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Wie Riesas Feuerwehr mit Corona umgeht

Trotz Pandemie kann die Hauptwache ihrer alltäglichen Arbeit nachgehen. Die Freiwilligen sind schwerer getroffen.

Fällarbeiten für die Stadt übernimmt die Feuerwehr Riesa regelmäßig - in Corona-Zeiten ist das nicht anders.
Fällarbeiten für die Stadt übernimmt die Feuerwehr Riesa regelmäßig - in Corona-Zeiten ist das nicht anders. © Lutz Weidler

Riesa. Die Kettensäge ist schon aus der Ferne zu hören. Bis zum Eingang des Riesaer Freibads hallt das Surren, während sich die Säge durch das Holz der Pappel frisst. Die Bäume auf der Wiese neben dem Bad sind völlig verdorrt, sagt Riesas stellvertretender Wehrleiter Dieter Böcke. Das hatte eine Beschau des Grünflächenamtes ergeben. 

"Wenn so ein Ast bricht, dann wäre das eine Gefahr für die Gäste", sagt Böcke. "Deshalb müssen die Bäume dringend weg, bevor das Bad öffnen kann." Wann das der Fall sein wird, ist noch offen. Vonseiten der Betreibergesellschaft Magnet heißt es, man sei abhängig von den weiteren politischen Entscheidungen nach dem 19. April. Dann wolle man sich abstimmen. 

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Für die Feuerwehrleute ist die dank einer Sondergenehmigung mögliche Fällaktion am Mittwoch vor Ostern jedenfalls eine gute Gelegenheit, den Umgang mit der Kettensäge zu üben. "Den Kamerad an der Säge haben wir erst im Januar eingestellt", erklärt Dieter Böcke, während die zweite Pappel fällt. Erstmals nach dem Lehrgang habe er nun die Möglichkeit, auch am größten Gerät zu üben, das die Riesaer Feuerwehr im Repertoire hat. "Hier können sie sich erproben." 

Personal aufs Minimum reduziert

Der Einsatz in Riesa-Weida ist für die Kameraden der Hauptwache eher Alltagsgeschäft. Weniger alltäglich ist dagegen, was die Corona-Pandemie so mit sich bringt. "Bei den Freiwilligen Feuerwehren ist der Dienst ausgesetzt", erklärt Dieter Böcke. Keine wöchentlichen Treffs, keine Aus- und Weiterbildungen mehr. Nur im Fall einer Alarmierung rücken die Kameraden der Stadtteilfeuerwehren noch mit aus. Und sie seien angehalten, direkt nach dem Einsatz wieder nach Hause zu gehen. Eine gemeinsame Auswertung gibt es nicht, die gemeinsame Zeit soll auf das notwendige Minimum reduziert werden. 

Für die Fällaktion neben dem Freibad in Riesa war eine Sondergenehmigung nötig. Normalerweise dürfen Bäume außerhalb von Waldgebieten nur bis Ende Februar gefällt werden.
Für die Fällaktion neben dem Freibad in Riesa war eine Sondergenehmigung nötig. Normalerweise dürfen Bäume außerhalb von Waldgebieten nur bis Ende Februar gefällt werden. © Lutz Weidler

Das ist auch das Motto bei den hauptamtlichen Kräften aus Riesa-Gröba. "Wir müssen wirklich aufpassen, dass keiner krank wird", sagt Böcke. Ein Corona-Fall könnte schlimmstenfalls die Einsatzbereitschaft der Wehr beeinträchtigen. Um das Risiko gering zu halten, wurde die Zahl der gleichzeitig anwesenden Kameraden heruntergefahren: Die Wachabteilung umfasst jetzt nur noch vier Kräfte pro Schicht. "Wir gehen nur noch durch ein Tor, das regelmäßig desinfiziert wird." 

Ein Kamerad war schon in Quarantäne

Die gleiche Regel gilt für die Armaturen an den Fahrzeugen. Die sind einmal am Tag zur Reinigung dran. "Viel mehr können wir nicht machen", sagt Dieter Böcke. Bei Hilfeleistungen für den Rettungsdienst, etwa bei Tragehilfen, gebe es je nach den Umständen entweder eine Maske für den zu Rettenden, oder eben vier Masken vom Rettungsdienst für die Kameraden. Das sei alles soweit geregelt. 

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Jeder Kamerad sei in der Pflicht, direkt bei Arbeitsbeginn die Hände zu desinfizieren. "Und wer krank wird - egal womit - hat sich direkt bei uns zu melden." Die Maßnahmen seien mit dem Ordnungsamt abgestimmt, dem die Hauptwache untergeordnet ist. Tatsächlich war auch schon ein Kamerad in Quarantäne. "Der kam aus Tirol wieder", erzählt der stellvertretende Wehrleiter und lächelt. "Er ist aber mittlerweile wieder da." Gesund, versteht sich. 

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