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Wie weiter in der Oberschule?

Die Gemeinderäte von Neukirch fassen keinen Beschluss für eine Sanierung – drängen aber auf die rasche Beseitigung akuter Mängel.

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© Steffen Unger

Von Carolin Menz

Die Oberschule muss saniert werden. Geschlossen bekannten sich Neukirchs Gemeinderäte dazu, Bedingungen für Schüler und Lehrer zu verbessern. Einen angekündigten Beschluss zur Sanierung der Oberschule „Am Valtenberg“ haben die Abgeordneten am Mittwochabend allerdings nicht gefasst. Eltern, die als Besucher zur Sitzung gekommen waren, ließ das enttäuscht zurück. Sie hatten sich Antworten auf die drängende Frage erhofft, wann erste Modernisierungsschritte erfolgen. Er könne zum jetzigen Zeitpunkt lediglich zum aktuellen Stand informieren, sagte Neukirchs Bürgermeister Gottfried Krause (CDU). Demnach hatte es im Vorfeld eine Sondersitzung des Technischen Ausschusses zum brisanten und emotionalen Thema Oberschule gegeben. Die Ausschussmitglieder verständigten sich darüber, dass bindende Beschlüsse derzeit unmöglich seien. „Es braucht noch Zeit, die Möglichkeiten einer Sanierung auszuloten“, so Gottfried Krause. Dieses Ausloten erfolgt in zahlreichen Gesprächen, die derzeit hinter den Kulissen terminlich eng getaktet laufen. „Es gab Treffen mit Eltern, mit dem neuen Schulförderverein, Gemeinderäten, Vertretern der Oberschule und der Bildungsagentur sowie der Landtagsabgeordneten Patricia Wissel (CDU)“, so Gottfried Krause. Viele Varianten für eine moderne Oberschule stehen zur Diskussion. Von einer Komplettsanierung über Teilsanierung bis hin zum Neubau. Wie es zur öffentlichen Sitzung hieß, werden zudem eine „alternative Trägerschaft“ und ein Schulverbund diskutiert. Gespräche dazu gibt es noch im Mai.

Nachhaltige Sanierung

Ergebnisse bleiben vorerst offen. Der Anspruch daran ist umso klarer. „Nachhaltig soll die Sanierung der Schule sein, die im Schulnetzplan gesichert sein und über genügend Schüler verfügen muss“, so Gottfried Krause. Oberstes Ziel sei es, mit einem schlüssigen, nachhaltigen und wirtschaftlichen Konzept Fördergelder zu beantragen, sagte Gemeinderat Andreas Bascha (Wählerinitiative Neukirch braucht Zukunft) auf Nachfrage. Eine erste Anfrage der Gemeinde auf Fördergelder in Höhe von 350 000 Euro für eine Modernisierung der Sanitäranlagen war vom zuständigen Kultusministerium zunächst abgelehnt worden. Doch die Neukircher bleiben am Ball, halten den Förderantrag aufrecht.

Aktuell seien kurzfristige Ergebnisse nicht möglich, so Gemeinderat Ronny Wolf (Gemeinschaft der Bürger Neukirchs). Obgleich er wie andere Abgeordnete auf eine schnelle Beseitigung der akutesten Mängel drängt. Gemeinderätin Ilka von Kleist (CDU) sprach von einer „Not-OP“, die nun zwingend erforderlich sei. „Da wurde in den letzten Jahren viel vernachlässigt“, sagte sie. Wie die Eltern und der Schulförderverein sehen die Abgeordneten vorrangig Handlungsbedarf bei den Sanitäranlagen. Gemeinderat Bernd Harig (Gemeinschaft der Bürger Neukirchs) erarbeitete ein Baukonzept, wie WC- und Waschräume für 150 000 Euro zu sanieren wären – nur ein Vorschlag in der Diskussion. Die Summe zumindest könnte Neukirch ohne Fördermittel aufbringen. „Wir müssen aber genau prüfen, wie wir dieses Geld einsetzen. Als Eigenmittel eines Förderpakets oder unmittelbar für Reparatur oder Instandhaltung“, so Gottfried Krause. Sowieso wäre eine Ausgabe erst möglich, wenn Neukirch über einen genehmigten Haushalt fürs laufende Jahr verfügt. Das dauert noch. Die Kämmerei erstellt derzeit die Eröffnungsbilanz. In keinem Falle aber dürften kurzfristige Modernisierungsarbeiten eine spätere Förderfähigkeit gefährden oder gar im Hinblick einer späteren Sanierung jetzt umsonst getätigt werden.

Nach der Sitzung weiterdiskutiert

Die Zukunft der Oberschule bewegt. Vor den Türen des Rathauses nach der Sitzung gab es weitere Diskussionen. Eltern wollen sich einsetzen dafür, dass möglichst schnell ein Zeichen gesetzt wird für die Zukunft der Schule, in der ein tolles Klima herrsche und gute pädagogische Arbeit geleistet werde. Im Juni kommt das Thema Schule und die Entwicklungen bis dahin erneut auf die Agenda im Gemeinderat.