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Wie soll es am Dresdner Terrassenufer aussehen?

Die Gestaltungskommission schlägt eine Untersuchung des Areals vor. Es geht nicht nur um das umstrittene Hotel, sondern auch um das geplante Venezianische Haus.

So soll das Ensemble Venezianisches Haus aussehen.
So soll das Ensemble Venezianisches Haus aussehen. © Visualisierung: Baugeschäft Max Wiessner

Dresden. Erst vor wenigen Wochen hatte Bauunternehmer Frank Wießner seine Ideen zur Neugestaltung des Terrassenufers präsentiert. Am Fuße der Carolabrücke möchte er das Venezianische Haus nach historischem Vorbild wieder aufbauen inklusive des angrenzenden Nachbarhauses. Komplettiert wird das Ensemble durch einen begrünten Neubau an der Ecke zur Steinstraße.  

Wießner hat seine Pläne an die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen und das Stadtplanungsamt geschickt in der Hoffnung, dass ihnen diese gefallen und sie ihn unterstützen. Tilo Wirtz von den Linken hat einen Antrag zur Prüfung des Vorhabens eingebracht. 

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Nun gibt es erste Reaktionen auf die Vision. Die Dresdner Gestaltungskommission empfiehlt, das Umfeld des Terrassenufers städtebaulich genauer zu untersuchen. "Das Stadtplanungsamt greift diese Empfehlung auf", informiert Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen jetzt in Vertretung des Baubürgermeisters.

Doch nicht allein das Venezianische Haus ist der Anlass für die geplante Untersuchung, sondern auch das Hotel am Terrassenufer. Dieses sollte nach dem Willen der Stadt eigentlich abgerissen werden, wie sein Schwesternbau, der schon lange gefallen ist. Doch der Eigentümer hat dagegen geklagt und Recht bekommen. Nun will er das Hotel in nächster Zeit sanieren, wie die Stadt informiert.  

Der Standort, die Höhe und Gestaltung des Gebäudes werden sowohl von der Stadtgesellschaft als auch in Fachkreisen seit vielen Jahren intensiv diskutiert. "Seiner Entstehungszeit geschuldet ist das Gebäude ein typisches Ergebnis der damals vorherrschenden autogerechten Stadtentwicklung", stellte die Gestaltungskommission Dresden fest. Durch das hohe Hotelgebäude sei heute eine städtebaulich unbefriedigende Situation entstanden, so die Kommission. Sie erkennt aber auch an, dass die Immobilie mit dem laufenden Hotelbetrieb  einen hohen Wert für den Eigentümer besitzt.

Das Hotel am Terrassenufer, durch seine Höhe heute " städtebaulich unbefriedigend".
Das Hotel am Terrassenufer, durch seine Höhe heute " städtebaulich unbefriedigend". © Sven Ellger

Geht es nach den Mitgliedern der Kommission, muss die Gesamtsituation zwischen Elbe und Rathenauplatz, der historischen Innenstadt und der neuen Synagoge vertieft untersucht werden. Es fehle an einer der heutigen Situation angemessenen Stadtansicht von der Flussseite und im Verhältnis zur Altstadt. Die Gestaltungskommission empfiehlt, die Weiterentwicklung des gesamten Hotelumfeldes zu erörtern.

Wie geht es jetzt weiter?

Das Stadtplanungsamt erarbeitet zunächst eine sogenannte "stadträumliche Ensemblestudie", die die Silhouette der Altstadt einbezieht, erklärt Eva Jähnigen. Betrachtet werden darin außerdem die Bereiche von der neuen Synagoge, über den Rathenauplatz, der Ansicht Elbseite bis zum Umfeld des Hotels. 

Erst wenn Ergebnisse vorliegen, könne über Änderung am Bestand sowie über neue Gebäude und Architektur diskutiert werden, erklärt die Umweltbürgermeisterin die nächsten Schritte. Das wird rund ein Jahr dauern angesichts der Komplexität der Aufgabe und des prägnanten Standorts, rechnet das Stadtplanungsamt.

Darin wird dann auch der Plan vom Ensemble Venezianisches Haus mit betrachtet.  Dabei werde die nach dem Wiederaufbau ab 1945 grundlegend geänderte Stadt im Umfeld des Terrassenufers mit der dominierenden Brückenkonstruktion eine Rolle spielen. Nicht unwesentlich ist, dass der Standort im Überflutungsgebiet der Elbe liegt. Der geltende Bebauungsplan Pirnaische Vorstadt/Terrassenufer sieht keine Bebauung an dieser Stelle vor. Auch für den dortigen Busparkplatz müsste eine Lösung gefunden werden, so die Stadt.

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"Wir wollen ein Gebäudeensemble wieder aufbauen, was niemals hätte zerstört werden dürfen", sagt Investor Frank Wießner. 85 Prozent der Teilnehmer einer nicht-repräsentativen SZ-Befragung mit über 460 abgegebenen Stimmen unterstützen dieses Vorhaben. "Was anderes bei einer städtebaulichen Untersuchung herauskommen soll, als das Gebäude wieder aufzubauen, kann ich nicht erkennen. Das Geld des Steuerzahlers sollte man sinnvoller verwenden", erklärt Wießner.  

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