SZ +
Merken

Wie Kodersdorf Energie sparen will

Die Gemeinde macht seit zwei Jahren beim europäischen Energiewettstreit eea mit. Bald steht die erste Prüfung an.

Teilen
Folgen

Von Katja Schlenker

Wenn Kodersdorf den Titel „Europäische Energie- und Klimaschutzkommune“ erhalten will, muss sich noch einiges verändern. Das geht aus einer internen Überprüfung hervor, erklärt Energieberater Roland Michler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Derzeit werden 28 Prozent erreicht. Dieser Wert müsse auf mindestens 51 Prozent gesteigert werden. Dieses Ziel soll bis zum Herbst des kommenden Jahres erreicht werden, weil dann das erste offizielle Audit durchgeführt werden soll.

Jedoch solle sich keiner von dem geringen Prozentsatz irritieren lassen. „Wir haben schon viel gemacht“, sagt Bürgermeister René Schöne (CDU). „Und stellen fest, dass wir schon ganz gut sind.“ Denn am Anfang muss zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht werden. Das kostet enorm Zeit, bringt aber nicht allzu viele Prozentpunkte. Andere Kommunen der Region wie Niesky, Rothenburg, Hohendubrau oder Rietschen sind hingegen seit vielen Jahren bei dem europäischen Energiewettstreit eea dabei und hätten durch Kontinuität die entsprechenden Ergebnisse zustande gebracht, sagt Roland Michler. Und Prozentpunkte gibt es eher für umgesetzte Maßnahmen.

So hat der Gemeinderat in seiner Sitzung im März beschlossen, die Oberschule, die Feuerwehr, den Bauhof, die ehemalige Arztpraxis, die Abwasserkläranlage und die Straßenbeleuchtung in den nächsten Jahren energetisch zu sanieren. „Wir haben geprüft, wie wir die Anlage der Oberschule zu einem Blockheizkraftwerk umbauen können“, sagt René Schöne. Ziel sei es, den Strom daraus selbst zu verbrauchen und den Bereich drum herum auch mit der Wärme des Blockheizkraftwerkes zu versorgen. Kodersdorf sei auf einem guten Weg, erklärt der Bürgermeister, obwohl es ein großer Verwaltungsaufwand sei. Dieser lohne es sich jedoch, weil die Gemeinde dadurch bessere Möglichkeiten für Fördermittel habe.

Momentan wird über das Thema Ökostrom nachgedacht. Wenn die Gemeinde den Anteil daran in öffentlichen Gebäuden um ein Drittel erhöhen würde, wäre eine finanzielle Mehrbelastung in Höhe von rund 400 Euro pro Jahr die Folge. Ein anderer positiver Effekt wäre hingegen, dass dann in der Oberschule oder dem Kindergarten angefangen und dabei das Energiesparen in den pädagogischen Bereich integriert werden könnte. „Die Kinder werden so an eine naturverbundene Lebensweise herangeführt“, sagt Roland Michler. „Und damit auch an das Energiesparen.“ Und mit der Umstellung auf Ökostrom können weitere wertvolle Punkte gesammelt werden.