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Habeck fordert Bedarfsplanung bei Wasser

Der Grünen-Chef sieht in der künftigen Wasserversorgung in Sachsen ein Problem. In Dresden spricht er sich für einen bundesweiten Plan aus.

Robert Habeck (rechts) trifft Drewag- und Enso-Chef Frank Brinkmann im Wasserwerk.
Robert Habeck (rechts) trifft Drewag- und Enso-Chef Frank Brinkmann im Wasserwerk. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Als Robert Habeck mit Sporttasche vor dem Wasserwerk Dresden-Coschütz aus dem Taxi steigt, richten sich alle Kameraleute auf ihn aus. Der Grünen-Bundesvorsitzende hat am Dienstag Sachsen besucht, als letzte Station seiner Sommerreise unter dem Titel „Zu achten und zu schützen“. Das sei noch kein Bundestagswahlkampf, sagt Habeck. Der beginne erst nächstes Jahr, wenn die Plakate hängen. Bis dahin gelte es, das Land weiter „krisenfest zu machen“.

Habeck wollte schon vor drei Wochen ins Dresdner Wasserwerk und zum Landesbauernverband, doch der Corona-Test eines Bekannten ließ auf sich warten. Also holt der Grünen-Politiker seine Termine nun nach – außer der Führung durchs Hygienemuseum mit der Ausstellung „Essen für die Welt von morgen“. Dort hat sich für denselben Tag schon Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) angemeldet.

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Habeck hat vorige Woche ein Hitzewarnsystem für Deutschland gefordert. Nun will er bei den Stadtwerken erfahren, was „der dritte heiße Sommer in Folge“ für Auswirkungen auf den Wassernachschub hat. Beim Expertenvortrag fragt er immer wieder nach – und übernimmt dann Forderungen von Drewag- und Enso-Chef Frank Brinkmann. Als Habeck nach der Besichtigung vor einer Fernsehkamera Stellung beziehen soll, kritisiert er wie Brinkmann die „Kleinteiligkeit“ der Wasserversorgung mit ihren 48 Unternehmen in Ostsachsen. Die Landespolitik müsse sich um neue Strukturen kümmern, und zwar nicht erst 2030.

Grünen-Politiker Robert Habeck am Dienstag bei seinem Besuch der Agrargenossenschaft in Kreinitz.
Grünen-Politiker Robert Habeck am Dienstag bei seinem Besuch der Agrargenossenschaft in Kreinitz. © Sebastian Schultz

Konzernchef Brinkmann ist gerade dabei, Drewag und Enso mit ihren jeweils 1.600 Beschäftigten zu fusionieren und hält auch die „Strukturzersplitterung“ der Wasserversorgung auf dem Lande für von gestern. Leitungen zwischen Kommunen seien gekappt worden, Fernleitungen gebe es auch nicht. Wasser sparen zu wollen, hält Brinkmann für wenig aussichtsreich, zumal Dresden wachse und die nächste Mikrochipfabrik auch viel Wasser brauche.

Selbst steigende Wasserpreise brächten erfahrungsgemäß keinen Arzt dazu, auf seinen Pool zu verzichten. Zudem müssten die ehemaligen Kohletagebaue gefüllt werden. Wasserwerks-Chef Gunter Menzel befürchtet „glühende Landschaften“.

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Es ist schließlich der Drewag- und Enso-Chef Brinkmann, der das Wort „Wasserwende“ in den Raum wirft – als müsse sie auf die Energiewende folgen. Wenn Weißeritz und Grundwasser weniger Nachschub für die Wasserwerke bringen, müsse eben künftig das Tiefenwasser genutzt werden, das zwischen Riesengebirge und Hamburg in mehr als 100 Metern Tiefe ströme. Und die Mikrochipfabriken bekämen statt Trinkwasser künftig nicht ganz so feines Rohwasser, voraussichtlich aus einem neuen Wasserwerk im Dresdner Ostragehege.

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