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Gastro-Krise: Kampf ums Restaurant-Buffet

Die Corona-Hygiene-Regeln verbieten Gästen, sich selbst zu bedienen. Manche Dresdner Lokale haben sich jedoch genau darauf spezialisiert. Was sie jetzt machen.

Dresdens Tourismus-Chef Johannes Lohmeyer
Dresdens Tourismus-Chef Johannes Lohmeyer ©  Archiv: Rene Meinig

Dresden. Im chinesisch-mongolischen Restaurant Dschingis Khan waren die Tische vor  Beginn der Corona-Einschränkungen stets gut gefüllt. Auch viele asiatische Gäste kamen. Besonders beliebt war das Essen vom Buffet, das nicht nur preisgünstig war, sondern mit Vor- und Hauptspeisen, Desserts und Sushi eine große Vielfalt bot. 

Inzwischen hat das Dschingis Khan wieder geöffnet. Aber wie funktioniert das jetzt mit dem Buffet? Laut Mitarbeiterin Ming Wong hält das Lokal nach wie vor am Buffetangebot fest. Doch die Gäste dürfen sich nicht selbst daran bedienen. "Wir haben zwei Varianten gefunden. Entweder die Gäste kreuzen auf ihrem Wunschzettel das Essen an, was sie vom Buffet wollen und wir bringen es an den Tisch. Oder sie kommen mit uns zum Buffett und zeigen, was sie wollen", sagt Wong. Dies funktioniere ganz gut. Deshalb bietet das Dschingis Khan auch wieder fast die gesamte Auswahl an Speisen an wie vor Corona.

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Allerdings kommen die Kunden erst zögerlich, sagt Frau Wong. Verglichen mit dem Vorjahr kommen sie bisher nur auf 20 Prozent der Gäste. Das liegt natürlich auch daran, dass  Touristen aus dem Ausland noch fehlen. Dabei bietet das große Restaurant neben dem Kugelhaus durch seine Größe gute Voraussetzungen, dass der Abstand gewahrt wird. "Wir hoffen, dass es bald besser wird", sagt Wong.  

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Kein Buffet, weniger Gäste

Auch im griechischen Restaurant Olympia war das Buffet bisher der Renner. Inhaber Nikos Lois kann es derzeit aber nicht anbieten. Die Gäste müssen à la carte speisen. "Viele rufen uns an und fragen, wann es endlich wieder losgeht. Aber wir wissen noch nichts Genaues", sagt der Inhaber des Tolkewitzer Lokals. Täglich schaut er im Internet nach, ob es neue Regeln für die Restaurants gibt. Doch bisher vergeblich. "Die Kunden lieben uns wegen des Buffets. Solange es das nicht gibt, kommt nur ein kleiner Prozentsatz und wir sind die Leidtragenden", sagt Lois. 

Viel mehr Aufwand - so beschreibt Thomas Gaier, der Chef vom Schloss Eckberg die Situation beim Frühstück derzeit  in seinem Hotel. "Wir bringen alles extra zu den Tischen, nur die abgepackten Dinge wie Honig oder Nutella können sich die Gäste selbst nehmen", so Gaier. Er brauche nun viel mehr Personal. Mitarbeiter, die er aufgrund der angespannten Personallage in Dresden ohnehin nur schwer findet.

Kurios: Gar nicht böse darüber, dass aktuell keine Buffets erlaubt sind, ist Sushi-König Wolle Förster. "Dann probieren die Gäste mal unser komplettes Angebot aus der Karte und nicht nur das Sushi vom All-you-can-eat-Buffet", sagt er. Aktuell seien seine Läden aber noch zu. Die Filiale auf der Maxstraße renoviert er gerade für rund 80.000 Euro. Am 17. Juli feiert er dort Wiedereröffnung. Am 19. Juni öffnet sein Laden in Radebeul wieder. 

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Frühstückszeiten vorher anmelden

Auch Dresden Tourismus-Chef und Hotelbetreiber Johannes Lohmeyer spricht von deutlich mehr Aufwand am Frühstücksbuffet. Im Best Western Macrander an der Stauffenbergallee sind zwar die Zimmer wieder gut gebucht - viele Gäste stellen seine Mitarbeiter aber vor eine große Herausforderung. So mussten am Pfingstwochenende jeden Morgen mehr als 300 Menschen versorgt werden. Das Problem: Im Frühstücksraum ist eigentlich Platz für 100 Gäste, mit der Abstandsregelung dürfen aber nur 45 Plätze besetzt werden. Lohmeyer lässt die Frühstückenden deshalb auch in den anderen Räumen des Hotels Platz nehmen. Mitunter müssen seine Gäste nun zwar lange Wege in die Foyers und den Wintergarten in Kauf nehmen, beschwert hätte sich darüber aber bislang niemand. Wenn so viel los ist, müssen sich die Gäste am Abend vorher bereits entscheiden, wann sie frühstücken gehen wollen - dann ist der Ansturm nur mit einem Drei-Schichtsystem in den Griff zu bekommen.

Am Buffet selbst ist derzeit gut 50 Prozent mehr Personal im Einsatz. "Wirtschaftlich ist das nicht." Zumindest hat Lohmeyer keine Personalsorgen: Mit den zusätzlich benötigten Kräften am Buffet kann er mehr Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen. Sie geben etwa warmes Essen am Buffet aus, das sich die Gäste normalerweise selbst nehmen. Frische Salate werden in Gläser abgefüllt, sodass die sich jeder seine Portion schnell mitnehmen kann. Auch das große Angebot an Säften wurde reduziert. Wartezeiten am Buffet will Lohmeyer eigentlich vermeiden, doch das ist aufgrund der Abstandsregelung kaum möglich. 

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