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Wie viel Mobilität ist noch bezahlbar?

Was wird sein, wenn die Bahn nicht mehr kommt, kein Bus mehr fährt? Das soll für den Klosterbezirk untersucht werden.

Von Heike Stumpf

Es gibt keine Zukunft für die Regionalbahn 110 zwischen Döbeln und Nossen. Diese Nachricht hat zumindest die regelmäßigen Nutzer der Strecke niedergeschmettert. Doch was kommt nach der Bahn? Werden Busse das Angebot ersetzen können, dauerhaft? Was passiert in den Dörfern, in denen vielleicht in ein oder zwei Jahren kein Schulbus mehr die Rentner mit in die Stadt nimmt – einfach weil es dann keine Schüler mehr gibt? Solche und viele weitere Fragen können in einem Mobilitätskonzept geklärt werden. Ein solches würde Steffi Möller vom Regionalmanagement des Klosterbezirkes Altzella gern für das Gebiet zwischen Großschirma und Striegistal anfertigen lassen.

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Im Juni und Juli will Steffi Möller diesen Vorschlag an die Bürgermeister der Mitgliedskommunen des Klosterbezirkes herantragen. Sie entscheiden letztlich, ob und wie wichtig die Mobilität für die Bürger in ihren jeweiligen Ortsteilen ist. Die Regionalmanagerin denkt, dass es im Interesse jeder Kommune sein dürfte, dass Jugendlichen und Rentnern Alternativen aufgezeigt werden können. „Denn wir müssen meiner Ansicht nach überall etwas dafür tun, dass Junge und Alte in den ländlichen Regionen bleiben wollen und dies auch können“, so Steffi Möller.

Sehen die Bürgermeister das genauso, dann muss das Regionalmanagement bis zum Herbst den Förderantrag für ein Mobilitätskonzept einreichen. Die Arbeiten am Konzept selbst würden voraussichtlich das gesamte nächste Jahr laufen. „Wenn man das ordentlich betreiben will, dann braucht es schon ein wenig Zeit“, so die Managerin. Sie möchte versuchen, vielleicht schon im Mai zu Sondierungsgesprächen einzuladen. Dass dies eine große Runde wird, ist Möller bewusst. Einzubinden sind aus ihrer Sicht eine Menge Partner: Vertreter des öffentlichen Personennahverkehrs, der Zweckverbände und Landkreise, der Kommunen und andere mehr. Dann sollten Wünsche geäußert, der Bedarf ermittelt werden. „Und wir müssen auch sehen, was überhaupt zu finanzieren und zu leisten ist. Es genügt nicht, hier zu schreien und dann nutzt es keiner.“ Steffi Möller vergleicht das mit dem Kampf um den Erhalt der Bahnstrecke. Tausenden Unterschriften dafür stehen Fahrgastzahlen gegenüber, die eine andere Sprache sprechen.

Bei einer Bestandsanalyse soll das Konzept nicht stehen bleiben. Es müssen Verkehrsflüsse untersucht und betrachtet werden, wie sich die Bevölkerung in den ländlichen Regionen entwickelt. Und Steffi Möller hält es für angebracht, mal zu schauen, was in anderen Regionen getan wird. In der Lommatzscher Pflege zum Beispiel gibt es seit fünf Jahren einen Bürgerbus. Träger ist ein gleichnamiger Verein. Die Verkehrsgesellschaft unterstützt ihn, teilt beispielsweise die ehrenamtlichen Busfahrer ein. Der Bus ist an drei Tagen die Woche im Käbschütztal und am Markttag nach Lommatzsch unterwegs. Zwischen sieben und 17 Fahrgäste steigen durchschnittlich ein. Finanziert wird das Projekt zum Großteil vom Landkreis Meißen.

„Ehe wir damit begonnen haben, gab es über zwei Jahre eine Analyse“, erzählt Michaela Stock vom Regionalmanagement Lommatzscher Pflege. Dabei seien auch alternative Bedienformen untersucht worden. „Am Ende sind wir zu dem Bürgerbus gekommen“, sagt sie. Der Zuspruch habe sich entwickelt. Viele Vereinsmitglieder und Fahrer seien bei den Befragungen damals zum Bedarf rekrutiert worden – und noch immer dabei. Auch Michaela Stock hält es für gut und richtig, sich die Erfahrungen anderer anzuschauen: „In Mecklenburg-Vorpommern gibt es Ähnliches. Dort verbinden es die Menschen teilweise noch mit der Beförderung von Gütern.“

Alternativen aufzuzeigen, das ist laut Steffi Möller das Ziel des Mobilitätskonzeptes für den Klosterbezirk. Sehen das die Mitgliedsbürgermeister auch so, dann sollte unterm Strich feststehen, ob und wo Ruftaxen oder -busse oder Bürgerbusse sinnvoll sind. Das Koordinieren der Dienstleistungen könnte eine Rufzentrale übernehmen „Dies alles aufzubauen, dazu hätten wir in der neuen Förderperiode Zeit. Sie beginnt dieses Jahr und dauert bis 2020.“

Ein weiteres Ziel des Konzeptes ist aus Steffi Möllers Sicht, ein Verbundticket mit einheitlichen Preisen zu etablieren. Das würde Mobilität mit Bus und Bahn übersichtlicher und attraktiver machen, findet sie. Im Moment gibt es zu viele Verbünde mit unterschiedlichen Preisen. Manche Reisende verlieren da die Übersicht.