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„Wie ist das eigentlich so als Musiker?“

Der Gitarrist Julian Wolf beantwortet in seinem zweiten virtuellen Konzert-Video Fragen seines Publikums und stellt die Live-Musik diesmal hinten an.

Gitarrist Julian Wolf in der Bar jeder Vernunft in Meißen
Gitarrist Julian Wolf in der Bar jeder Vernunft in Meißen © privat

Weinböhla. Musiker zu sein scheint etwas von Magie zu haben. Leute verabreden sich, besuchen einen Künstler bei seinem Auftritt. Das Equipment steht schon lange vor dem Einlass bereit, eingespielte Hintergrundmusik läuft leise, die Scheinwerfer strahlen schwach. Punkt 20 Uhr geht das Licht richtig an, Applaus ertönt und ein circa 90 Minuten langes Konzert erfreut die Fans von Julian Wolf. Danach ist der Gitarrist wieder schnell verschwunden und das Publikum noch Stunden danach begeistert. So war es zuletzt bei der Boogie-Woogie- und Blues-Nacht in der Meißner Weinbar „Vinolovio“, wird der SZ berichtet.

Wolf selbst konzipiert den Ablauf dieses Spektakels bewusst so: „Das Publikum soll sich wohlfühlen, abwarten und gespannt sein, bevor es richtig losgeht. Vor dem Auftritt muss die gesamte Technik aufgebaut sein und funktionieren, der Soundcheck muss am besten schon Stunden vor dem Konzertbeginn geschehen und die Atmosphäre vor dem Eintreffen der Leute soll stimmig sein. Es ist ein großer Aufwand, erfordert höchste Konzentration und eine detaillierte Planung im Voraus.“ Was hinter der Bühne alles passiert und wie es ist auf Tournee zu sein und mit Musikinstrument im Koffer zu reisen,  berichtet der Weinböhlaer am Sonntag in seinem zweiten Musik-Video in Zeiten der Corona-Krise. Diesmal aus der Bar jeder Vernunft in Meißen.

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„Es war schön zu sehen, dass sich viele Leute für mich, meine Arbeit und mein Werk interessieren. Mehr als 100 Fragen haben mich über soziale Netzwerke und per Mail erreicht. Alle Fragen konnte ich natürlich nicht beantworten, aber einige interessante schon“, erzählt Wolf, der nun schon seit 2016 professionell als Musiker unterwegs ist. 

Für einige Themen und Erfahrungen scheint sich das Publikum aber besonders zu begeistern: „Am häufigsten werde ich gefragt, wie viele Gitarren ich besitze. Das kann ich zwar überhaupt nicht nachvollziehen, aber ich beantworte auch die gleichen Fragen immer wieder gerne. Interessant war es auf jeden Fall zu sehen, dass mich viele Leute als Solo-Künstler schätzen und mich nicht nur aus meiner Zeit mit der Band kennen.“ 

Julian Wolf gründete im Oktober 2016 die Radebeuler Funk-Rock-Band namens „Funk Fragment“, gewann mit ihr zusammen deutschlandweit mehrere Bandwettbewerbe, spielte unter anderem auf der Frankfurter Musikmesse und auf dem Hurricane Festival in der Nähe von Bremen. Im Winter 2019 verließ der Gitarrist und Co-Komponist die Gruppe und begann seine erste Europa-Tournee im Januar 2019.

Auch das Prominentwerden beschäftigt Wolfs Zuschauer, die ihn fragten, wie sich es anfühlt, eine Person des öffentlichen Lebens zu sein und andauernd erkannt zu werden. Die Antwort fiel nüchtern aus: „Zum Glück werde ich nicht immer und überall erkannt, aber wenn, dann freue ich mich sehr darüber, dass die Leute mich wertschätzen, sich für mich interessieren, Fragen stellen oder darüber berichten, wie ihnen das Konzert gefiel, das sie besucht haben. Schwierig wird es nur, wenn ich privat unterwegs bin, einen ruhigen Abend genießen möchte und dann angesprochen werde. Aber auch dann ist mein Publikum sehr höflich und versteht es, wenn ich nicht gestört werden möchte.“

Alle Fragen und Antworten gibt es ab Sonntag auf Wolfs YouTube-Kanal.

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