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Wie geht’s weiter mit dem Baschützer Schulhaus?

Das Gebäude ist über 100 Jahre alt. Um es für die Zukunft fit zu machen, sucht die Gemeinde jetzt eine Lösung.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

An jedem Fenster kleine Blumen aus buntem Papier und spielende Kinder auf dem Hof: In der Grundschule Baschütz herrscht Leben. Rund 100 Mädchen und Jungen lernen hier, das soll auch in Zukunft so sein. Deshalb überlegt die Gemeinde Kubschütz jetzt, wie es mit dem Schulhaus weitergeht. Denn das hat schon über 100 Jahre auf dem Buckel, zumindest der älteste Teil.

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1897 wurde er mit nur zwei großen Klassenräumen gebaut, darüber befanden sich zwei Lehrerwohnungen. 1930 kam ein Anbau für zwei weitere Klassenzimmer dazu. Der Flachbau, in dem sich heute der Hort befindet, stammt aus den 1950er-Jahren, der Speiseraum von 1968. Die Turnhalle wurde 1980 eingeweiht. Stück für Stück ist der Schulstandort gewachsen. Und wie geht es heute damit weiter? Um diese Frage zu beantworten, hat die Gemeinde jetzt einen Auftrag an das Bautzener Planungsbüro Bauplanung Oberlausitz vergeben. Das soll für 13 000 Euro untersuchen, wie sich der Standort für die nächsten Jahre fit machen lässt. Dabei lag das Augenmerk zunächst nur auf dem Speiseraum. Wegen des schlechten baulichen Zustandes sollte eben jenes Planungsbüro einen Vorschlag erarbeiten, was zu tun ist. Dafür hatte die Gemeinde voriges Jahr schon 6 000 Euro ausgegeben, dann aber festgestellt, dass es mit einem Speiseraum-Neubau allein nicht getan ist. „Das hätte man niemandem vermitteln können“, schätzt Bürgermeister Olaf Reichert (parteilos) heute ein.

Denn obwohl an der Schule in den zurückliegenden Jahren unter anderem Fenster, Toiletten und die Turnhalle modernisiert wurden, gibt es noch offene Wünsche. „Wir brauchen zum Beispiel für Gruppenarbeit auch kleinere Räume“, sagt Schulleiterin Jeanette Döring. Denn die Anforderungen hätten sich gegenüber DDR-Zeiten, als in der Polytechnischen Oberschule noch viel mehr Klassenstufen in Baschütz lernten, geändert. So werden heute die Klassen für Ethik- und Religionsunterricht geteilt. Doch das Schulhaus hat nur vier Klassenzimmer. Zurzeit wird, weil es zwei vierte Klassen gibt, noch eins im Hortgebäude genutzt.

Bürgermeister Reichert hat vor allem Brandschutz und Sicherheit im Blick. Einige Forderungen wie die Ausschilderung der Fluchtwege oder bruchsichere Spiegel in den Waschräumen habe man erfüllt. Anderes wie ein abgeschlossenes Treppenhaus ließe sich in solch einem alten Gebäude nicht so ohne Weiteres verwirklichen. Außerdem gibt es bisher keine vernünftige Wärmedämmung, und das Dach müsse mal erneuert werden. Aber auch das Thema Barrierefreiheit spielt eine Rolle. „Wir nehmen auch Kinder mit einem Handicap auf“, sagt Jeanette Döring. Bisher unter anderem solche mit der Wahrnehmungsstörung Autismus. Aber bei körperlichen Einschränkungen werde es schwierig. „Wir haben ja hier überall Treppen.“

Um all diese Dinge anzugehen, „muss ein Gesamtkonzept her“, sagt Reichert – und dämpft zugleich die Erwartungen. Denn bis tatsächlich gebaut wird, werden wohl noch einige Jahre ins Land gehen. „Das ist keine Sache von heute auf morgen.“ Schließlich ist noch völlig offen, zu welchem Ergebnis die jetzt in Auftrag gegebene Studie kommt: Eher ein Neubau oder die Modernisierung der unter Denkmalschutz stehenden Schule? Mit einem Vorschlag rechnet Reichert noch in diesem Jahr. Unklar ist, wie lange es dann dauert, das nötige Geld dafür aufzutreiben. Nur eins steht fest: Den Schulstandort will die Gemeinde auf alle Fälle erhalten.