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Wie grün ist Sachsen?

Ist der Freistaat klimafreundlich? Zahlen des Statistischen Landesamts verraten: Es ist noch Luft nach oben.

Die Landwirtschaft ist ein Hauptproduzent von Treibhausgasen – auch in Sachsen.
Die Landwirtschaft ist ein Hauptproduzent von Treibhausgasen – auch in Sachsen. © dpa/Philipp Schulze

Erst kürzlich ist die Klimakonferenz in Madrid ohne nennenswerte Ergebnisse zu Ende gegangen. Eine globale Lösung der Klimakrise wird immer unwahrscheinlicher. Umso mehr sind nun die Regionen gefragt – auch Sachsen.

Fischzucht auf Rekordtief

Die Klimaveränderungen ließen sich unmittelbar am Wetter wahrnehmen, heißt es im aktuellen Jahrbuch des Statistischen Landesamts. In Dresden wurden insgesamt 28 Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius gemessen – deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Auch die Menge des Niederschlags lag – vor allem in den Monaten Juli und August – weit unter dem Durchschnitt. Das hat Auswirkungen, beispielsweise auf die Fischzucht: Mit 2.215 Tonnen wurde weniger Fisch gezüchtet als sonst. Nach Angaben des Landesamts ist das trockene und heiße Wetter dafür verantwortlich. Der meistgezüchtete Fisch war mit 1.717 Tonnen der Gemeine Karpfen.

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Zu wenige erneuerbare Energien

Bei der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien hat Sachsen erheblichen Nachholbedarf. Nur 13,5 Prozent des Stroms werden im Freistaat mithilfe von Wind-, Solar- und Biogasanlagen gewonnen. Deutschlandweit sind es hingegen 33 Prozent. Wichtigster Energieträger ist hierzulande die Braunkohle, die noch immer drei Viertel des sächsischen Stroms erzeugt, in ganz Deutschland aber nur ein Viertel ausmacht. Dass erneuerbare Energien auch fernab der Küstenregionen funktionieren, zeigt ein anderer Freistaat: Im bayrischen Strommix stecken knapp 45 Prozent erneuerbare Energien.

Mehr Geld für Umweltschutz

Die Investitionen in den Umweltschutz sind gestiegen. 2017 steckten sächsische Unternehmen 2,6 Milliarden Euro in Investitionen, 4,3 Prozent davon in Umweltprojekte. Dazu zählt beispielsweise der Einbau von Kläranlagen und Luftfiltern. Damit ist die Quote auf dem höchsten Stand seit Jahren. Doch bundesweit liegt Sachsen auch hier eher hinten. In Nordrhein-Westfalen liegen 9,6 Prozent aller Investitionen im Bereich Umweltschutz.

Wenig Wälder, viele Felder

Der Wald gilt als klimafreundlich. Sachsen ist zu zehn Prozent von Siedlungen bedeckt, zu überwiegenden 83 Prozent von Vegetation. Doch davon sind nur ein Drittel Wälder, die CO2 binden und verwerten können, der Rest ist Nutzfläche der Landwirtschaft. Gedüngte Felder sind eine nicht zu unterschätzende Quelle von Treibhausgasen.

E-Autos sind selten

Elektrofahrzeuge bleiben in Sachsen Raritäten. Nur 0,1 Prozent der 2,1 Millionen Autos im Freistaat fahren elektrisch. Platzhirsch ist der Benzinmotor (71,6 Prozent). Mit Diesel fährt jeder Vierte. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind bei diesem Thema groß, die Stadt mit den meisten E-Autos ist Leipzig. Hier fahren 608 Autos bereits komplett elektrisch. Doch ihre Zahl steigt: Waren es 2017 noch 980 E-Autos in Sachsen und im Folgejahr 1.500, sind es derzeit etwas über 2.400.

Straßenbahn schlägt Bus

Immer mehr Sachsen steigen auf Bus und Bahn um. Seit Jahren steigt die Zahl der Nutzer kontinuierlich an. Mehr als 780.000 Menschen nutzen täglich die Straßenbahn, mehr als 600.000 Omnibusse. Trotz der Einführung des Plusbus-Systems in mehreren Teilen Sachsens stieg die Zahl der Straßenbahngäste schneller als die der Busgäste. Insgesamt wurden 511 Millionen Fahrten verbucht.

Weniger Fahrräder in Sachsen

Erstmals seit Jahren ging die Verbreitung von Fahrrädern zurück. Waren 2013 noch 77,3 Prozent aller sächsischen Haushalte im Besitz eines Fahrrades, sind es nun zwei Prozent weniger. Trotzdem radeln die Sachsen etwas mehr als der Durchschnitt der Bundesrepublik: Hier fahren 9,2 Prozent der Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit, während es in ganz Deutschland nur glatte neun Prozent sind.

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