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Wie geht es den Hofläden?

Frische Äpfel sind gefragt in der Corona-Krise. Die fehlenden Touristen machen sich aber auch bei den Direktvermarktern bemerkbar.

Johanne Caroline Beeg verkauft Äpfel im Hofladen des Guts Pesterwitz.
Johanne Caroline Beeg verkauft Äpfel im Hofladen des Guts Pesterwitz. © Karl-Ludwig Oberthuer

Als zwischenzeitlich die Wochenmärkte in Dresden geschlossen waren, hat das auch das Gut Pesterwitz zu spüren bekommen. Der Absatz des frischen Obstes aus dem Landwirtschaftsbetrieb bei Freital fehlte. Mittlerweile hat sich das wieder eingepegelt. Im Hofladen selbst geht alles etwas gemächlicher vonstatten - aufgrund der Hygienevorschriften und der Abstandsregeln. Die Kunden hätten sich aber daran gewöhnt.

"Äpfel gehen derzeit besonders gut", sagt Inhaber Lars Folde. Einen größeren Gewinn verspricht das dem Gut Pesterwitz aber nicht. Das Kühllager ist jetzt voll mit den Äpfeln vom vergangenen Herbst. Wenn die verkauft sind, gibt es erst nach der nächsten Ernte wieder Nachschub - so funktioniert die saisonale Landwirtschaft. In diesem Jahr ist das Apfellager vielleicht etwas eher leer.

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Haben sich die Verbraucher in Zeiten der Krise verstärkt Produkten aus der Region zugewandt? "Vielleicht", sagt Folde. Generell lasse sich dieser Trend aber schon seit einiger Zeit beobachten. Selbst die großen Supermarktketten werben längst mit vermeintlich vor Ort hergestellten Lebensmitteln.

Das Gut Pesterwitz, dass unter anderem Äpfel, Kirschen, Erdbeeren und Wien anbaut, ist bisher ganz gut durch die Krise gekommen. Draußen auf den Plantagen können sich die Mitarbeiter gut aus dem Weg gehen: einer verschneidet die Apfelbäume, einer die Süßkirschen, einer den Wein. Jeder sitzt jeden Tage auf demselben Traktor, da ist die Ansteckungsgefahr gering.   

Etwas unsicher ist noch die Erdbeerernte. Sie beginnt in knapp sechs Wochen. Bisher hatten die Pesterwitzer dafür immer eine Gruppe Frauen aus Polen auf dem Hof. Ob sie in diesem Jahr kommen dürfen, ist noch offen. "Es haben sich aber schon einige Leute aus der Region bei uns gemeldet", sagt Lars Folde. Viele sind gerade in Kurzarbeit. Die Telefonnummern sind notiert, je nachdem wie sich die Situation entwickelt, gehen sie im Juni vielleicht mit auf die Felder. 

Der Pesterwitzer Landwirt schaut mit Zuversicht in die Zukunft. "Ich hoffe, dass die Krise auch etwas Gutes hat", sagt Lars Folde. Er meint damit ein allgemeines Umdenken im Konsum in Richtung regionaler Produkte der Saison. Äpfel müssen nicht eingeschweißt aus Neuseeland kommen und zu Weihnachten wachsen hierzulande nun mal keine frischen Erdbeeren. 

Die Obstscheune an der B172 in Krietzschwitz bei Pirna: Wenn keine Touristen in die Sächsische Schweiz fahren, ist auch hier weniger los.
Die Obstscheune an der B172 in Krietzschwitz bei Pirna: Wenn keine Touristen in die Sächsische Schweiz fahren, ist auch hier weniger los. © Daniel Schäfer

Der Obstscheune in Krietzschwitz zwischen Pirna und Königstein machten vor allem die Ausgangsbeschränkungen der vergangene Wochen zu schaffen. "Es fehlen die Touristen in der Sächsischen Schweiz", sagt Geschäftsführer Thomas Beck. Ausflügler, die von Dresden kommend ins Elbsandsteingebirge fahren, machen für das direkt an der Bundesstraße B172 gelegene Geschäft einen wesentlichen Teil der Kundschaft aus. 

Bei Beck's Obstscheune in Röhrsdorf hingegen, in der das Unternehmen ebenfalls die auf den Borthener Plantagen wachsenden Äpfel und Birnen sowie zahlreiche weitere Lebensmittel aus der Herstellung lokaler Bauern verkauft, ist die Nachfrage weitgehend gleich geblieben. Beide Direktverkaufsstellen haben unverändert geöffnet. 

Unklar ist auch für die Obstscheune GmbH, wie es mit auf den Feldern weitergeht. Das Verschneiden der Apfelbäume konnte noch vor Ostern abgeschlossen werden, erklärt Thomas Beck. Als nächste große Etappe steht ab Ende Mai die Erdbeerernte an. Die wurde bisher von Erntehelfern aus Rumänien übernommen. Ob sie auch in dieser Saison einreisen dürfen, könne heute noch niemand sagen. Auch Thomas Beck ist aber optimistisch, dass die Erdbeerernte klappt. Bei den Spargelbauern sei die Lage wesentlich prekärer.

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