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Wie in Afrika: Nix los

Kamerunschaf Emmy hat Zwillinge bekommen. Die haben auch schon Namen: Leo und Lea.

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Von Ivette Wagner

So ein bisschen zickig darf auch ein Schaf sein. Emmy blökt durch die Gegend. Stänkert mit Pfleger Sven Schneider. Schließlich will er ihr ja auch die Kinder entreißen. Nur für einen kurzen Moment natürlich. „Sie verteidigt ihre Babys“, sagt Revierleiterin Sieglinde Tag. „Die Mutter-Kind-Beziehung ist gerade in den ersten Tagen sehr wichtig. Deshalb bleiben sie auch fünf Tage gemeinsam im Stall.“ Am Donnerstag kamen die Kamerunschaf-Zwillinge Lea und Leo auf die Welt. „Momentan macht uns Lea Sorgen“, so Sven Schneider. „Sie hat zwar schon gestanden, schläft aber ansonsten sehr viel.“ Mehrlingsgeburten seien bei Schafen durchaus gefährlich, da die Mutter ihre Energie aufteilen müsse.

Immer ran an die Schweine

An Energie mangelt es Elvi gar nicht. Die einzige Ziege im Streichelgehege steht auf Körperkontakt. Zumindest dann, wenn Sieglinde Tag mit einem Plastikeimer das Terrain betritt. Darin ist Futter. „Mittlerweile kennen die Tiere hier die Abläufe“, so Sieglinde Tag. „Wenn ich beispielsweise unsere beiden Schweine füttere, steht Elvi daneben. Es könnte ja was für sie daneben fallen .“

Bis vor ein paar Wochen konnten die Gäste im Streichelgehege noch drei Schweinen bei ihren täglichen Schnüffelrunden zusehen. Frieda allerdings erlag einem Hitzschlag. „Das ist bisher das einzige Tier, das es erwischt hat“, so Sieglinde Tag. „Gott sei Dank!“ Die hohen Temperaturen belasten die Zoobewohner. Viele suchen sich schattige Plätze, sind träge, liegen faul herum. „In Afrika ist in der Mittagshitze auch nichts los“, sagt Zookurator Roland Brockmann. „So ist das im Moment hier.“

Immer schön viel duschen

Die Grünpflanzen im Zoo haben ebenso Probleme mit der Hitze. „Wir versuchen den Rasen grün zu halten“, sagt Roland Brockmann. Dafür werden täglich mehrere Sprenger aufgebaut und immer wieder umgesetzt. Teilweise kommt das Wasser dafür aus den Teichen oder einem Brunnen. Die Tiere bekommen natürlich auch Extrarationen.

Die Chinchillas im Streichelgehege ziehen ihren schattigen und kühlen Bau vor. „Sie haben Wasser überhaupt nicht gern“, sagt Sven Schneider. Und schon ist er am Plaudern. Denn sein Chinchilla-Pärchen, das er zuhause hat, ist ziemlich wild. „Sie können nicht miteinander und nicht ohne einander“, sagt er. „Das Weibchen trägt jetzt, mal sehen wie ihr Verhältnis nach der Geburt wird.“ Nach den Ferien bekommen dann die Chinchillas im Zoo ein größeres Zuhause. Das haben die Hasen und Meerschweinchen schon. Sie futtern sich in aller Ruhe durch Gurken, Möhren und Äpfel. „Die meisten Tiere bleiben drin, weil es ihnen einfach zu heiß ist“, sagt Sieglinde Tag. Der Marder hat sich dagegen nach draußen verzogen, ein paar Mäuse sitzen drinnen in einem halben Brotlaib. Ein paar Artgenossen wollen das auch und drängeln sich rein, geben aber nach kurzer Zeit auf. Spätestens da wird klar: Nicht nur Schafe können zickig sein.

Der Dresdner Zoo hat täglich von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet.

www.zoo-dresden.de