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Warten auf Antwort vom Ministerpräsidenten

Die Regierung verspricht in der Krise Unterstützung und finanzielle Hilfe. Warum eine Freiberuflerin aus Gersdorf trotzdem voller Sorge und Ungewissheit ist.

Jeannette Langner
Jeannette Langner © Constanze Junghanß

Jeannette Langner (43) ist freiberufliche Lehrkraft aus Gersdorf. Sie arbeitet bei verschiedenen Bildungseinrichtungen in Görlitz und Bautzen, gibt Alphabetisierungs- und Integrationskurse. Hier erzählt sie, wie die Corona-Krise ihr berufliche Sorgen bereitet:

Am 18. März habe ich den letzten Tag unterrichtet. Seitdem sind die Aufträge auf Null herunter gebrochen, da Schulen und Bildungseinrichtungen im Moment geschlossen haben. Meine Tätigkeit liegt somit aktuell auf Eis.

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Einnahmen habe ich demzufolge keine, dafür laufen feste Ausgaben wie Krankenkassenbeiträge, die ich als Freiberuflerin alleine zahle, sowie Miete, Nebenkosten und Versicherungen weiter. Zuerst ging ich davon aus, dass ich nun eine Entschädigung über das Infektionsschutzgesetz bekomme. Aber da falle ich durch das Raster. Auch die Soforthilfe vom Bund kann ich nicht in Anspruch nehmen. Als freiberufliche Lehrkräfte haben wir kaum fixe Betriebsausgaben. Das Geld aus dem Hilfsfonds vom Bund ist nur für laufende Betriebsausgaben gedacht, nicht für die Kosten zum Lebensunterhalt.

Hilfskredit kommt nicht in Frage

Der Hilfskredit für Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständige und Freiberufler, den es in Sachsen gibt, kommt für mich auch nicht in Frage. Wovon soll ich einen solchen Kredit zurück zahlen? Im Moment drehe ich mich im Kreis, versuche von irgendeiner Stelle Unterstützung zu bekommen. Eine Mail mit den Sorgen unserer Berufsgruppe schrieb ich bereits an den Ministerpräsidenten und warte auf Antwort.

Denn als Freiberufler zahlen wir einen nicht unwesentlichen Beitrag an Sozialversicherung und Steuern. Mich ärgert, dass ständig gesagt wird, es gebe Unterstützung und Hilfe finanzieller Art, die jedoch gar nicht bei allen von der Corona-Krise betroffenen Berufsbildern greift.

Die Ungewissheit ist groß

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HartzIV zu beantragen nach 20 Jahren Arbeit ist für mich keine wirkliche Option, sondern eher ein herber Schlag ins Gesicht für viele, die in der gleichen Situation freiberuflicher Honorarkräfte stecken. Wie es weiter geht, weiß ich nicht. Die Ungewissheit ist groß. Parallel bewarb ich mich für Nebenjobs, wie Regale auffüllen in Supermärkten. Es hieß ja, da werden Leute gesucht. Bisher gab es noch keine Rückmeldungen. Ich hoffe, dass sich die Situation in absehbarer Zeit wieder ändert und vermisse meine Arbeit sehr.

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