merken
PLUS Wirtschaft

Wie Käse und Öl aus Sachsen wertvoller werden sollen

Agrarminister Wolfram Günther möchte regionale Produkte „aus der Nische“ holen. Eine Tagung zeigt, dass jetzt die passende Zeit sein könnte.

Wolfram Günther (Grüne), Landwirtschaftsminister von Sachsen
Wolfram Günther (Grüne), Landwirtschaftsminister von Sachsen © Archivbild/Jan Woitas/dpa

Dresden. Der Altenburger Ziegenkäse ist in der Leipziger Region als Spezialität bekannt – aber in Görlitz? Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) fand sich am Mittwoch rasch in einer Diskussion über die Frage wieder, welche regionalen Produkte sich wie vermarkten lassen. Günther hatte rund 40 Experten zu einer Auftaktveranstaltung „regionale Wertschöpfung“ aufs Radeberger Schloss Klippenstein eingeladen. Doch schon bei ihrer Vorstellungsrunde zeigte sich: Jeder plant anders. Der Gastronom Sven-Erik Hitzer aus Schmilka hätte am liebsten bald 50 Prozent Bio-Anteil an Sachsens Landwirtschaft. „Um Gottes willen“, stöhnte bei diesem Wunsch ein Biobauer aus dem Raum Görlitz. So viele Ökoprodukte ließen sich nur schwer vermarkten – und würden den vorhandenen Nischen-Erzeugern womöglich das Geschäft verderben.

Minister Günther allerdings will sowohl regionale als auch Bio-Produkte zumindest „raus aus der Nische“ holen und auch erfahren, wie sein Ministerium dabei helfen kann. Er hat ein neues Referat „Regionale Wertschöpfung, Ökolandbau“ unter Leitung von Henning Kuschnig eingerichtet und plant mehr Veranstaltungen zur Vernetzung.

Anzeige
Wer eigenmächtig saniert, verliert viel Geld
Wer eigenmächtig saniert, verliert viel Geld

Eigentümer sollten nicht blind darauf vertrauen, die Kosten von der WEG erstattet zu bekommen. Das sollten sie wissen.

Höhere Erträge mit Bio-Produkten

Interesse daran haben sächsische Hersteller wie Judith Faller-Moog, die in Lommatzsch die Ölmühle betreibt, oder die VG Verbrauchergemeinschaft in Dresden. Der sächsische Bauernpräsident Torsten Krawczyk wünscht sich „mehr Transparenz in der Wertschöpfungskette“. Gemeint ist: Die Bauern möchten wissen, wer an ihren Produkten verdient – zumal sie selbst laut Minister Günther bisher „von einer Preiskrise in die andere“ stolperten. Mit Produkten aus der Region und mit Bio ließen sich höhere Preise pro Hektar erzielen, sagte der Minister. Wenn die Verbraucher einen Bezug zu den Produzenten bekämen, müssten die Bauern nicht länger um Wertschätzung kämpfen.

Laut Günther haben viele Verbraucher in der Corona-Zeit „ein gesteigertes Bewusstsein“für die Bedeutung der Versorgung entwickelt. Die Zeit sei daher günstig, gemeinsam regionale Produkte zu vermarkten. Ein Bio-Händler aus Leipzig allerdings merkte selbstkritisch an, durch viele kleine Lieferanten komme es auch zu viel Verkehr. Das sei nicht immer effizient.

www.regionales.sachsen.de

Mehr zum Thema Wirtschaft