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Zittau

Wie es mit der "Uhreninsel" weitergeht

Das markante Gebäude in Zittau hat einen neuen Eigentümer. Der hat einiges vor. Am Sonnabend gibt's erst mal Führungen durch das Haus und rund um die Amalienstraße.

Bauplaner Swen Rost (links) mit der Architektin Frau Kiehl vor der Baderstraße 19, die ab Juni saniert werden soll.
Bauplaner Swen Rost (links) mit der Architektin Frau Kiehl vor der Baderstraße 19, die ab Juni saniert werden soll. © Matthias Weber

Nachdem sich jüngst der Zittauer Stadtrat gegen ein Technisches Rathaus an der Breite Straße ausgesprochen hat, gibt es dennoch keinen Stillstand in dem Quartier südlich des Marktes. Es entwickelt sich auch ohne diese Investition weiter. Denn die Baderstraße 19, im Volksmund als "Uhreninsel" bekannt, soll saniert werden. 

Seit vorigem Jahr hat das repräsentative Gründerzeithaus einen neuen Eigentümer. Und der will zeitnah damit beginnen, das Gebäude auf Vordermann zu bringen. Bereits im Juni sollen, so die derzeitigen Planungen, die Arbeiten am Haus starten. "Die Ausschreibung endet am 9. Mai", weist der Zittauer Bauplaner Swen Rost, der im Auftrag des Eigentümers das Projekt betreut, hin. Er hofft, dass die dann vorliegenden Angebote im Kostenrahmen liegen und die Sanierung wie geplant beginnen kann.

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Modernisiert werden soll das komplette Gebäude - angefangen von der Fassade übers Dach bis hin zur Installation. Die bisherigen Eigentümer hatten nur Reparaturen am Dach vorgenommen. Das Dach sei zwar in einem schlechten Zustand, reingeregnet habe es aber noch nicht, sagt Rost.

Das Erdgeschoss soll nach der Sanierung wieder gewerblich genutzt werden. Dafür hat der Eigentümer, dem auch ein weiteres Haus an der Baderstraße gehört, bereits einen Nutzer gefunden. Es handelt sich demnach um eine Zahnarztpraxis. Im Vorjahr ist das Schmuck- und Uhrengeschäft, das hier viele Jahre untergebracht war, an den Zittauer Rathausplatz umgezogen.

In den beiden oberen Geschossen entstehen im Zuge der Modernisierung insgesamt drei Wohnungen, davon wird sich eine über zwei Etagen erstrecken. Es sei der Wunsch des Bauherrn gewesen, größere Wohnungen anzubieten, erklärt der Bauplaner. Der Hausbesitzer selbst wolle den Wohnraum aber nicht nutzen - er soll vermietet werden. Die Wohngeschosse stehen seit vielen Jahren leer, wie lange genau kann Swen Rost gar nicht sagen. Aber mehr als zehn Jahre muss es mindestens sein. Der Leerstand brachte regelmäßig kleinere Mängel am Gebäude mit sich, die von den Vorbesitzern nur notdürftig behoben wurden.

Da es rund um das Haus, das wie eine "Insel" auf der Baderstraße steht, keine Grünflächen gibt, sind zwei Terrassen als Ausgleich geplant. Zum einen soll das Dach des ehemaligen Schmuck- und Uhrengeschäftes - daher auch der Name des Gebäudes - als Terrasse genutzt werden. Erreichbar ist diese dann von zwei Wohnungen aus. Darüber hinaus entsteht auf dem Dach des Hauptgebäudes eine weitere Terrasse. Der Bauplaner vermutet, dass es dort früher auch schon mal eine Terrasse gegeben hat. Auf jeden Fall sei das ein Highlight des Hauses - von dieser Terrasse können die künftigen Bewohner bis ins Gebirge blicken. Das Dachgeschoss soll nach Aussage des Bauplaners nicht ausgebaut werden.

Bereits nächstes Jahr sollen die ersten Mieter einziehen. Ziel sei es, so Rost, die Sanierung bis zum nächsten Frühjahr abzuschließen. Zuerst werde das Haus statisch gesichert, anschließend sollen die Arbeiten an mehreren Stellen gleichzeitig fortgesetzt werden. Die Gesamtbaukosten belaufen sich nach ersten Schätzungen auf einen siebenstelligen Betrag. Die Stadt Zittau wird das Vorhaben mit Mitteln des Bund-Länder-Programms "Stadtumbau Ost" fördern. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Zittauer Stadtrat bereits im August 2018 gefasst. Bei der damaligen Entscheidung gab es eine Enthaltung, ansonsten nur Zustimmung. 

Die Baderstraße 19 ist Ende des 19. Jahrhunderts errichtet worden. Das Haus besteht aus zwei Gebäudeteilen mit eingeschossigem Ladenanbau. Aufgrund seiner Insellage ist es ein besonderes Gebäude. Vor der nun geplanten Modernisierung der "Uhreninsel" sind bereits die Wohnhäuser Baderstraße 2 bis 8 sowie die Baderstraße selbst saniert worden. Zudem wurde der Parkplatz an der Breite Straße bis an die Baderstraße vergrößert. Die jetzt vorgesehene Sanierungsmaßnahme sei ein weiterer bedeutender Baustein, der die bisher erfolgreich durchgeführten Maßnahmen im Quartier ergänzt, findet Birgit Kaiser, scheidende Geschäftsführerin der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft.

Die Baumaßnahme "Baderstraße 19" wird auch am Sonnabend beim Tag der Städtebauförderung 2019 vorgestellt. Der Eigentümer wird dann auch Grundrisse aushängen und Führungen durchs Haus anbieten.

Die Entwicklung des Quartiers Baderstraße-Amalienstraße-Böhmische Straße steht im Mittelpunkt des diesjährigen Tages der Städtebauförderung. Neben einem Stadtrundgang unter dem Motto "Zittau 1991 - 2019" (9 Uhr) werden auch die Vorhaben Amalienstraße 2, Amalienstraße 23/25 und der Ausbau der Amalienstraße vor Ort vorgestellt. 

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