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Wie gehts weiter am Chinesischen Pavillon?

Die neue Abwasserleitung ist verlegt. Mit einem Balkon-Konzert soll es langsam wieder losgehen am Weißen Hirsch.

Vor kurzem wurde die Abwasserleitung am Chinesischen Pavillon erneuert.
Vor kurzem wurde die Abwasserleitung am Chinesischen Pavillon erneuert. © René Meinig

Dresden. Die Baumaschinen sind gerade wieder abtransportiert worden, der Rasen vor dem Chinesischen Pavillon ist neu eingesät. Darunter ist eine Abwasserleitung verlegt worden, eine Maßnahme, die die Stadtentwässerung Dresden schon lange vom Verein gefordert hatte. Doch die 11.000 Euro dafür mussten erst einmal zusammenkommen. "Wir finanzieren uns über Spenden. Zum Glück haben uns Stadt und Land 7.300 Euro dafür als Fördermittel zu Verfügung gestellt", sagt Vereinsvorsitzender Dieter Reinfried. 

Und Spenden sind derzeit nur schwer zu bekommen. Der sonst sehr rege Veranstaltungsbetrieb im Pavillon musste durch die Corona-Pandemie eingestellt werden. Doch jetzt haben sich die Vereinsmitglieder ein besonderes Konzert einfallen lassen. Vom Balkon des Pavillons geben drei Musiker am 24. Mai um 16 Uhr ein Benefizkonzert unter dem Titel Sehnsucht nach Sommer. Dazu werden im Garten Stühle mit ausreichend Abstand für die Gäste aufgestellt. "Die Einnahmen sollen freischaffenden Künstlern zugute kommen, die jetzt kein Einkommen haben", sagt Monika Kämpfer, die Pressesprecherin des Vereins.

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Sie hofft, dass es bald wieder Veranstaltungen im Haus geben kann. Denn der Verein hat noch viel vor mit dem Pavillon. Das Untergeschoss ist noch im Rohbauzustand, dort sind nur die Toiletten fertig. Der ursprüngliche Plan, hier eine Küche für einen Restaurantbetrieb einzubauen, geht nicht auf. Denn es findet sich kein Pächter für ein Lokal. "Über eine geeignete Nutzung sind wir auch mit der Stadt im Gespräch", sagt Reinfried. 

Eine sehr große Aufgabe stellt die denkmalgerechte Gestaltung des Außengeländes in Forstsetzung des Rathausparkes dar. 160.000 Euro sind erforderlich, um das Areal einzuebnen, zu bepflanzen und Sitzplätze zu schaffen. "Ohne große Zuwendungen ist das nicht zu schaffen", sagt der Vereinsvorsitzende. Und Jahr für Jahr steigen die Baukosten dafür. 

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Dabei sind bereits fast eine Million Euro in den Erhalt des historischen Bauwerkes geflossen. Darunter Fördergeld von Deutschen Stiftung für Denkmalschutz. Mit dem Erwerb von Stifterbriefen sowie Spenden kann die Vereinsarbeit auch weiterhin unterstützt werden. "Vor allem würden wir uns über neue, aktive Mitglieder freuen", sagt Monika Kämpfer. Arbeit gibt es genug. 

Wechselvolle Geschichte

Der Chinesische Pavillon ist nach Angaben der Vereinsgeschichte das einzige historische Original aus der chinesischen Kaiserzeit in Deutschland. Er wurde 1911 in Shanghai erbaut und in Einzelteilen nach Deutschland verschifft, wo er anlässlich der ersten internationalen Hygiene-Ausstellung von Anfang Mai bis Ende Oktober 1911 in Dresden aufgebaut wurde. Nach der Ausstellung ließ die chinesische Regierung den Pavillon samt Innenausstattung als Gastgeschenk zurück.

Die Gemeinde Weißer Hirsch kaufte den Pavillon für 8500 Reichsmark und stellte ihn 1912 im Rathausgarten neu auf. Unter anderem gab es darin eine Lesehalle und ein Kurcafé, in das auch die Gäste des benachbarten Lahmann-Sanatoriums gern kamen. In der DDR wurde er zeitweise als Restaurant und Ausbildungsstätte betrieben.

1992 eröffnete darin ein China-Restaurant.  Im August 1997 brannte der Pavillon allerdings aus und verfiel. Einer Initiative von Malte von Bargen, einem Bewohner des Weißen Hirsches ist es zu verdanken, dass der Pavillon in seinem heutigen Zustand ist. Von Bargen gründete 2005 den Verein, der heute Eigentümer des Pavillons und des Grundstückes ist. 

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