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Wie sicher die Spielplätze sind

Die SZ hat in Radebeul, Coswig und Moritzburg nachgefragt, was erneuert wurde und wie nutzbar die Spielplätze sind.

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Der neueste und modernste Spielplatz von Radebeul ist im Karl-May-Hain – hier treffen sich ganze Familien, um zu spielen.
Der neueste und modernste Spielplatz von Radebeul ist im Karl-May-Hain – hier treffen sich ganze Familien, um zu spielen. © Arvid Müller

Von Beate Erler

Radebeul. Anfang des Jahres hatte es in Radebeul über Wochen richtig Krach um Spielplätze gegeben. Die Elternproteste reichten bis in den Stadtrat. Auch, weil in der Kita Geschwister Scholl die Spielgeräte kurzerhand aus Sicherheitsgründen abgebaut wurden. Die Kinder dort mussten lange Zeit auf ihren Spielplatz verzichten. 

Jetzt sind Monate vergangen. Wie ist die Situation auf den Spielplätzen – auch in Coswig und Moritzburg? Können die Kinder überall sicher klettern, rutschen und schaukeln? Auch jetzt im Winter.

Große Spielplatzoffensive quer durch Radebeul gestartet

Schön bunt und vor allem sehr neu sieht er aus, der Spielplatz im Dorfkern von Altzitzschewig. Hier hat die Stadt Radebeul dieses Jahr das meiste Geld für die Spielplatzerneuerung ausgegeben. Für 25.000 Euro hat der Landschaftsbau Lässig eine Spielkombi aus Leiter, Wackelpfad und Rutsche sowie eine neue Federwippe für vier kleine Hintern und ein laubfrosch-grünes Auto aufgestellt. Auch im Internet bekommt der öffentliche Spielplatz viel Lob von Eltern und Kindern.

Das Streitobjekt im Frühjahr, der damals wegen Sicherheitsmängeln abgeräumte Spielplatz in der Kita Geschwister Scholl. Jetzt ist alles wieder neu und sicher aufgebaut. 
Das Streitobjekt im Frühjahr, der damals wegen Sicherheitsmängeln abgeräumte Spielplatz in der Kita Geschwister Scholl. Jetzt ist alles wieder neu und sicher aufgebaut.  © Norbert Millauer

Die Stadt hat in diesem Jahr einiges getan. Dabei wurden auf acht von den insgesamt 25 öffentlichen Spielplätzen Spielgeräte ersetzt. Neben Altzitzschewig wurden zum Beispiel an der Paul-Gerhardt-Straße eine neue Drehscheibe, Wippe und Kletterturm gebaut. Am Sportplatz Lindenau ein Sechseck-Klettergerät und ein Trampolin. Auf weiteren Spielplätzen sind Bänke, Schaukeln und Rutschen ausgetauscht. Insgesamt hat die Stadt Radebeul 97.000 Euro in die Erneuerung der öffentlichen Spielplätze gesteckt.

Auch in fast allen der 14 städtischen Spielplätze in Schulen, Horteinrichtungen und Kitas sind nicht mehr sichere Spielgeräte abgebaut worden. Mit dem Ersatz dieser Geräte wurde begonnen, so Stadtsprecherin Ute Leder. In der Kita Geschwister Scholl können die Kinder inzwischen wieder spielen. „Auch die Eltern haben sich sehr für die Erneuerung eingesetzt und finden die Spielgeräte schön“, sagt der Amtsleiter für Bildung, Jugend und Soziales, Elmar Günther. Hier gibt es jetzt unter anderem eine neue Kletterlandschaft.

Alle Spielplätze in Coswig geprüft, wöchentlich wird nachgeschaut

Bisher hat der Tüv vor Saisonbeginn im April, im Juni und zuletzt im September die Spielplätze auf ihre Tauglichkeit und Sicherheit überprüft. Das Ergebnis: Derzeit gibt es in Coswig keine Spielplätze, die nicht Tüv-tauglich sind oder erneuert werden müssten, so Torsten Schröder vom Stadtmarketing. Außerdem werden sie wöchentlich auf ihre Sicherheit kontrolliert und dreimal wöchentlich gereinigt, damit sich Eltern und Kinder dort wohlfühlen können.

Coswig hat insgesamt 36 Spielplätze, von denen aber nicht alle frei zugänglich sind. Acht davon sind öffentliche Spielplätze, dazu gibt es mehrere größere der Wohnbau- und Verwaltungs-GmbH sowie in den Kitas freier Träger und in den Schulen. Für die jährliche Pflege plant die Stadt etwa 30. 000 Euro ein und für die Reparatur von Kleinschäden noch einmal 10.000 Euro pro Jahr.

Der Spielplatz auf dem Dorfanger in Zitzschewig – auch ein vorbildlich eingerichteter Platz zum Klettern und Schaukeln.
Der Spielplatz auf dem Dorfanger in Zitzschewig – auch ein vorbildlich eingerichteter Platz zum Klettern und Schaukeln. © Norbert Millauer

Im Spitzgrund im Wäldchen ist erst Mitte des Jahres ein nagelneuer Spielplatz entstanden. Fast noch ganz neu ist der am Blauberg unterhalb vom Talkenberger Hof, der Ende 2018 fertig geworden ist. Für die Erneuerungen in diesem Jahr hat die Stadt circa 60.000 Euro investiert. Ende September soll noch die Seilbahn im Bürgerpark neugebaut werden.

Der Moritzburger Ortsteil Auer soll einen Spielplatz bekommen

Die Kinder in Moritzburg können sich freuen: „Unsere Spielplätze sind ganz gut in Schuss“, sagt Bürgermeister Jörg Hänisch. Auch hier werden die Geräte, wie vorgeschrieben, einmal jährlich vom Tüv kontrolliert. Immer im April vor Saisonbeginn. Erneuerungen gab es dieses Jahr in Boxdorf, im Moritzburger Wohngebiet und in Friedewald, so Hänisch. Allerdings ist beim jüngsten Sturm Ende September ein Baum auf einen Teil des dortigen Spielplatzes gestürzt. „An den neuen Sachen ist nichts passiert, aber der Turm und die Wackelbrücke sind kaputt“, sagt der Bürgermeister.

Im gesamten Gemeindegebiet gibt es zwölf öffentliche Spielplätze, die von der Gemeinde unterhalten werden. In Steinbach und am Auer müssen die Kinder bisher ohne auskommen. Doch das soll sich, zumindest am Auer, bald ändern: „Der Ortschaftsrat und Eltern haben sich zusammengetan und wünschen sich einen kleinen Spielplatz“, sagt Jörg Hänisch. Wenn der Gemeinderat zustimmt, kann mit dem Bau bald begonnen werden.

Der technische Dienst macht jede Woche eine Sichtprüfung: Er kontrolliert, ob Papierkörbe umgeschmissen sind oder kaputtes Glas herumliegt. Da die meisten Spielgeräte in Moritzburg aus Holz sind, brauchen sie deshalb stärkere Pflege. Etwa 8.000 Euro stehen jährlich für Kleinstreparaturen zur Verfügung und noch einmal 10. 000 Euro für Erneuerungen, so Hänisch.

Kinder und Jugendliche aus Boxdorf haben sich beim Workshop „Demokratie in Kinderhand“ beispielsweise einen Bolzplatz in ihrem Ortsteil gewünscht. Der soll neben der Turnhalle entstehen. Der Basketballplatz würde dafür zu einem kombinierten Spielfeld umgebaut, inklusive zwei neuer Tore. Dafür sind 5.000 Euro vorgesehen.

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