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Döbeln

Wie lange reicht das Material am Lindenplatz?

Die Handwerker haben zunächst mit der Trockenlegung des Schul-Altbaus begonnen. Das war anders geplant. Doch jeden Tag stehen neue Entscheidungen an.

Material und Baufahrzeuge sind auf dem Lindenplatz in Leisnig eingetroffen.
Material und Baufahrzeuge sind auf dem Lindenplatz in Leisnig eingetroffen. © Dietmar Thomas

Leisnig. Nach mehrmaligen Verschiebungen hat die Sanierung des Leisniger Lindenplatzes nun tatsächlich begonnen. Allerdings ist dies so nicht auf den ersten Blick zu sehen.

Denn: „Wir haben erst einmal mit der Trockenlegung des Altbaus der Peter-Apian-Schule begonnen“, sagt Bauamtsleiter Thomas Schröder. Die Schule befindet sich nur wenig Meter vom Platz entfernt. Dort werden mit Parkverboten auch die ersten Änderungen für Kraftfahrer spürbar sein.

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Insgesamt betreffen die Einschränkungen zumindest am Anfang weniger Leisniger, als zunächst voraussehbar war. Eine „Anlieferung“ der Schulkinder muss im Augenblick gar nicht berücksichtigt werden, weil wegen der Eindämmung der Corona-Pandemie die Schulen geschlossen haben. Eine Hortbetreuung müssen Eltern nach Angaben von Hauptamtsleiterin Silvia Diesmann im Moment nicht in Anspruch nehmen.

Das dürfte den anfänglichen Ablauf auf den Baustellen erleichtern. Dafür aber sind jeden Tag viele Entscheidungen zu treffen, wie Thomas Schröder zu veranschaulichen versucht. Leicht sei das nicht. Auch zum Baustart insgesamt habe es lange Gespräche mit den beteiligten Unternehmen gegeben. Immerhin könne es passieren, dass die Arbeiten irgendwann eingestellt werden müssen. „Die Gefahr besteht“, gibt der Amtsleiter unumwunden zu.

Auch das hat mit der aktuellen Corona-Lage zu tun. „Solange es keine Einschränkungen für das Weiterarbeiten in Gewerbebetrieben gibt und Baustoffe zur Verfügung stehen, wollen wir das Projekt abarbeiten“, so Schröder. Aus seiner Sicht seien die Handwerker sicher weniger gefährdet als eine Supermarkt-Kassiererin, wenn Abstands- und Hygienevorschriften beachtet werden. „Wenn zum Beispiel die Betonwerke schließen, was unseres Wissens im Nachbarlandkreis schon der Fall ist, dann werden wir von einem Tag auf den anderen neu entscheiden müssen.“

Auch neben der Schule auf der Straße zwischen Karl-Wagler- und Franciscus-Nagler-Straße werden zusätzliche Bauarbeiten nötig sein. Das steht inzwischen fest. „Dort muss ebenfalls ein neues Elektrokabel verlegt werden. Der Versorger hat seine Netzpläne noch einmal intensiv angeschaut und die Notwendigkeit bestätigt“, erklärt der Amtsleiter. Wie er sagt, sei die Auftragsvergabe seitens der Mitnetz an die Firma Bauer und einen vor Ort tätigen Betrieb in Vorbereitung. Vorsorglich soll schon ein Stromkabel erneuert werden, das zum Teil unter den Wurzeln der mittlerweile gefällten alten Linden verläuft. Denn die Gefahr ist groß, dass das Kabel zerreißt, wenn die Baumstümpfe aus der Erde kommen.

Ein Leisniger und ein Ostrauer Unternehmen sind damit beauftragt, den Lindenplatz sozusagen aus der Tiefe heraus in Ordnung zu bringen. Es müssen außer Stromkabeln auch eine neue Gas- sowie Trink- und Abwasserleitung neu verlegt werden. Zum Schluss folgt der Straßenbau. Der alte Straßenbelag wird Schröder zufolge an diesem Donnerstag abgefräst. Spätestens dann gelten noch weitergehende Verkehrseinschränkungen.

So kann zum Beispiel der Parkplatz „Belvedere“ nur noch über die Mittelgasse verlassen werden. Der Parkplatz „Alte Feuerwache“ soll noch so lange wie möglich offen bleiben. Viele Schilder und Absperrbaken sind bereits an Ort und Stelle. Mit manchen ist übers Wochenende auch Schabernack getrieben worden. „Sonst werden Verkehrsschilder häufig unberechtigterweise beiseitegeschafft. Diesmal sind welche umgedreht worden, die noch gar nicht in Kraft gesetzt waren“, ist Uwe Dietrich vom Ordnungsamt der Stadt Leisnig aufgefallen. Im Sommer, so war der bisherige Plan, soll die Neugestaltung des Lindenplatzes weitgehend abgeschlossen sein. Im Herbst stehen die Baumpflanzungen an. „Natürlich werden es wieder Linden sein, die wir dort pflanzen lassen“, so Bauamtsleiter Schröder.