad soll saniert werden – dafür will es die Stadt Dresden verkaufen. © Sven Ellger

Für das Denkmal wird seit Anfang des Jahres ein Käufer gesucht. Die Stadt sichtet Nutzungskonzepte. Nun soll sich die Auswahl reduziert haben. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie viele Bieter sind nun noch im Verfahren um das Sachsenbad?

Einer von drei Bietern soll abgesprungen sein – auf SZ-Nachfrage bei der Stadt wird dies nicht bestätigt, das Amt für Hochbau und Immobilienaufgaben erklärt: Im laufenden Vergabeverfahren äußere man sich nicht. Jedoch sei die zuständige Lenkungsgruppe über den Rücktritt informiert worden, erklärt Gremienmitglied Kati Bischoffberger (Grüne). „Uns wurde mitgeteilt, dass ein Bieter sein Angebot zurückgezogen hat. Zwei weitere sind noch im Verfahren, aber eines soll die notwendigen Anforderungen nicht erfüllen“, so Bischoffberger. Der Projektleiter des anonymen Bieters, der auf Abstand geht, erklärt auf Nachfrage: „Ein offizieller Rücktritt ist mir nicht bekannt.“ Es hätte aber zuletzt Unstimmigkeiten mit der Stadt gegeben.

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Welche Angebote und Ideen sind noch im Rennen für das Sachsenbad?

Öffentlich zu Wort gemeldet hatte sich die Gingko Projektentwicklung um Tankred Lenz – auch Ideengeber für die Neustädter Kunsthofpassage. Seine Vision für das Sachsenbad: Es solle als öffentliches Schwimmbad wiedereröffnet werden. Die Stadt wurde als möglicher Pächter mitgedacht. Diese Idee solle laut Verwaltung, so erklärt es Bischoffberger, nicht die Anforderungen der Ausschreibung erfüllen. Der offensichtlich ausgeschiedene Bieter favorisierte ein Wellness-Konzept. Im Gespräch sei auch ein Innovationscampus für Start-ups, so Bischoffberger.

Welches Konzept wird von verschiedenen Seiten favorisiert?

Zum Bieterrücktritt hat sich Linken-Stadträtin Pia Barkow positioniert. Sie erklärt, ihre Fraktion hätte sich eindeutig für die Variante des Gesundheitsbades entschieden. In Schwimmbädern fehle es an Angeboten wie Baby- und Schulschwimmen oder Wassergymnastik. Das Schulverwaltungsamt habe zwar geäußert, dass kein Bedarf an weiteren Schulschwimmzeiten bestehe, aber allein in Pieschen würden jährlich 560 Busse eingesetzt, um Schüler in Schwimmbäder zu fahren. „Hier ist es in meinen Augen langfristig sinnvoller, ein Angebot wie das Sachsenbad vor Ort zu schaffen und dafür die Fahrtzeiten zu reduzieren“, so Barkow. Der Grünen-Stadtrat Torsten Schulze, sportpolitischer Sprecher und Gast in der Lenkungsgruppe Sachsenbad, ist ebenso von Badvariante überzeugt. „Im Sinne einer Daseinsvorsorge für Kita- und Schulschwimmen im Stadtteil favorisieren wir dieses Angebot.“ Schulze weist darauf hin, dass es in der Stadt ohnehin an Wasserflächen fehle. Dennoch erklärt er, die Stadt verfolge eine andere Linie und fokussiere sich auf die Idee eines Innovationscampus. „Das ist für uns nicht ausschreibungskonform.“ Im Verkaufsexposé des Sachsenbads forderte die Stadt bevorzugt eine Sanierung als Bad und die Förderung des Elements Wasser. Die Bürgerinitiative „Wieder Wasser ins Sachsenbad“ plädiert zudem seit 2006 für eine Wiedereröffnung als Schwimmbad.

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Die Stadtverwaltung legt sich auf keinen Zeitpunkt fest. „Die vorliegenden Gebote werden ausgewertet und Gespräche mit den Bietern geführt. Wenn im Ergebnis der Auswertung ein beziehungsweise mehrere Gebote vorliegen, welche die in der Ausschreibung vorgegebenen Kriterien erfüllen, wird ein Vergabevorschlag für den Stadtrat erarbeitet“, heißt es.