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Wie Kaufland sich neu erfindet

Seit gestern sind die Umbauten in Ebersbach abgeschlossen. Zumindest jene, die die Kunden wahrnehmen. Hinter den Kulissen geht’s weiter.

Von Matthias Klaus

Jiri Zemann hat schon einen Lieblingsplatz im umgebauten Ebersbacher Kaufland. „Die Toilette“, sagt der Mann aus der Rumburker Gegend. Die Toilette? Ja, erklärt Zemann. Zum einen ist sie ja nun komplett neu, und was noch viel besser sei: Sie befindet sich gleich am Eingang. „Früher musste ich erst mal an den Kassen und den Leuten vorbeilaufen, wenn ich mal musste“, schmunzelt der Tscheche. Das sei zwar nicht schlimm, aber auch nicht unbedingt angenehm gewesen. Jetzt könne er, wenn er nach der Anreise aus dem Nachbarland ein dringendes Bedürfnis verspürt, gleich nach der Ankunft aufs Örtchen abbiegen. Jiri Zemann: „Ich weiß ja, ist nicht gerade das wichtigste Thema nach den Umbauten hier. Aber für viele Kunden bestimmt eine Erleichterung.“ Und das wohl im wahrsten Sinne des Wortes.

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Kaufland Ebersbach, die Abteilung Obst und Gemüse: Die Mitarbeiter Karola Schallansky und Alfred Sehlert präsentieren das Sortiment. Generell hat sich die Verkaufsfläche des Supermarktes vergrößert, eine Wurst-Fleisch-Käse-Theke wurde eingebaut.Foto: Matt
Kaufland Ebersbach, die Abteilung Obst und Gemüse: Die Mitarbeiter Karola Schallansky und Alfred Sehlert präsentieren das Sortiment. Generell hat sich die Verkaufsfläche des Supermarktes vergrößert, eine Wurst-Fleisch-Käse-Theke wurde eingebaut.Foto: Matt

Seit gestern ist das „alte“ Kaufland Ebersbach passé. Die Umbauten, die Mitte August begonnen hatten, sind abgeschlossen. „Zumindest die, die für die Kunden sichtbar sind“, sagt Hausleiterin Simone Rehermann. Im Januar, Februar sollen dann auch die neuen Sozialräume für die Mitarbeiter fertiggestellt sein. Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft, oder auch schon mittendrin, hat sich das Ebersbacher Kaufland neu erfunden. Im Jahr 2000 waren die Neckarsulmer eingezogen. Zeit, vor allem die Technik auszuwechseln. Auf der Kühltechnik lag der Schwerpunkt der Umbauarbeiten. Das neue Heizungs- und Kühlsystem des Hauses ist nun so ausgelegt, dass die Abwärme der Kühlaggregate gespeichert und zum Heizen des Marktes genutzt wird. Energieeffizienz ist das Stichwort. Neben der Toilette im Eingangsbereich sind vor allem die drei Pfandflaschenautomaten gegenüber eine Neuerung. „Ich finde, das ist gegenüber der vorherigen Lösung, als die Flaschen per Hand entgegengenommen wurden, eine saubere, hygienische Sache, sagt Hausleiterin Frau Rehermann. Personal wurde mit den Automaten nicht eingespart. Die Ebersbacher-Kaufland-Chefin nimmt die SZ mit hinter die Kulissen der Automaten-Flaschenabgabe. Dort zeigt sich: Die Kästen werden weiterhin von den Kolleginnen gestapelt, die Auffangbehälter entleert. Insgesamt sind etwa 90 Mitarbeiter im Ebersbacher Kaufland beschäftigt „Allerdings nicht alle in Vollzeit“, sagt die Hausleiterin. Ebenfalls neu im Supermarkt an der Johann-Andreas-Schubert Straße: Die neue Bedienungstheke für Fleisch, Wurst und Käse. „Das gab es bisher bei uns noch nicht“, sagt Simone Rehermann. Molkereiprodukte, Wein und Spirituosen, Drogerie – Kaufland will eine größere Auswahl bieten.

Mit der Eröffnung der Bedientheke wurden zudem Mitarbeiter eingestellt, fünf insgesamt. Ebenfalls neu: Der Frischebäcker bietet mit über 30 Artikeln ein größeres Angebot an Brot- und Backwaren, die frisch vor Ort gebacken werden. Die Kunden können sich selbst bedienen. „Ein schicker Markt“, findet das Ehepaar Schubert aus Dresden. Sie kommen gerade aus Tschechien, sind auf der Durchreise und wollen nur ein paar Snacks und etwas zu Trinken für die Fahrt kaufen. Klar, sagt Herbert Schubert, neu sieht immer toll aus. Aber, so bemerkt er schmunzelnd, das Auge kauft eben mit ein. Auch Ehefrau Corinna ist vom Ebersbacher Kaufland angetan. „Ich finde es immer gut, wenn man unterschiedliche Sachen schnell kaufen kann“, sagt sie mit Blick auf die benachbarten Geschäfte wie etwa OBI und Tankstelle. Mit den Umbauten sind auf dem Parkplatz ein paar Stellflächen verloren gegangen – dort, wo jetzt der Anbau für die Leergutautomaten steht.

Kaufland-Hausleiterin Simone Rehermann wüsste eine Lösung, wie man der Parkplatzproblematik gerade vorm Wochenende oder den Feiertagen Herr werden könnte. „Mit einem Parkdeck“, sagt sie. Allerdings müssten da erst Baubehörden grünes Licht geben. Im Moment ist Frau Rehermann mit dem neuen Parkkonzept nach dem Umbau zufrieden, wie generell mit dem Ergebnis überhaupt. „Es sieht wirklich alles gut aus. Das Weihnachtsgeschäft kann losgehen“, sagt sie. Das Ebersbacher Kaufland kommt jetzt in einem Anthrazit-rot-Ton daher. Inzwischen haben auch fast alle der früher eingemieteten Geschäfte wieder einen Platz gefunden: Bäcker, Fleischer, Zeitschriften- und Tabakhandel, Blumenladen. Am Reisebüro wurde gestern noch fleißig gearbeitet.

Jiri Zemann und Gattin haben ihren Einkauf inzwischen erledigt und schieben den vollgeladenen Wagen über den Parkplatz zu ihrem Skoda. Sie kommen fast wöchentlich zum Einkauf nach Ebersbach. „Ist auch wie eine Art kleiner Ausflug“, sagt Jiri lachend.