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Meißen

Wie fahrradfreundlich ist Meißen?

Seit 2016 gibt es einen eigenen Arbeitskreis dazu. Doch der kommt nur schleppend voran. Dafür gibt es einige Gründe.

Als ehrenamtlicher Vorsitzender des Arbeitskreises Radverkehr engagiert sich Heiko Schulze für die Interessen der Radfahrer in Meißen. Er wünscht sich für sie mehr Sicherheit und möchte deshalb den Radverkehr in der Stadt attraktiver gestalten.
Als ehrenamtlicher Vorsitzender des Arbeitskreises Radverkehr engagiert sich Heiko Schulze für die Interessen der Radfahrer in Meißen. Er wünscht sich für sie mehr Sicherheit und möchte deshalb den Radverkehr in der Stadt attraktiver gestalten. © Claudia Hübschmann

Meißen. Heiko Schulze blickt optimistisch in die Zukunft, wenn es um die Belange der Radfahrer in Meißen geht. Er ist Fraktionsvorsitzender von Bürger für Meißen sowie SPD und Vorsitzender des Arbeitskreises Radverkehr. Dieser sorgte in den vergangenen Jahren dafür, dass bei jedem Bauprojekt der Stadt Radfahrer berücksichtigt werden müssen. Doch verschiedene Baustellen in der Stadtplanung verhindern ein zügiges Vorankommen.

Seit wann gibt es den Arbeitskreis Radverkehr, und wer ist vertreten?

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Im Jahr 2016 wurde der Arbeitskreis Radverkehr im Stadtrat beschlossen. Seitdem tagt er alle zwei Monate im Rathaus. Seit dem vergangenen Jahr können Bürger zudem regelmäßig daran teilnehmen. Jede Fraktion im Meißner Stadtrat darf zwei Vertreter entsenden, momentan also acht insgesamt. Der Verwaltung steht dieselbe Anzahl an Vertretern zu: zum Beispiel Mitarbeiter der Verkehrswacht, des Bauamts und des Ordnungsamts und den ehrenamtlichen Kreisradwegewart.

Was macht der Arbeitskreis, und warum gibt es ihn?

Der Arbeitskreis kümmert sich darum, für Verkehrsprobleme pragmatische Lösungen zu finden. Er ist nicht dafür da, mehr Radverkehr in Meißen zu fördern, sondern die bestehenden Angebote zu verbessern. Zum Beispiel durch E-Bike-Ladestationen oder Fahrradstellplätze. 

Die Aufgabe des Arbeitskreises ist es, städtische Verkehrsprojekte anzustoßen und zu begleiten. Konkret möchte der Arbeitskreis den Radverkehr in Meißen verbessern und die Sicherheit für Radfahrer erhöhen. Dieser Schwerpunkt der Arbeit ergab sich aus dem Fahrradklima-Test 2014 und 2018 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. 

Dort bewerteten Bürger den Radverkehr in Meißen jeweils mit der Schulnote 4. Der eigentliche Anstoß war allerdings ein schwerer Unfall auf der Fabrikstraße beim Obi-Markt.

Welche Probleme gibt es aktuell in der städtischen Verkehrsplanung?

Besonders der innerstädtische Verkehr ist eine Herausforderung für den Arbeitskreis. Vor allem der Weg vom Triebischtal über die Altstadt bis zum Brückenkopf. „Das wurde bisher am längsten diskutiert und ist bis heute noch nicht abgeschlossen“, informiert Heiko Schulze. 

„Es waren sich aber alle im Arbeitskreis einig, nicht den gesamten Radverkehr auf den Neumarkt zu legen. Das wäre Wahnsinn.“ Denn das Verkehrskonzept aus dem Jahr 2014 besagt, dass dort der Verkehr schnell um die Altstadt geleitet werden soll. Radverkehr verlangsamt diesen aber.

Deshalb gab es früh den Wunsch, die Neugasse für den Fahrradgegenverkehr zu öffnen. Das wurde im Arbeitskreis kontrovers diskutiert. Viele hätten Angst gehabt, dass den Autofahrern Parkplätze verloren gehen oder der Gegenverkehr gefährlich sei, meint Heiko Schulze. 

„Schließlich haben wir intensiv mit Experten der TU Dresden geredet und sind zu einer Lösung gekommen – fraktionsübergreifend.“ Bis zum Hahnemannsplatz ist deswegen ein Fahrradweg entstanden. Daraufhin sollte die Neugasse bis zum Brückenkopf erschlossen werden. Allerdings lehnte der alte Stadtrat diesen Vorschlag der Verwaltung ab. Er befürchtete erneut den Verlust von Parkplätzen. 

Zudem sei die Einfahrt am Brückenkopf zu schmal. Die Situation ist weiterhin ungeklärt. Problematisch ist auch, dass für dieses Jahr ein Verkehrsplaner für die Stadt angekündigt war, der jedoch abgesprungen ist. Dieser sollte eine Lösung für die Neugasse entwickeln, die im Stadtrat mehrheitsfähig ist. Er sollte außerdem ein Verkehrskonzept für die Zukunft entwickeln. Das Aktuelle sei nur eine Liste von Maßnahmen, so Heiko Schulze.

Auf welche Erfolge blickt der Arbeitskreis zurück?

Die ersten Sitzungen des Gremiums debattierten vor allem den Unfall auf der Fabrikstraße und wie dieser Abschnitt sicherer gestaltet werden kann. Das Ergebnis sei eine schöne Lösung, meint Heiko Schulze. Denn vom Franz-Adam-Beyerlein-Platz bis zum Moritzburger Platz errichtete die Stadt einen rot gekennzeichneten, abgegrenzten Fahrradweg – der erste in Meißen. Der zweite befindet sich auf der Großenhainer Straße. 

Zudem werde bei jedem städtischen Bauvorhaben der Arbeitskreis nun einbezogen, sagt Heiko Schulze. Er ist deshalb zuversichtlich, dass beim nächsten Fahrrad-Klimatest 2020 die Stadt Meißen etwas besser abschneidet.

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