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Wie viel Gewerbe braucht Bannewitz?

Für die Ansiedlung von Firmen ist die Gemeinde ein guter Standort. Doch über konkrete Pläne wird oft gestritten.

Von Verena Weiß

Kein anderes Thema stand in Bannewitz zuletzt so massiv in der Diskussion wie die Ansiedlung von Gewerbe. Die einstigen Baupläne des Dresdner Maschinenbauers sind für die Fläche nahe des Bannewitzer Ortskerns zwar verpufft. Dennoch ist nach wie vor nicht klar, was in Zukunft an die B 170 soll: hauptsächlich Wohnungen, sagen die Anwohner – aber auch Gewerbe, so die Entscheidung der Gemeindevertreter. Nur wie beides in Einklang zu bringen ist, darüber ist man sich noch uneins, nicht nur an besagter Streitfläche. Schon länger drängt die Bürgerinitiative „Für ein modernes Bannewitz“ darauf, ein Ortsentwicklungskonzept für die gesamte Gemeinde zu erstellen, mit dem Ziel, konkrete Zukunftspläne für Bannewitz festzulegen, wohl aber auch, um befürchteten Schnellschüssen aus der Rathausspitze vorzubeugen. Fest steht: Die Ansiedlung von Firmen wird auch für das neu gewählte Gremium im Gemeinderat ein wichtiges Thema sein. Gewerbe ist für Bannewitz von Bedeutung, das bekräftigen alle Fraktionen und Wählervereinigungen – mit Unterschieden.

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Die weitere Ansiedlung von geeignetem Gewerbe sollte „vorrangiges Ziel der Gemeinde sein“, sagt Mirco Synde (SPD). Schließlich biete das Gemeindegebiet attraktive Standorte für mittelständische Betriebe. Diese müssten allerdings noch besser vermarktet werden, erklärt Synde. Die Nähe zur Landeshauptstadt und die Anbindung an die A 17 verschaffen Bannewitz Vorteile. Für die Entwicklung von Gewerbestandorten sei dies „geradezu ideal“, heißt es seitens der Wählervereinigung BHPR. Allerdings dürften diese das Ortsbild nicht „beschädigen“. Erst kürzlich habe man sich für eine zusätzliche Gewerbefläche an der Kreischaer Straße in Possendorf ausgesprochen, erklärt Alexander von Finck (Die Grünen). Eine „Gewerbeansiedlung oberhalb von McDonalds“ hält er ebenfalls für sinnvoll, weniger auf der Streitfläche gegenüber des Friedhofes. Ein „ausgewogenes Verhältnis von Wohn- und Gewerbenutzung im Ort“ ist auch im Sinn der Freien Wählergemeinschaft Bannewitz (FWB). Ein Ortsentwicklungskonzept unter Einbeziehung der Einwohner – wie es die Bürgerinitiative vorschlägt – könnte dazu beitragen, „aktuelle Mängel und Konflikte, aber auch Chancen und Potenziale der Ortsentwicklung ablesen zu können“, sagt Carmen Ebert (FWB). Hierbei sei es wichtig, die Ortschaftsräte in die Planungen einzubeziehen. Die CDU-Fraktion hält es neben einer „aktiven Beteiligung der Bevölkerung“ sogar für möglich, externe Fachleute hinzuzuziehen. Grundsätzlich sollte das Ortsentwicklungskonzept aber kein „starres Korsett“ sein, sondern „im Gemeinderat die notwendige Flexibilität“ bieten, sagt Klaus Kucklick (CDU).

Aber es gibt auch Skeptiker: „Ich denke, es ist ausreichend, wenn ein paar Eckpunkte für die gemeindliche Entwicklung festgelegt werden“, sagt Volker Einert (Die Linke). „Vorausschauende Konzepte sind gut“, sagt Mirco Synde (SPD), „diese sollten aber auch die Ressourcen einer Gemeindeverwaltung im Blick haben.“ Mit Hilfe des Flächennutzungsplanes gebe es doch schon jetzt Möglichkeiten, auf die Entwicklung der Gemeinde Einfluss zu nehmen. Ähnlich sieht das die Bürgergemeinschaft (BG): Satzungen und Pläne seien über Jahre für viel Geld erarbeitet worden.

Davon sei bisher partiell abgewichen worden, ohne dass es zu Fehlentwicklungen gekommen sei. Insofern genüge der Flächennutzungsplan. Dieser sei „in Konsens von Gewerbe, Wohnen und Natur fortzuschreiben“, sagt Walter Kaiser von der Bürgergemeinschaft. Die Ansiedlung von Gewerbe sollte auch künftig ein Schwerpunkt für Bannewitz sein und die Gewerbesteuer die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde. Welchen Stellenwert diese Einnahmequelle hat, zeigt die aktuelle Situation.

Da das größte Unternehmen in Bannewitz, der Kompressorenbau, jüngst geringere Gewinne zu verzeichnen hatte, fehlen Bannewitz derzeit Einnahmen von rund 600 000 Euro aus der Gewerbesteuer.