SZ +
Merken

Wie lockt man noch mehr Gäste zur Kamelie?

1600 Besucher haben bisher die Kamelien im Wolfstal gesehen. Doch es könnten weit mehr sein.

Teilen
Folgen

Von Reinhard Kästner

Mit 800 Euro unterstützt die Stadt Roßwein die Erarbeitung einer Vermarktungsstudie für das Kamelienhaus. Federführend für das Projekt ist der Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland. Die Stadt Roßwein ist seit dessen Gründung Mitglied. Verbands-Geschäftsführerin Dr. Katharina Sparrer bremst schnelle Erwartungen aus. „Wir haben im vorigen Jahr ein Projekt zur Qualitätsverbesserung der Parkanlagen in unserem Bereich gestartet. In der zweiten Phase haben wir rund ein Dutzend Anlagen ausgewählt, die mit einigen Verbesserungen mehr Besucher erreichen würden. Darunter ist auch das Kamelienhaus in Roßwein,“, sagt Katharina Sparrer. Welche Maßnahmen das sein könnten, soll nun von Fachleuten (Planungsbüros, Landschaftsgärtnern) erarbeitet werden. Dazu hat der Verband Fördergeld beantragt, die mit Eigenmitteln, eben jenen 800 Euro der Stadt, ergänzt werden. Die Geschäftsführerin des Verbandes rechnet damit, dass Ergebnisse Mitte des kommenden Jahres vorliegen werden.

Jutta Geißler ist begeistert von den weiß blühenden Kamelien. Vor dem gestrigen Seniorencafé nutzte sie mit 20 weiteren Rentnern die von der Stadtverwaltung gebotene Möglichkeit zu einer Fahrt ins Wolfstal. Dort erwarteten sie Reinhard Senf und Richard Th
Jutta Geißler ist begeistert von den weiß blühenden Kamelien. Vor dem gestrigen Seniorencafé nutzte sie mit 20 weiteren Rentnern die von der Stadtverwaltung gebotene Möglichkeit zu einer Fahrt ins Wolfstal. Dort erwarteten sie Reinhard Senf und Richard Th

Doch das Kamelienhaus im Wolfstal befindet sich auf privatem Grund und Boden. Martina Thiele, Vorsitzende des Roßweiner Heimatvereins, befürchtet deshalb, dass das Gewächshaus nicht immer öffentlich zugänglich sein wird. Diese Bedenken zerstreut Bürgermeister Veit Lindner (parteilos), da es sich bei der über 200-jährigen Kamelie um ein Kulturdenkmal handele. Der Vertrag zwischen Stadt Roßwein und Heimatverein zum Betreiben des Gewächshauses hingegen laufe auf 20 Jahre, sagt er. Es müsse niemand befürchten, dass die Kamelien einmal nicht mehr von den Bürgern besucht werden können.

Wenn dann im Sommer 2014 die Ergebnisse der Studie vorliegen, kann die Vermarktung des Kamelienhauses auf professionelle Weise erfolgen. „Auch für den Tourismusverband ist das Kamelienhaus von besonderer Bedeutung, denn es ist die einzige Park- und Gartenanlage, die im Winter zugängig ist,“ sagt Thiele. Sie war übrigens im vergangenen Jahr vom Tourismusverband über die Erarbeitung der Parkanlagenstudie informiert und einbezogen worden. „Ich hoffe, dass es mit der Verwirklichung der neuen Studie auch weiterhin eine enge Abstimmung zwischen Heimatverein und Tourismusverband geben wird und es nicht zur Zweigleisigkeit kommt“, meint Thiele. Beispielsweise hat der Verein Plakate drucken lassen und sich auch an der Bereitstellung weiteren Werbematerials beteiligt, was mit dem Tourismusverband abgestimmt werden müsse.

Die Mitglieder des Heimatvereins führen bereits seit Jahren während der Öffnungszeiten an den Wochenenden die Gäste durch das Haus und machen sie mit der „Teerose des Ostens“ bekannt. In dieser Saison, die am 31. März endet, haben bisher 1 600 Gäste an den Führungen teilgenommen. Aufgrund des lang anhaltenden Winters war es zur Verzögerung bei der Blüte der Kamelien gekommen.

Öffnungszeiten noch bis 31. März: samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr.