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Wie Löbau jetzt mit Federvieh punkten will

Die Schau soll begeistern, sie soll viele Menschen anlocken, und sie ist der erste Schritt, in Löbau Messen zu veranstalten, die über die Landesgrenze hinausgehen. Die Robert-Oettel-Kleintierschau an...

Von Gabriel Wandt

Die Schau soll begeistern, sie soll viele Menschen anlocken, und sie ist der erste Schritt, in Löbau Messen zu veranstalten, die über die Landesgrenze hinausgehen. Die Robert-Oettel-Kleintierschau an diesem Wochenende, kombiniert mit einer Landwirtschaftsausstellung, zeigt aber auch, dass Vereine es schwer haben. Das Züchten von Hühnern, Enten, Gänsen und anderem Federvieh ist nicht mehr unbedingt das Hobby Nummer Eins beim Nachwuchs, auch in der ländlich geprägten Oberlausitz nicht. Manche Vereine haben noch keine Nachwuchssorgen, andere schon. Und so unterschiedlich, wie es diesen Vereinen geht, so verschieden wird auch die erste große Löbauer Kleintierschau bewertet.

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So sieht es aus bei der großen Kleintierschau in der Löbauer Blumenhalle. Kai Flickrick (rechts im Bild) gehört zum Züchternachwuchs und baute mit Vereinskollegen aus Löbau und Großhennersdorf die Ausstellung auf.Foto: Matthias Weber
So sieht es aus bei der großen Kleintierschau in der Löbauer Blumenhalle. Kai Flickrick (rechts im Bild) gehört zum Züchternachwuchs und baute mit Vereinskollegen aus Löbau und Großhennersdorf die Ausstellung auf.Foto: Matthias Weber

Ganz so groß, wie anfangs gedacht, wird sie dieses Jahr noch nicht. Mehr als 1 000 Tiere, wie anfangs im Visier gehabt, werden nicht ausgestellt. Auf etwa 700 wird sich diese Zahl einpegeln, erklärt Dietmar Buchholz. Der Löbauer OB ist selbst Taubenzüchter, und er ist Vorsitzender des im Frühjahr gegründeten Fördervereins „Robert Oettel“. Der hat den Namen des Begründers der deutschen Rassegeflügelzucht aus Görlitz angenommen – und zeigt damit an, welchen Anspruch er verfolgt. Hier soll nicht einfach eine Ortsschau eines Vereins stattfinden, hier soll mehr passieren. Also haben sich der Verein und die Löbauer Wobau Partner im polnischen Zabkowice Slaskie (Frankenstein) gesucht, europäische Fördermittel beantragt und schlagen nun den großen Bogen. Aus dem Nachbarland wird zunächst zwar nur eine Handvoll Züchter nach Löbau kommen, dafür kommen Polen mit Landwirtschaftstechnik, die sie hier präsentieren. Das wiederum tun auch die hiesigen Unternehmen: Die Landtechnik Oberlausitz GmbH aus Kittlitz hat sich angesagt, die Baywa aus Niedercunnersdorf wird kommen, weitere Unternehmen ebenfalls. Und schließlich kommen die Kleintierzüchter: Aus Löbau, aus Lauba, Rennersdorf, Großhennersdorf und weiteren Orten der Löbauer Umgebung bringen sie ihre Tiere in die Blumenhalle auf das Landesgartenschaugelände. Aber in manchen Vereinen rumort es hinter den Kulissen. Von Konkurrenz ist die Rede. Als diese sieht Buchholz die neue Schau ausdrücklich nicht. Die üblichen Ortsschauen soll es weiter geben. „Das ist ja nur ein Hobby“, sagt er, verfolgt mit der Messe aber weitreichende Pläne. Um die zu verdeutlichen, zieht er den Vergleich mit der Gewerbemesse Konvent’a heran. Die habe auch klein angefangen und breche jetzt Rekorde. Ein ähnliches Wachstum will der Fördervereinschef auch mit Landwirtschaftsmesse und dazugehöriger Kleintierschau schaffen. Was jetzt mit Polen beginnt, soll eine zentrale Veranstaltung für Ostsachsen, aber auch für die drei Länder Deutschland, Polen und Tschechien werden. Diese Veranstaltungen, die dieses Jahr zusammen durchgeführt werden, sollen in den kommenden Jahren getrennt werden: Erst die Landtechnik, vierzehn Tage später die Tiere. Und die werden wohl bereits ab nächstem Jahr in der großen Messehalle zu sehen sein. Schon jetzt habe es mehr Anmeldungen gegeben, als in der Blumenhalle Platz sei, erklärt Buchholz. Bis zu 6 000 Tiere will er künftig zeigen.

Die neue Messe wurde am Freitag feierlich eröffnet. Selbst CDU-Mann Michael Kretschmer, der dieser Tage im Bereich Kultur die Koalitionsverhandlungen seitens der CDU für die künftige Bundesregierung führt, ließ sich diesen Termin nicht nehmen: Er ist sogar Schirmherr der Veranstaltung. Die neue Schau will viele Menschen anlocken. Ihn hat sie offensichtlich schon mal erreicht.

Die Schau ist Sonnabend von 9 bis 17 und Sonntag von 9 bis 15.30 Uhr geöffnet. Eintritt für Erwachsene vier Euro, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.