merken
PLUS

Pirna

Wie grün ist Heidenau?

Der Naturschutzbund diskutiert mit dem Bürgermeister und Bürgern über Bäume, Gärten, Wiesen und neue Ideen.

Der Bürgergarten in der Beethovenstraße in Heidenau. Projektkoordinator Christian Jentsch vom CJD macht sich nützlich. Gärtnern kann hier jeder, der das gerne tun möchte.
Der Bürgergarten in der Beethovenstraße in Heidenau. Projektkoordinator Christian Jentsch vom CJD macht sich nützlich. Gärtnern kann hier jeder, der das gerne tun möchte. © Norbert Millauer

Nein, es ging zwar um Grün, war aber keine politische Diskussion. Jedenfalls nicht vordergründig.

 Der Naturschutzbund, der seit vorigem Jahr eine Ortsgruppe in Heidenau hat, lud am Donnerstagabend ein – Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) und die Einwohner. Eine Handvoll kam und hatte mindestens genau so viele Fragen und Ideen.

Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Am Ende gibt es einige konkrete Beispiele und zwei Zusagen: Die Stadt wird gemeinsam mit den Bürgern ein „grünes“ Konzept erarbeiten. Das soll der Stadtgärtner über den Winter machen. Dafür will Opitz auch die Anregung nutzen, den Sachverstand von Studenten einzubeziehen. Der Naturschutzbund will zudem auch etwas Konkretes tun und wird sich dazu Projekte suchen.

Beispiel: Bürger- und Schulgärten

Alle Grundschulen haben Schulgärten, Bürgergarten gibt es erst einen, und zwar auf der Beethovenstraße, auf der Fläche des abgerissenen Gebäudes der Wohnungsgenossenschaft Elbtal. Hier kann gärtnern, wem ein eigener Garten zu viel, zu groß, zu teuer ist. Die Betreuung läuft über das Bürgerzentrum am Gumpertplatz. Noch nutzen den Bürgergarten relativ wenige. Dennoch sollen weitere solche Gärten in der Stadt entstehen. Auch der Naturschutzbund könnte einen übernehmen. Denkbar sei, dafür auch leere Parzellen in Kleingartenanlagen zu gestalten.

Beispiel: Grün in der Stadt

Die 3 473 kommunalen Bäume in Heidenau sind das, was zuerst auffällt – vor allem, wenn sie gefällt werden. Das geschah 2016 insgesamt 59-mal, 2017 waren es 83 Bäume, voriges Jahr 56, genau so viele wie bisher in diesem Jahr. 2016 wurden doppelt so viele Bäume gepflanzt wie gefällt, 2017 waren es 111, voriges Jahr 58 und dieses Jahr bisher acht, wobei die meisten immer erst im Herbst gepflanzt werden.

Alte und junge Bäume machen den Park an der Liebknechtstraße aus.
Alte und junge Bäume machen den Park an der Liebknechtstraße aus. © Norbert Millauer

Dennoch entwickelt sich das Verhältnis von Fällungen und Pflanzungen zuungunsten der Pflanzungen.

Blühende Heidenauer Beispiele sind die Kreisverkehre am Nord-Bahnhof, in Mügeln sowie die Ernst-Thälmann-Straße. Kritik wird immer wieder laut, dass sich zu viel auf Nord und Mügeln konzentriert, zu wenig in Süd gemacht werde. Dort gibt es mit dem Park an der Karl-Liebknecht-Straße, dem Bürgergarten und dem Stadtpark jedoch auch gute Beispiele für einige grüne Bereiche. Es könnten und sollen noch mehr werden. 

Wo was entstehen soll, werde ebenfalls in dem Konzept ausgewiesen. Flächen für Baumpflanzungen sind unter anderem auf der Nordstraße vorgesehen. Auch die großen Vermieter sollen in Sachen Grün sensibilisiert werden.

Blühender Kreisverkehr am Nord-Bahnhof. 
Blühender Kreisverkehr am Nord-Bahnhof.  © SZ/Sabel

Bürgermeister Opitz räumt insgesamt Reserven und Nachholbedarf ein, insbesondere bei diversen Konzepten, die jedoch Voraussetzung seien. „Wir alle wissen, beim Klima ist es fünf vor Zwölf.“ Das „grüne“ Konzept könne seiner Einschätzung nach in etwa einem Jahr vorliegen.

Idee: Nistkästen bauen

Eine konkrete Aktion des Naturschutzbundes ist der Bau von Nistkästen gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt. In Absprache mit der Stadt soll festgelegt werden, wo wann wie viele und wie angebracht werden können. Die Abstimmung soll unkompliziert erfolgen.

Idee: Mehr blühen als mähen

Der englische Rasen ist tot, es lebe die bunte Wiese: Früher war Mähen oberstes Gebot, heute soll es blühen, damit die Insekten wieder Überlebensraum haben. An der Christuskirche zum Beispiel wurde die Wiese nicht komplett gemäht, sondern eine blühende Mitte belassen. Das sei zum Beispiel auch auf der Schnellerstraße an der Gleißbergschule denkbar, regte eine Heidenauerin am Donnerstag an. Auch diese Gedanken sollen in das städtische Konzept einfließen.

Idee: Bäume verschenken

Die Gemeinde Hohwald hat es vor Jahren mal gemacht. Sie schenkte Eltern Neugeborener einen Baumgutschein. Die Gemeinde hatte zwei öffentliche Standorte ausgewählt, wo dann alle Bäume eines Jahres gepflanzt wurden. In Heidenau kämen da im Jahr um die 150 Bäume zusammen, die man ja auch auf privatem Grund und Boden pflanzen könnte, wie vorgeschlagen wurde. Bürgermeister Opitz hält von dieser Baum-Idee gar nichts. Er sieht unter anderem die Standortauswahl kritisch.

Den Befürwortern können es nicht genug Bäume für Heidenau sein. Schließlich gebe es immer mehr gefällte und immer weniger neu gepflanzte Bäume.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.

Und unseren ebenfalls kostenlosen täglichen Newsletter abonnieren Sie unter www.sz-link.de/pirnaheute.

Mehr zum Thema Pirna