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Wie Firmen zu ihren Azubis kommen

Aktuell gibt es mehr als 900 freie Lehrstellen im IHK-Karriereportal. Ausbildungsberater sollen helfen, die zu besetzen.

Den freien Ausbildungsplatz mit einem geeigneten Azubi zu besetzen, fällt Unternehmen immer schwerer. Die IHK stellt sowohl Firmen als auch den Ausbildungssuchenden Berater an die Seite.
Den freien Ausbildungsplatz mit einem geeigneten Azubi zu besetzen, fällt Unternehmen immer schwerer. Die IHK stellt sowohl Firmen als auch den Ausbildungssuchenden Berater an die Seite. © Symbolfoto: Hildenbrand/ dpa

Mittelsachsen. Das Ausbildungsjahr hat bereits begonnen, doch in vielen Werkstätten, Büros und Produktionshallen fehlen noch immer die Nachwuchskräfte, die händeringend gebraucht werden. Einerseits klaffen bei den Jugendlichen Berufswunsch und Angebot meist weit auseinander. Zum anderen wird es auch für Unternehmer immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden.

In der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittelsachsen gibt es eine Fachfrau, die den Firmen- und Personalchefs beratend zur Seite stehen will: Andrea Tippmer ist Ausbildungsberaterin. Dem DA erklärt sie, wie sie potenzielle Azubis und ihre künftigen Chefs zusammenbringen will.

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Ausbildungsberaterin der IHK - was kann man sich unter der Bezeichnung vorstellen?

Die Ausbildungsberater der IHK sind die Hauptansprechpartner für Unternehmen und deren Azubis. Wir besuchen die Betriebe der Region, informieren über Ausbildungsmöglichkeiten und Berufe, werben um neue Ausbildungsplätze und Ausbildungsbetriebe. Unternehmer, die erstmals ausbilden möchten, wenden sich ebenso an uns, wie etablierte Firmen, die ihr Angebot aufstocken und sich über neue Berufe informieren wollen.

Wie läuft es ab, wenn eine Firma das erste Mal ausbilden will?

In einem persönlichen Beratungsgespräch im Unternehmen wird geklärt, welches Berufsbild inhaltlich passt und wer die Ausbildungsverantwortung übernimmt. Wir prüfen dann die Eignung des Betriebes und die persönliche, fachliche und berufs- sowie arbeitspädagogische Eignung des Personals. Dabei sind das Berufsbildungsgesetz, die Ausbilder-Eignungs-Verordnung, die jeweiligen Ausbildungsordnungen, das Jugendarbeitsschutzgesetz und weitere einschlägige Vorschriften zu beachten. 

Andrea Tippmer ist Ausbildungsberaterin bei der IHK Mittelsachsen.
Andrea Tippmer ist Ausbildungsberaterin bei der IHK Mittelsachsen. © IHK

Bei Fragen zur Höhe der Ausbildungsvergütung, zu Arbeitszeiten, Anrechnung der Berufsschulzeiten oder dem Jugendarbeitsschutzgesetz helfen die Ausbildungsberater ebenfalls weiter. Auch wenn es Konflikte gibt zwischen Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben sind wir Ansprechpartner.

Verhelfen Sie den Unternehmen dann auch zu einem Azubi?

Leider können wir keine Azubis herzaubern, aber wir unterstützen die Unternehmen bei der Azubisuche. Die Betriebe haben die Möglichkeit unter www.karriere-rockt.de, ihre freien Lehrstellen und Praktikumsplätze in unserer Lehrstellenbörse anzubieten. Aktuell verfügt die Lehrstellenbörse 963 freie Lehrstellen im Raum Südwestsachsen.

 Das Karriereportal der IHK wird von uns regelmäßig bei den Ausbildungsmessen und in den Schulen beworben – die Schüler können sich darin über alle IHK-Ausbildungsberufe informieren und sehen, welche Angebote es in der Region gibt. Natürlich informieren wir die Unternehmen auch über weitere Möglichkeiten der Azubi- und Fachkräftesuche.

 In Mittelsachsen ist das zum Beispiel das Karriereportal des Landkreises, die Lehrstellenbörse der Agentur für Arbeit und natürlich unsere drei regionalen Ausbildungsmessen „Schule macht Betrieb“.

Unterstützen Sie auch die Kontakte zwischen Schulen und Unternehmen?

Immer beliebter als Kommunikationsplattform werden die drei Arbeitskreise Schule-Wirtschaft in den Regionen Freiberg, Döbeln und Mittweida. In diesen Arbeitskreisen arbeiten Vertreter der Unternehmen und Schulen zusammen. 

Ziel der Arbeitskreise ist es, die Partner der dualen Berufsausbildung – Unternehmen und Schulen – in Kontakt zu bringen, diesbezügliche Informationen, Meinungen und Erfahrungen auszutauschen, Anforderungen an den Ausbildungspartner zu artikulieren, Probleme zu erörtern, um Verständnis für die Situation des Ausbildungspartners zu erlangen und konkrete Lösungen für die Berufsorientierung der Schüler anzubieten.

Welche Tipps haben Sie für die Schüler, die gerade oder immer noch auf Praktikums- oder Lehrstellensuche sind?

Nutzt die vielen Möglichkeiten in unserer Region, die Firmen und deren Ausbildungsberufe hautnah kennenzulernen: Sei es über die Woche der offenen Unternehmen, die Ausbildungsmessen oder mehrere Praktika. Schnuppert in verschiedene Berufsgruppen rein, um dadurch einfacher feststellen zu können, was euch Spaß macht und was nicht.

Welchen Stellenwert nehmen dabei die drei Ausbildungsmessen im Landkreis ein?

Einen großen. Jeweils über 200 regionale Unternehmen werden dort ihre Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten präsentieren. Damit hat sich „Schule macht Betrieb“ zu einer Leistungsschau der mittelsächsischen Wirtschaft entwickelt, zu der in den vergangenen Jahren jeweils mehr als 6 000 Besucher begrüßt werden konnten. 

„Schule macht Betrieb“ bietet beste Möglichkeiten mit den Verantwortlichen und Azubis aus den Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Bewerbungsunterlagen für ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz werden bereits zu den Messeterminen entgegengenommen.

 „Schule macht Betrieb“ wird am 7. September in der Sporthalle am Schwanenteich in Mittweida, am 14. September m DBI in Freiberg und am 21. September im Welwel in Döbeln stattfinden. Der Eintritt ist für alle Besucher kostenfrei.

Weitere Informationen zu den ausstellenden Unternehmen gibt es auf www.schule-macht-betrieb.de

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