merken
PLUS

Hoyerswerda

Wie sich leere Zeitungsseiten füllen

Eine TAGEBLATT-Praktikantin beschreibt, wie sie den Arbeitsalltag in der Redaktion erlebt hat.

Neuntklässlerin Nele Stallbaum aus Lauta hat jüngst ein Praktikum beim Hoyerswerdaer Tageblatt absolviert. Hier ist sie vor der großen Bildschirm-Wand mit der Zeitung für den folgenden Tag im Gespräch mit Reporter und Redakteur Hagen Linke.
Neuntklässlerin Nele Stallbaum aus Lauta hat jüngst ein Praktikum beim Hoyerswerdaer Tageblatt absolviert. Hier ist sie vor der großen Bildschirm-Wand mit der Zeitung für den folgenden Tag im Gespräch mit Reporter und Redakteur Hagen Linke. © Foto: Uwe Schulz

Von Nele Stallbaum

Hoyerswerda. Für viele ist wahrscheinlich schlecht vorstellbar, wie eine Gruppe von Redakteuren es schafft, sechs Tage die Woche jeweils sechs bis neun Seiten des Tageblatts mit ausreichend interessanten Artikeln zu füllen. Also, dass sich sonntags bis freitags ungefähr acht Leute darum kümmern, dass man die Zeitung am nächsten Tag genau so in den Händen halten kann wie Sie in diesem Moment. 

Wir helfen Händlern in Dresden
Wir helfen Händlern in Dresden

Corona ist bedrohlich. Für die Gesundheit, aber auch für Dresdner Händler und Gewerbetreibende. Hier können Sie helfen – und haben selbst etwas davon.

Seit 1993 wird in Hoyerswerda das Tageblatt für die Sächsische Zeitung produziert. Zuvor stellte die Redaktion eine Wochenzeitung und später eine eigenständige Tageszeitung her. Entsprechend können sich die Hoyerswerdschen seit drei Jahrzehnten auf Informationen aus dem Hoyerswerdaer Wochenblatt Verlag stützen. Doch geht es dabei nicht nur um Hoyerswerda, sondern auch um Bernsdorf, Lauta, Wittichenau, Lohsa, Spreetal und die Elsterheide. Aber auch die Internetseiten Sächsische.de und Hoyte24.de werden von hier mit regionalen Themen bestückt.

Wenn früh um sechs Uwe Jordan der Erste ist, der in die Redaktion kommt, sind die Seiten an der digitalen Wand zur Vorschau noch leer. Er ist häufig so früh im Büro: „weil man in diesen zwei ruhigen Stunden meist mehr schafft“. Die Zeit nutzt er manchmal auch, um die Werbung für den SZ-Treffpunkt zu gestalten. Uwe Schulz, der Redaktionsleiter, braucht sieben Minuten bis zur Arbeit. Als Erstes auf seiner Tagesordnung stehen der Überblick über die Nachrichten und das E-Mail-Checken. Nicht allzu lange dauert es, bis kurz vor neun Uhr schon mindestens eine Seite nicht mehr ganz so leer ist.

Donnerstags ist Wochenplanung

Doch bevor die Wand weiter gefüllt werden kann, trifft sich die Mannschaft zur Planung für die Ausgabe vom Folgetag. Es wird besprochen, welche Artikel veröffentlicht werden und wo sie Platz bekommen. Außerdem wird gesagt, welche Termine bei wem anstehen. Am Donnerstag sieht das anders aus. Um die Zeit findet dann nämlich die große Wochenplanung statt. Dabei wird zusätzlich über größere Ereignisse geredet und auch, wann welcher Artikel in der kommenden Woche veröffentlicht werden sollte. Mirko Kolodziej setzt sich danach erst einmal an den Rechner, um seine stündliche Meldung für Hoyte24.de zu schreiben. Für den sogenannten technischen Redakteur Uwe Jordan geht es mit dem Gestalten der einzelnen Seiten weiter. Er guckt, dass Beiträge passen und ihren Platz finden sowie, dass die Zeitung ordentlich und originell aussieht: „Also die Blicke auf sich zieht und ein Lesereiz entsteht“. Ab und zu schreibt er Artikel in den Bereichen Sport, Kultur und Stadtpolitik.

Währenddessen geht Ralf Grunert los, um ein Interview zu führen und Hagen Linke bekommt einen Anruf. Beide haben eigene Gebiete, für die sie aktiv sind. Wenn es dort etwas Neues gibt, schreiben sie darüber. Hagen Linke kümmert sich um Wittichenau und Ralf Grunert um Lauta und Bernsdorf. Beide sind also die jeweiligen Hauptansprechpartner, wenn es um diese Städte geht. Sie recherchieren, nehmen Termine wahr und schreiben.

Anja Wallner kümmert sich dazu noch mit um das Tageblatt von Weißwasser. Sie sucht also unter anderem aus, welche der im Hoyerswerdaer Tageblatt veröffentlichten Artikel nun auch dort erscheinen sollen. An jedem Nachmittag hat Uwe Schulz eine Telefonkonferenz mit dem SZ-Haupthaus in Dresden. Dabei kümmert sich der Redaktionsleiter darum, dass es keine Dopplungen gibt und dass alles abgesprochen wird. Zuständig ist er für die Struktur, das Organisatorische und die Bildauswahl, also die administrativen Tätigkeiten, die man in der fertigen Ausgabe dann optisch vielleicht nicht gleich bemerkt. Trotzdem versucht er so häufig wie möglich zu schreiben und zu fotografieren.

Über den Tag verteilen sich Termine, Recherchearbeit und eben das Schreiben. Klar, dass das ein ziemlicher „Mannschaftssport“ ist, wie es der Chef beschreibt. Alle ziehen mit demselben Ziel an einem Strang, und zwar, die Zeitung rechtzeitig fertig zu bekommen.

Oft gibt es Abendtermine

Bis kurz vor 19 Uhr wird fleißig an der Zeitung gearbeitet, weil diese Punkt sieben nach der Korrektur in den Druck geschickt werden muss. Wie lange so ein Tag, dann wirklich geht? „Kann man schwer sagen“, sagt der Redaktionsleiter, denn häufig gibt es abends noch Gemeinderäte oder andere Sitzungen zu besuchen. Schließlich, wenn der Letzte die Redaktion verlässt und der digitalen Vorschau der nächsten Zeitung noch einen Blick schenkt, dann sieht er das Gleiche wie der Erste am frühen Morgen: mindestens sechs leere Seiten.

Mehr zum Thema Hoyerswerda