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Wie viel Arbeit steckt in einem Brot?

Warum sind die Brötchen und das Brot vom Bäcker so wertvoll? Dieser Frage gehen Schüler im Backhaus Wentzlaff nach.

Von Sylvia Mende

Dass so viele Schritte notwendig sind, bis ein Brot oder ein Brötchen verkauft werden kann, hatten die Oberschüler aus Hartha nicht erwartet. Sie besuchten das Backhaus Wentzlaff in Sornzig. Das beteiligt sich an der Aktion „Unsere Backwaren – voll was wert“, um etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu tun. Außerdem nutzten die Schüler der siebten und achten Klasse die Gelegenheit, sich über den Beruf des Bäckers zu informieren.

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Wie viel Freude dieser bereiten kann, bewies Peter Wentzlaff in Person. „Ich dachte, der Rundgang ist viel strenger und nicht so lustig“, sagte Marcus Uhlig. Ihn begeisterte nicht nur das Backhaus, sondern auch der persönliche Werdegang des Bäckermeisters. „Der Beruf soll Spaß machen. Man muss die Flamme der Begeisterung in sich tragen“, so Wentzlaff. Und genau diese übertrug er durch seine direkte, witzige Art und sein Fachwissen auf die Schüler. „Das ist Handwerk, das ist Qualität“, sagte der Bäckermeister und zerschnitt Butterpfannkuchen, Apfeltaschen und Croissants. Diese verkosteten die Schüler, nachdem ihnen die einzelnen Arbeitsschritte zur Herstellung gezeigt wurden. Die Schüler fanden die Backwerke total lecker und ließen sich nicht lange bitten, ein weiteres Stück zu nehmen und waren voll des Lobes. „Butter spielt bei uns eine wichtige Rolle. Auch wenn sofort alle an die Kalorien denken, es kommt auf die Menge an“, sagte Wentzlaff. Für die Füllung der Apfeltaschen verwendet der Bäckermeister keine Paste, sondern frische Äpfel aus der Region. Auch die Pfannkuchen werden mit selbst gemachter Marmelade gefüllt. „Wir haben einen großen Aufwand, um die qualitativ hochwertigen Backwaren herzustellen. Es ist ein Frevel, wenn diese in der Futterkiste landen oder gar verbrannt werden müssen“, sagte Peter Wentzlaff. Er machte auf ein weiteres Problem aufmerksam: „Für die Aufbackstationen in den Märkten werden teilweise Rohlinge aus China verwendet. Für diese ist kein Nachweis notwendig.“ Der Bäckermeister könne seinen Kunden getrost ins Auge schauen, auch wenn seine Waren teurer als die in den Märkten ist. „Es ist nicht das Mehl, dass unsere Waren preisintensiver macht, sondern es sind unter anderem die Lohnnebenkosten, die Energie und andere Dinge. Wenn wir ehrlich sein wollen und Produkte unserer Region verwenden, dann sind unsere Waren teuer“, sagte Peter Wentzlaff. Nun müsse der Kunde entscheiden, ob er Qualität essen will und dann eben nur so viel kauft, wie auch gegessen wird.

Dann ging es voller Erwartungen in die Konditorei. Es durfte Buttercreme und im Haus gekochter Pudding verkostet werden. „Essen ist sexy. Es ist ein Stück Gesundheit und Kultur“, sagte Wentzlaff. Auf das Thema kam er, als er von den Essgewohnheiten der jungen Leute erfuhr. Er appellierte an sie, dass eine regelmäßige Nahrungsaufnahme wichtig ist und erklärte, warum Essen „to go“ total schädlich sei. Sandra Rahm war von der Führung begeistert. „Es ist total interessant. Sonst geht man nur zum Bäcker und kauft das fertige Produkt“, sagte die Schülerin. Nun wisse sie, wie Brot und Brötchen hergestellt werden, und habe ein neues Gefühl für den Geschmack, den sie haben müssen. „Grundsätzlich könnte ich mir vorstellen, in einer Bäckerei zu arbeiten“, so Sandra Rahm. Interesse an einer Ausbildung als Konditorin hat Linda Schröder. „Mir macht backen Spaß“, so die Schülerin. Sie wisse nun, was wirklich frische Brötchen sind und wie sie ohne Chemie schmecken. „Ich bin überrascht, wie kreativ man als Bäcker oder Konditor sein kann. Und hätte schon Lust, diesen Beruf zu erlernen“, sagte Erik Leutert.

Welche Voraussetzungen er dafür haben muss, erfuhr im anschließenden Gespräch. Denn der Besuch des Backhauses ist nur ein Teil des Projektes.

Die Schüler werden noch Fragen rund um die Ausbildung und den Beruf beantworten sowie ein Plakat gestalten. Mit diesem nehmen sie an einem Wettbewerb zum Motto „Zu gut für die Tonne“ teil. Initiiert wurde das Projekt vom Christlich-Sozialen Bildungswerk.