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Wie gefährlich ist ein Trampolin?

Der Hüpfspaß steht mittlerweile in vielen Gärten. Doch das Klinikum Pirna registriert verstärkt Unfälle auf dem Sportgerät - vor allem bei Kindern.

Hüpfendes Kind auf einem Trampolin: bloß nicht überschätzen und die Kontrolle verlieren.
Hüpfendes Kind auf einem Trampolin: bloß nicht überschätzen und die Kontrolle verlieren. © pixabay/Skitterphoto

Es hat mittlerweile Einzug in viele Gärten gehalten, die Corona- Pandemie verpasste ihm einen zusätzlichen Absatz-Schub: das Trampolin. Vor allem Kinder hüpfen gern auf der federnden Matte, weil es einfach Laune macht. 

Allerdings ist der Freizeitspaß nicht ganz ungefährlich. Nach Aussage des Pirnaer Klinikums haben Frakturen, Prellungen und Platzwunden, die sich Kinder beim Trampolinspringen zuzogen, in den vergangenen Jahren stark zugenommen. 

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Immer höher hinaus und immer gewagter - schnell erreichen schon kleinere Kinder hohe Geschwindigkeiten, wenn sie auf einem Trampolin hüpfen. Die Gefahr liegt nahe, dass sich die Jüngsten überschätzen und die Kontrolle verlieren. "Natürlich bringt das Trampolinspringen viel Spaß. Aber eigentlich ist ein Trampolin kein Spiel-, sondern ein Sportgerät", sagt Erik Baldauf, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie am Klinikum Pirna auf dem Sonnenstein. 

Gerade Kleinkinder, deren koordinativen und motorischen Fähigkeiten nicht ausreichend ausgebildet sind, gehörten laut dem Mediziner zur besonders gefährdeten Gruppe. Und auch ein weiterer Umstand fördere Unfälle. "Häufig sind mehrere Kinder gleichzeitig auf einem Trampolin. Jedes Kind hat aber seinen eigenen Sprungrhythmus, wodurch des zu unkontrollierten und manchmal auch zu sehr heftigen Zusammenstößen kommen kann", sagt Baldauf. Besonders für kleine und leichte Kinder könne das, bedingt durch den Katapult-Effekt, gefährlich enden. Auch vermeintliche Kunststücke oder Unachtsamkeiten bergen Gefahren, wenn Kinder unsanft auf dem Trampolinrand, den Stahlfedern oder gar daneben auf dem Boden landen. 

Sechs Tipps, um das Unfallrisiko zu minimieren

Trotz aller Risiken sollten Eltern ihren Kinder den Hüpfspaß nicht gleich verbieten. "Per se ist das Springen auf dem Trampolin nicht gefährlich. Es wird erst bedenklich, wenn das Geräte nicht korrekt benutzt wird", sagt Baldauf. Der Mediziner empfiehlt daher den Eltern, ihren Kindern zu erklären, wie man risikofrei und trotzdem voller Spaß springen kann. Denn das Springen stärke auch die kindliche Muskulatur, verbessere das eigene Körpergefühl und sorge für einen guten Ausgleich zu einem gegebenenfalls bewegungsarmen Alltag. 

Damit der Hüpfspaß sicher bleibt, gibt der Mediziner sechs Tipps, um die Unfallgefahr zu verringern:

  • Lassen Sie Kinder immer allein springen, um Zusammenstöße zu vermeiden. 
  • Weisen Sie darauf hin, dass mittig gesprungen werden sollte, um weder auf den Rand noch auf die Stahlfedern zu stürzen.
  • Pausen sind wichtig, da mit der Zeit die Körperspannung nachlässt. Die ist für kontrollierte Sprünge aber unerlässlich.
  • Keine Spielsachen! Bälle oder anders Spielzeug gehören nicht auf das Trampolin, weil sie die Unfallgefahr erhöhen.
  • Überprüfen Sie die technische Sicherheit des Trampolins regelmäßig. Kaputte Netze und defekte Abdeckungen erhöhen ebenfalls das Unfallrisiko. 
  • Lassen Sie die Kinder nur unter Aufsicht springen, damit sie bei zu gefährlichem Übermut oder Unfällen sofort zur Stelle sind.

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