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Bischofswerda

Wie sich Händler mit dem Straßenbau arrangieren

Die Bahnhofstraße in Bischofswerda ist seit Februar Baustelle. Für Einzelhändler eine harte Zeit. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Annemarie Gierth vom „Haus der Dame“ gehört zu den alteingesessenen Einzelhändlern, die ein Geschäft an der Bahnhofstraße betreiben. „Ich freue mich, dass es so schön wird“, sagt sie zum Ausbau der Straße. Bis Mitte Juli sollen nach SZ-Informationen die A
Annemarie Gierth vom „Haus der Dame“ gehört zu den alteingesessenen Einzelhändlern, die ein Geschäft an der Bahnhofstraße betreiben. „Ich freue mich, dass es so schön wird“, sagt sie zum Ausbau der Straße. Bis Mitte Juli sollen nach SZ-Informationen die A © Steffen Unger

Bischofswerda. Voraussichtlich noch bis Mitte Juli bleibt die Bahnhofstraße – eine der Hauptzufahrten zum Bischofswerdaer Markt – wegen Bauarbeiten gesperrt. Dann gibt es in der Innenstadt eine sanierte Straße mehr. Inzwischen sind schon mehr als nur die Konturen der „neuen“ Bahnhofstraße zu sehen. Die breiter gewordenen Fußwege dürfen Passanten schon jetzt nutzen. Für die künftigen Parkbuchten wurden die Borde gesetzt. Zurzeit wird im Bereich der Milchbar gearbeitet. Dann muss noch die Straße gepflastert werden. Es wird schick, hört man in Bischofswerda. Auch aus der Erfahrung der parallel verlaufenden Herrmannstraße, die vom vergangenen Herbst bis zum Frühjahr saniert worden ist.

Der Ausbau der Bahnhofstraße war lange geplant und angekündigt. Die anliegenden Geschäftsleute konnten sich darauf einstellen. Auch jetzt, knapp vier Monate nach dem Baubeginn Ende Februar, sehen sie das Glas halb voll. „Es war zum Teil schon eine harte Zeit. Es gab auch Tage, an denen ich das Geschäft nicht geöffnet habe, weil unmittelbar davor der Fußweg gebaut wurde“, sagt Annemarie Gierth, die Inhaberin vom „Haus der Dame“. So wie ihre Nachbarn weiß sie aber auch: Der Straßenbau ist immens wichtig für Bischofswerdas Innenstadt. „Ich freue mich, dass es so schön wird“, sagt Annemarie Gierth.

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Kurzzeitparkplätze bleiben

Roswitha Zschako, Inhaberin der „Weinperle“, sagt: „Es wird eine tolle Straße.“ Als Einzelhändlerin freut sie sich vor allem darüber, dass ein Großteil der Kurzzeitparkplätze vor den Häusern erhalten bleibt. „Für die kleinen Geschäfte in der Innenstadt sind sie sehr wichtig.“ Der Straßenbau tue natürlich Abbruch, sagt Roswitha Zschako. Zumal auch die Bahnunterführung an der Neustädter Straße gesperrt ist. Frau Zschako reagierte auf die Lage und reduzierte die Öffnungszeiten ihres Geschäftes. Ihr Nachbar Bernd Schaarschmidt vom Fotostudio resümiert das Baugeschehen: „Insgesamt ist es gut gelaufen.“

Stadt und Baubetrieb hatten sich auf die Belange der Einzelhändler eingestellt und den Bauablauf so geplant, dass die Geschäfte während der gesamten Bauzeit zu Fuß meist zu erreichen waren. So blieben die alten Bürgersteige noch unangetastet, während auf der Straße schon gebaggert wurde, um sämtliche Medien und Hausanschlüsse zu erneuern. „Es gab eine gute Abstimmung zwischen Bauleuten und Hauseigentümern“, sagt Bernd Schaarschmidt. Ausnahmslos alle von der SZ befragten Geschäftsinhaber loben die gute Arbeit der zwei Baubetriebe, dem Unternehmen Bistra-Bau aus Putzkau und der Firma Montag aus Sebnitz. „Die Arbeiter sind nett, fleißig und sehr entgegenkommend“, sagt Roswitha Zschako. Fast den selben Satz hört man von Annemarie Gierth und den anderen Geschäftsleuten. „Es ging flott voran“, sagt Bäckermeister Jürgen Kaufer. Begeistert von der sanierten Herrmannstraße, spendierte er den Bauarbeitern zu Fasching sogar eine Runde Pfannkuchen. „Die Bauleute haben viel möglich gemacht, damit auch unsere älteren Kunden in die Geschäfte kommen. Auch der Planer, Herr Hauswald“, sagt Jürgen Kaufer. An den Tagen, als am Fußweg vor seinem Geschäft gebaut wurde, wurde zum Teil improvisiert. Stammkunden, von denen manche auf einen Rollator oder Gehhilfen angewiesen sind, kamen über die Fabrikgasse und die Hintertür in den Laden, um ihre Brötchen zu holen.

Prägend für das Stadtbild

Die Sanierung der Bahnhofstraße ist Teil einer großen Straßenbaumaßnahme in der Bischofswerdaer Innenstadt. Außer dieser und der Herrmannstraße umfasst sie auch den Ausbau der Straße Am Hof und der Wagnergasse. Auf diesen beiden Straßen soll im nächsten Jahr gebaut werden. Die Finanzierung des Straßenbaus erfolgt mit 400 000 Euro aus Städtebaufördermitteln und rund 100 000 Euro aus Eigenmitteln der Stadt. Bischofswerda.

Die Bahnhofstraße ist für Bischofswerda so etwas wie eine Visitenkarte. Wer vom Bahnhof oder Busbahnhof kommt und zum Markt will, geht hier entlang. Sanierte Straßen werten nicht nur das Stadtbild auf, sie können auch Hauseigentümern einen Anreiz geben, selbst etwas an ihrer Immobilie zu tun. Unter anderem an der Bahnhofstraße gibt es die begründete Hoffnung, dass sich da in absehbarer Zeit etwas tun könnte. Nach SZ-Informationen fanden sich für zwei Wohn- und Geschäftshäuser, die schon seit Jahren leer stehen, Käufer.

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