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Wie geht es mit Riesas Casablanca weiter?

Nach SZ-Informationen wurde das Grundstück verkauft. Die Tage der Bar sind damit gezählt.

Holzbau hinter Bäumen: Die Bar Casablanca wird voraussichtlich Ende des Jahres schließen - und das Gebäude an der Engelsstraße verschwinden.
Holzbau hinter Bäumen: Die Bar Casablanca wird voraussichtlich Ende des Jahres schließen - und das Gebäude an der Engelsstraße verschwinden. © Sebastian Schultz

Riesa. Rings um den hölzernen Flachbau wuchert das Grün. Die Riesaer Bar Casablanca an der Ecke Friedrich-Engels-/John-Schehr-Straße verschwindet bald hinter den Sträuchern und Bäumen im Vorgarten. Noch verkündet ein handgeschriebener Zettel in der Tür, dass die Bar geöffnet ist. Aber nicht mehr ewig: Nach SZ-Informationen ist das Eckgrundstück bereits verkauft worden. Der neue Eigentümer hat demnach neue Pläne für die Fläche.

Die Stadtverwaltung bestätigt auf SZ-Anfrage, dass eine Veräußerung stattgefunden habe. Was der neue Eigentümer mit dem Areal vor hat, könne man aber nicht sagen, so Referentin Manuela Langer. Für die Stadt sei in solchen Fällen wichtig, dass sich die Pläne und Projekte in das Stadtbild einfügen, es bestenfalls weiter entwickeln und qualitativ aufwerten. "Wie die Pläne bei diesem Objekt konkret aussehen – dazu haben wir keine konkreten Informationen", sagt Manuela Langer.

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Nach SZ-Informationen will der neue Eigentümer das Areal in einen Parkplatz umwandeln. In der Nachbarschaft begrüßt man das. "Wenn man hier als Familie ein zweites Auto hat, wird es schon eng mit Stellplätzen", sagt ein Mann, der seit Jahren nebenan wohnt. Mit der direkten Nachbarschaft der Bar Casablanca hat er sich arrangiert. "Das geht hier wirklich ruhig zu in letzter Zeit, kein Problem."

Aktuell seien keine Beschwerden bekannt, heißt es von der Stadtverwaltung - "aufgrund der Corona-Situation und der damit verbundenen allgemeinen Einschränkungen". Zuvor war die Bar allerdings mehrfach zum Fall für die Behörden geworden. So hatte das Kreisordnungsamt 2018 ein Verfahren zur Gewerbeuntersagung gegen die Betreiberin eröffnet. Einen Grund hatte die Behörde allerdings nicht genannt und lediglich darauf verwiesen, "auf Anregung der Stadt Riesa" gehandelt zu haben. Wie das Landratsamt jetzt der SZ bestätigte, sei damals die Gewerbetreibende angehört worden. Seitdem ruhe dieses Verfahren, so Sprecherin Anja Schmiedgen-Pietsch.

Gegen die Betreiberin des Casablanca war schon einmal ein Bußgeld verhängt worden, weil bei einer Kontrolle Minderjährige im Raucherraum anwesend waren. Wegen ähnlicher Vorfälle lief vor knapp zwei Jahren ein Prozess vor dem Amtsgericht, der mit einer Geldbuße von 1.250 Euro wegen Verstößen gegen den Jugendschutz endete. Seinerzeit hatte es binnen kurzer Zeit zwei größere Durchsuchungen mehrerer Behörden im Casablanca gegeben, bei denen auch nach Drogen geschaut wurde - aber im Wesentlichen lediglich Jugendschutz-Verstöße festgestellt wurden.

An der Ecke zur John-Schehr-Straße gab es früher einen Getränkemarkt.
An der Ecke zur John-Schehr-Straße gab es früher einen Getränkemarkt. © Sebastian Schultz

Aktuell wird das Casablanca vor allem von Wasserpfeifen-Liebhabern besucht. Ein großer Aushang verweist darauf, dass ein Zutritt erst ab 18 Jahren erlaubt ist. Der Aushang bewirbt Flaschenbier zu zwei Euro, den kleinen Wodka zu 1,50 Euro. Zu den Kunden gehören offenkundig viele Asylbewerber. Das Geschäft läuft, sagt Wirt Halil Tatar. Aber nur noch bis zum 30. Dezember 2020, so der Gastronom. Dann müsse er das Gebäude räumen. 

"Ich suche schon lange nach Ersatz-Räumen - aber finde keine", sagt er. Angesichts so vieler leerer Gewerberäume wundere ihn das. Aktuell bewirtschaftet er 110 Quadratmeter, aber mit etwas weniger - so 70, 80 Quadratmeter - , wäre er auch zufrieden. "Ich würde jedenfalls gern in Riesa bleiben, weil ich mit meiner Familie hier lebe", sagt Tatar. Im Casablanca arbeitet er schon fast elf Jahre, sagt Halil Tatar. Zuvor war auf dem Grundstück ein Getränkehandel - und ab nächstem Jahr wird es wohl ein Parkplatz sein.

Wer Gewerbeflächen für die Bar Casablanca hat, kann sich bei Halil Tatar melden: 0151 270 79468

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