merken
PLUS

Wie Hochländer Whisky-Freunde schottische Destillen bestechen

Der Single Malt Whisky Club reist seinem Lieblingsgetränk hinterher. Seine Kritiken sind den Schotten Gold wert.

Von Kay Haufe

Bernsteinfarben glänzt der Whisky im Glas. Jens Burkhardt lässt ihn langsam darin kreisen und hält seine Nase dicht über das hochprozentige Getränk. „Unglaublich, welche fruchtigen Aromen der zwölfjährige Glenlivet hat“, sagt der Chef des Whisky-Clubs. Viele andere am Tisch stimmen ihm zu. Doch sie schnuppern auch andere Nuancen heraus. Fein säuberlich notieren die Schriftführer die Ergebnisse des sogenannten „Nosings“. Den Duft nach reifen Birnen etwa, nach grünen Halmen oder sogar weichem Karamell. „Wir bedienen uns bei der Geruchsprobe aller Begriffe, die uns spontan in den Sinn kommen“, sagt Burkhardt und setzt sogleich zum „Tasting“ an. Schließlich muss der Tropfen auch verkostet werden.

TOP Immobilien
TOP Immobilien
TOP Immobilien

Finden Sie Ihre neue Traumimmobilie bei unseren TOP Immobilien von Sächsische.de – ganz egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus!

Im Anschluss kommt ein ganz besonderer Whisky ins Glas, den die mehr als 20 Teilnehmer der monatlichen Club-Runde in Weißig verkosten. Ihn hat Jens Burkhardt direkt in der Glenlivet-Destille abgefüllt. Gemeinsam mit sechs weiteren Club-Freunden besuchte er den kleinen Ort vor wenigen Tagen zur Whisky-Tour durch Schottland. „Die haben extra für uns eine Führung vorbereitet. Normalerweise sind die Besucherzentren um diese Zeit noch geschlossen“, sagt Jens Burkhardt, und Stolz schwingt in seiner Stimme mit. Seine zahlreichen Reisen nach Schottland haben inzwischen zur Folge, dass sich Türen wie von selbst öffnen. „Natürlich wollen die Schotten auch was dafür haben“, sagt der 48-Jährige. Und seine Mitreisenden wissen genau, was er meint. Nicht etwa Geld, sondern fundierte Kenntnisse der Single-Malt-Herstellung und der vielen schottischen Destillen. „Damit haben wir unseren Führer so begeistert, dass er uns noch zahlreiche andere Jahrgänge als vorgesehen probieren ließ“, sagt Burkhardt und lacht. Anschließend lässt er einen Beutel mit gemälzter Gerste herumgehen, die in der Glenlivet-Destille neben Wasser der Grundstoff des Whiskys ist. Alle kosten die Körner, die einen süßen Geschmack haben.

„Die Mitarbeiter der Destille kennen uns bereits seit vielen Jahren. Denn sie lesen regelmäßig unsere Nosing & Tasting- Berichte, die wir von unseren Verkostungen ins Internet stellen. Genau wie die Betreiber vieler anderer Brennereien wie die in Oban“, sagt Burkhardt. Hin und wieder werde er sogar gebeten, die Berichte ins Englische zu übersetzen. „Doch das würde unsere Begriffe verfälschen. Das können die schön selbst machen“, sagt der hauptberufliche Software-Entwickler. Großen Zuspruch habe die Vereinsseite auch von Whisky-Importeuren. „Und zu Weihnachten haben wir jede Menge Klicks von Privatpersonen, die einfach einen guten Whisky verschenken wollen. Sie holen sich bei uns Anregungen.“

2007 hat Burkhardt den Single Malt Whisky Club als Forum für Freunde des „Wassers des Lebens“ gegründet. 17 Mitglieder hat der Verein im Schönfelder Hochland bereits. Zu den monatlichen Nosing &Tasting-Treffs kommen meist noch mehr Gäste. „Die Schottland-Reise war natürlich ein Höhepunkt. Aber wir haben auch sonst viel Spaß beim Besprechen unseres Lieblingsgetränkes“, sagt Burkhardt.

Nächster Vereinstreff am 6. Mai um 20.30 Uhr in Keiligs Weinstuben Radeburg, Thema: Nosing and Tasting „Islays wilde Nachbarin: Jura Spezial“