merken
PLUS Bautzen

Wie gut setzt der Landkreis Inklusion um?

Inklusion heißt, dass alle teilhaben können – auch mit Handicap. Im Kreis Bautzen ist das oft nicht ganz einfach.

Katrin Henke und ihre Tochter Hanna sitzen im Speiseraum der Freien Schule in Weißenberg. Dort besucht das Mädchen mit Downsyndrom die 5.Klasse.
Katrin Henke und ihre Tochter Hanna sitzen im Speiseraum der Freien Schule in Weißenberg. Dort besucht das Mädchen mit Downsyndrom die 5.Klasse. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die EU-Behindertenrechtskonvention schreibt es vor: In unserer Gesellschaft hat jeder das Recht auf Teilhabe. Inklusion nennt sich das. Jedem steht das gleiche Recht zu, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Verwechselt wird das oft mit der Integration, bei der eine Gesellschaft aus einer relativ homogenen Mehrheit besteht, in die sich eine kleine Gruppe „anderer“ integrieren, also anpassen muss. Im Kreis Bautzen gibt es einige inklusive Projekte – doch auch noch viele Schwachstellen.

An den Schulen besteht Nachholbedarf

„Der Kreis Bautzen hat den geringsten Anteil an inklusionsorientierten Schulen in Sachsen“, erklärt Stefan Kühne vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung. Der Anteil an Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist im Kreis eher gering – nur 6,8 Prozent der Kinder sind betroffen. Dennoch schaffen es im Kreis Bautzen anteilig weniger dieser Kinder auf eine Regelschule, als in anderen Kreisen: Hier gibt es Nachholbedarf.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Der Sport wagt sich vor

Der Kreissportbund hat einen Integrationsbeauftragten, der Vereinen bei Projekten hilft. Bei der Inklusionssportwoche im September möchte er Vereine und Interessierte zusammenbringen. Einige solcher Projekte gibt es bereits; zum Beispiel im Tanzclub in Kamenz. Auch der Wassersportverein Lausitzer Seenland arbeitet inklusiv. Gleich mehrere inklusive Sportvereine gibt es in der Gegend um Hoyerswerda. Das Manko: Um Bautzen sieht es mau aus.

Bei Events wird an Inklusion gedacht

Am 5. Mai drehen Läufer in Kamenz wieder ihre Runde beim alljährlichen Lausitzer Blütenlauf. Dabei gibt es auch einen Inklusionslauf. „Das Ziel ist, gemeinsam mitzumachen. Der Inklusionslauf ist mittlerweile ein Selbstläufer geworden, das ist gut“, wertet die Behindertenbeauftragte des Landkreises, Franziska Pohling.

Museen müssen dranbleiben

Weiterführende Artikel

Ausgeschlossen vom normalen Leben

Ausgeschlossen vom normalen Leben

Deutschland hat sich zu Inklusion verpflichtet. Doch Autisten im Kreis Bautzen sehen große Probleme.

„Ein positives Beispiel gab es in Bautzen. Das Museum hat Führungen für Sehbehinderte angeboten“, erinnert sich Franziska Pohling. „Das darf keine Eintagsfliege bleiben“, sagt sie.

Weitere Infos: „Wegweiser für und mit Menschen mit Behinderung“, www.landkreis-bautzen.de/92.html

Mehr zum Thema Bautzen