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Wie schreibe ich meinen Namen auf Arabisch?

In der Themenwoche „Fremdsein und Flucht“ lernen die Schüler viel über andere Kulturen. Und über sich selbst.

© Norbert Millauer

Von Birgit Andert

Radebeul. Wusstest du schon, dass man im Arabischen von rechts nach links schreibt? Wie man einen Turban bindet? Was man alles für eine Flucht braucht? Und wie schwer das Ankommen ist?

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In dieser Woche kommen die Schüler der Evangelischen Grundschule mit anderen Fragen nach Hause als sonst. „Weil die Kinder das Thema Flucht immer wieder in die Morgenkreise eingebracht haben, wollten wir ihre Fragen aufgreifen und vertiefen“, erklärt Schulleiterin Dorothee Tigges, warum sich das Team der Schule für die Themenwoche „Fremdsein und Flucht“ entschieden hat.

Auftakt für die Woche waren eine Lesung und ein Workshop am Montag für alle Kinder in den Landesbühnen Sachsen. Mit dem Kinderbuch „Alle da“ von Anja Tuckermann näherten sie sich dem Thema an. Das Buch beleuchtet, wie vielfältig die Menschen sind, was sie alle gemeinsam haben, und welche Gründe es gibt, nicht dort zu leben, wo man geboren wurde. Mit den Theaterpädagogen schlüpften die Kinder dann in verschiedene Rollen und erprobten im Spiel, wer sie selbst sind und wie es sich anfühlt, anders zu sein.

Wie bindet man einen Turban?

Am Dienstag und Mittwoch war Radebeuls Flüchtlingskoordinator, Nagy Hussein aus Ägypten, in der Schule zu Gast. Statt Englisch gab es an diesen Tagen Arabisch-Unterricht, und jeder Schüler kann nun seinen Namen auf Arabisch schreiben. Nagy Hussein zeigte den Kindern außerdem, wie man einen Turban bindet, und erzählte viel von seinem Land.

Auch in den anderen Stunden fand das Thema seinen Niederschlag. Im Deutsch-Unterricht schrieben die Kinder kleine Gedichte zum Thema Flucht, in Kunst bastelten sie Dinge, die gegen Heimweh helfen, und in Sport gab es Bauchtanz statt Dreiersprung. Die Viertklässler machten sich sogar auf den Weg, sich in die Situation von Flüchtlingen hineinzuversetzen. In einer Minute sollten sie aus bereitgelegten Sachen wie Spielgeld, Pass, Taschen, Decken, Schlafsäcken, Trinkflasche, Bildern und Kuscheltieren fünf Dinge auswählen, die sie für die Flucht brauchen. An verschiedenen Stationen erwies sich dann, ob sie richtig gewählt hatten: an einer Bushaltestelle, in einem engen Tunnel, auf dem Amt. „Es war für uns spannend zu sehen, wie die Kinder mit dieser Situation umgehen, wie sie in Streit gerieten und wie sie sich gegenseitig geholfen haben“, sagt Schulleiterin Dorothee Tigges.

Die eigene Geschichte

Im großen Hortraum hängt eine Karte, auf der die Kinder die Geburtsorte ihrer Eltern, Großeltern, Urgroßeltern eintragen. „Sie zeigt: Auch unsere eigene Geschichte ist eine von Flucht und Fremdsein“, sagt Tigges. Sie möchte das Thema auf keinen Fall auf die Woche begrenzen. „Wir werden uns auch weiter damit beschäftigen und planen konkrete Aktionen.“ So ist ein Begegnungscafé im Haus vorgesehen, zu dem alle eingeladen sind, die in dem Gebäude zu tun haben: neben Schule, Hort und Jugendklub auch die pakistanischen Flüchtlinge, die im Nebengebäude leben. Ebenfalls in Planung ist ein Cricket-Match mit Mannschaften aus Evangelischer Grundschule und Hort Kötzschenbroda, welches die Flüchtlinge aus Pakistan organisieren und anleiten wollen.