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So kämpfen Dresdens Einkaufszentren

Immer häufiger stehen in den kleineren Centern Läden leer. Doch die Betreiber haben Ideen dagegen entwickelt.

Im Seidnitz-Center an der Enderstraße stehen derzeit zwei Läden leer.
Im Seidnitz-Center an der Enderstraße stehen derzeit zwei Läden leer. © Sven Ellger

Altmarkt-Galerie, Elbepark, Centrum-Galerie, Kaufpark in Prohlis - in den großen Einkaufzentren der Stadt ist der Besucheransturm hoch. Doch wie sieht es in den kleineren Zentren in den Stadtteilen aus? 

Fontane-Center: Lang herrscht Stillstand, nun wird gefeiert

Es ist schon eine Weile her, dass im Fontane-Center in Klotzsche eine Neueröffnung gefeiert wurde. Anfang 2016 hat Tino Ruscher am Sargader Weg sein e-Bike-Center eröffnet. Der Inhaber hatte sich damals bewusst für den Standort entschieden und sagte der SZ, dass das Center aus dem Dornröschenschlaf erwache. Doch neue Läden sind seitdem nicht dazugekommen. Stattdessen wurde 2018 die Postbank-Filiale geschlossen, Ende vergangenen Jahres ging der Inhaber der Reinigung "Ihr Wachbär" in den Ruhestand. Bald soll es trotzdem Anlass zum Feiern geben: Rena Textilpflege wird nach einem Umbau des Geschäfts an der gleichen Stelle wie die vorherige Reinigung demnächst eröffnen. Dann gibt es im Klotzscher Einkaufszentrum 13 Geschäfte. Daneben sind in dem Komplex sieben Büros untergebracht.

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"Leider sind tatsächlich noch ein paar freie Flächen verfügbar", räumt allerdings Eva Thurau von der Reco Immobilien- und Verwaltungsgesellschaft ein, die das Center verwaltet. Eine genaue Zahl der leerstehenden Läden wollen die Eigentümer nicht verraten. Auf der Homepage des Fontane-Centers werden aber fünf Läden sowie ein Büro für die Vermietung beworben. "Wir sind mit einigen Interessenten im Gespräch, können dazu aber noch keine genaueren Details verraten", sagt Thurau. Ein Optiker oder Hörgeräte-Akustiker sowie eine Drogerie würden das Angebot aber am besten ergänzen, sagt sie. Daneben gebe es auch diverse Pläne, das Center umzubauen oder umzunutzen. "Sobald wir da ein genaues Konzept, auch in Rücksprache mit den Mietern, erarbeitet haben, werden wir das auch bekanntgeben", sagt Thurau.

Otto-Dix-Center: Läden stehen leer, Umbau geplant

Richtig ruhig ist es zuletzt um das Otto-Dix-Center (ODC) geworden. Während der Eigentümer,  die Schweizer Estate Portfolio Consulting AG, 2018 noch ankündigte, mit dem Umbau demnächst zu beginnen, lässt er die SZ-Anfrage zum aktuellen Stand der Pläne jetzt unbeantwortet. Zuletzt war davon die Rede, dass es Läden künftig nur noch auf 7.700 Quadratmetern im Erdgeschoss geben soll - das betrifft auch den Einkaufsmagneten Kaufland, der dann aus der oberen Etage umziehen müsste. Weitere Mieter, etwa eine Apotheke oder eine Postfiliale mit Paketshop, wollte der Eigentümer suchen. Das erste Obergeschoss sollte zwei Mietern vorbehalten sein: dem Möbelmarkt, der vom Anbau ins Hauptgebäude umzieht, und einem Fitnessstudio. Zudem war vorgesehen, dass Flächen für Seniorenwohnungen und Pflegeplätze genutzt werden. Die Idee einer neuen Nutzung ist sicherlich nicht die schlechteste für einen Standort, an dem den Läden die Kundschaft fehlt. Auf der Internetseite des Projektentwicklers ICG wird das ODC und die geplante Nutzungsänderung vorgestellt - mit der Fertigstellung im zweiten Quartal dieses Jahres. Dieser Termin ist auf jeden Fall nicht zu halten. Rund 67 Millionen Euro würde der Umbau kosten. Wann er nun wirklich kommt, ist offen.

Prohliszentrum: Eiscafé jetzt Kultur- und Kunstzentrum

Im Prohliszentrum zeigt sich, wie eine Ladenfläche auch anders genutzt werden kann. Im ehemaligen Eiscafé hat nämlich das Kunst- und Kulturprojekt KIEZ einen festen Platz im Herzen des Stadtteils bekommen. Kostenlose Kunst für alle - so lautet das Motto von Societätstheater und Quartiersmanagement. In dem Geschäft ist Platz für Workshops, Proben, Kino und andere Projekte. "Ansonsten sind wir der klassische Nahversorger mit Einzelhandel", sagt Centermanagerin Sandra Oßmann. Auch, weil die Bibliothek und das Stadtbezirksamt im Center an der Prohliser Allee sitzen, ist es Anlaufstelle für viele Prohliser, die in den großen Wohnhäusern leben. An diesem Montag wird eine Neueröffnung im Prohliszentrum gefeiert: Mit der Targobank gibt es dann neben der Sparkasse wieder eine zweite Bankfiliale am Standort. Im vergangenen Jahr hatte Postbank dort zugemacht, weil die Post ihr Filialnetz reduzierte. Sandra Oßmann sucht derzeit einen Nachmieter für einen 40-Quadratmeter-Laden, in dem zuletzt ein Telefonanbieter sein Geschäft hatte. 

Seidnitz-Center: Komplex fast voll vermietet

Viel will Tina Schwenke, Managerin des Seidnitz-Centers nicht verraten: Vor allem die Fragen nach der Zukunft des Komplexes an der Enderstraße lässt sie auf SZ-Anfrage offen. Klar ist aber: Derzeit ist das Zentrum fast voll vermietet. Nur zwei der 42 Flächen stehen frei. Zu Interessenten äußert such Schwenke nicht. Zuletzt hatte im April vergangenen Jahres der Textil-Discounter Kik eröffnet. Rund zwei Monate später zog jedoch der SZ-Ticketservice aus, weil der Mietvertrag ausgelaufen ist. Neben Geschäften sind im Seidnitz-Center auch Büros sowie ein großes Gesundheitszentrum untergebracht. 

Alte Mälzerei: Hier wird nicht mehr nur eingekauft

Ein Center, in dem ebenfalls Ladenflächen bereits anders genutzt werden, ist die Alte Mälzerei auf der Heidestraße. Jahrelang standen dort viele Flächen leer. Der alte Eigentümer verkündete mehrfach einen Umbau, verkaufte dann aber an das Unternehmen Lagerbox. Das wurde tatsächlich aktiv - mit einem ganz neuen Konzept. So wurden alle Läden im Erdgeschoss untergebracht. Die oberen Etagen werden hingegen nicht mehr für den Einzelhandel genutzt. Dort sind stattdessen Lagerboxen in verschiedenen Größen untergebracht. Die können von Kunden zur Lagerung von verschiedensten Wertgegenständen angemietet werden. Das Geschäft mit dem Stauraum boomt seit Jahren.

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Der Umbau sollte längst abgeschlossen sein. Nun steht ein neuer Termin für alte Pläne.

"Das Projekt selbst war sehr aufwendig", sagt Lagerbox-Sprecher Michel Galka. "Aber wir bekommen immer wieder positive Rückmeldungen und das bestätigt uns, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben und das Projekt gelungen ist." Denn mittlerweile steht nur noch eine rund 220 Quadratmeter große Fläche frei. "Es gibt Gespräche", sagt Galka. Noch sei offen, ob diese zum Abschluss kommen. "Aber wenn, dann ist das Sortiment ergänzend zum jetzigen." Erst Anfang des Jahres hat der Designmöbel-Anbieter Cuun im Einkaufzentrum eröffnet. Die alteingesessenen Mieter haben den Umbau genutzt, um ihre Läden zu erweitern und zu renovieren. Schließen musste seit der Übernahme durch Lagerbox im Jahr 2017 kein Geschäft.

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