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Wie weiter mit dem Gutshof in Uhyst?

Die erste Bauanfrage wurde abgelehnt. Jetzt nimmt der Bauträger erneut Anlauf – mit verkleinertem Projekt.

Das Mehrfamilienhaus auf dem Gutshof in Uhyst ist abrissreif. Pläne für eine alternative Bebauung hatte der Landkreis aber zunächst ausgebremst.
Das Mehrfamilienhaus auf dem Gutshof in Uhyst ist abrissreif. Pläne für eine alternative Bebauung hatte der Landkreis aber zunächst ausgebremst. © Constanze Knappe

Auf 113 bis 163 traumhaften Quadratmetern, je nach Ausführung, hätten Familien auf dem Gelände des alten Gutshofs in Uhyst ein neues Zuhause finden oder Feriengäste des nahen Bärwalder Sees komfortabel nächtigen können. Zu jeder Wohneinheit sollten außerdem ein Pkw-Stellplatz und ein separater Gartenbereich gehören. Man kann sich gut vorstellen, wie auf dem Gelände neues Leben einzieht.

Im Gemeinderat Boxberg und erst recht im Ortschaftsrat Uhyst wurde das ehrgeizige Projekt mit Spannung verfolgt. Die Grundlage für die Umsetzung der Pläne legten die Räte im vergangenen Herbst selbst – mit ihrem einstimmigen Beschluss zum Verkauf des alten Gutshofs. Daran gekoppelt war die Verpflichtung, zwei Jahre nach Vertragsabschluss eine Baugenehmigung vorzulegen und drei weitere Jahre später das Bauvorhaben fertigzustellen.

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Landkreis sagt: „Zu groß!“

Mit dem Optimismus von Bauunternehmer Mario Weier schien das kein Problem zu sein. Doch ein reichliches halbes Jahr später kehrte Ernüchterung ein. Die Lausitz Wohnbau GmbH scheiterte mit ihrer unmittelbar nach dem Beschluss des Gemeinderats eingereichten Bauvoranfrage. Das Ansinnen wurde abgelehnt, weil man beim Landkreis die beabsichtigte Bebauung als zu groß ansah, so Geschäftsführer Mario Weier. „Die dachten offenbar, dass wir es nicht vermarktet kriegen“, erklärte er jetzt auf Nachfrage von Tageblatt.

Der Gutshof gehört zum Ensemble „Schloss und Schlosspark Uhyst“ und steht damit unter Denkmalschutz. Allerdings befindet sich das langgestreckte, zweigeschossige Mehrfamilienhaus in einem derart schlechten Zustand, dass es nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren ist. An seiner Stelle sollte ein Gebäude mit ähnlichem Aussehen errichtet werden, um dem Charakter der bisherigen Bebauung zu entsprechen. Nach Ansicht der Denkmalschutzbehörde sollte es eine Vollbebauung sein. Vorgesehen waren Wohneinheiten als Reihenhäuser in einem Dreierkomplex. Im September stellte Mario Weier das Konzept im neuen Gemeinderat vor, nachdem er das bereits im alten Ortschaftsrat Uhyst und im Verwaltungsausschuss getan hatte.

Unverständnis und Enttäuschung

Als er jetzt jedoch den Gemeinderäten von der Ablehnung des Landkreises berichtete, waren Unverständnis und Enttäuschung groß. „Das kann doch nicht wahr sein. Wir sind froh, dass dort endlich was passiert“, machte Horst Jannack (Linke) seiner Entrüstung Luft. Auch im Ortsteil Uhyst ist man wenig begeistert. Denn mehrfach schon hatte Ortsvorsteher Frank Knobloch (Uhyster Heimatverein) in der Vergangenheit darauf verwiesen, wie sich der Ortschaftsrat seit 2014 bemüht, „den Entwicklungsknoten zu lösen“. Die Baupläne hatte er als „Bereicherung für Uhyst“ und den Beschluss zum Verkauf des Gutshofs als „wegweisende Entscheidung“ bezeichnet.

Die abrissreife Immobilie hatte die Gemeinde Boxberg im Sommer vorigen Jahres zum Verkauf ausgeschrieben. Mit der Lausitz Wohnbau GmbH Weißwasser gab es jedoch nur einen einzigen Bewerber für den Gutshof in Uhyst. Umso größer waren die Hoffnungen, die man auf den Bauträger setzte. In Uhyst wie auch bei der Gemeinde Boxberg.

Das Grundstück besteht aus sechs Flurstücken. Im Gemeinderat hatte der Bauunternehmer im September erklärt, dass man in engen Verhandlungen mit der Peitzer Edelfisch GmbH stehe. Die Firma, der die Nachbarfläche gehört, plane ebenfalls, Reihenhäuser zu errichten. Dazu werde das Grundstück neu aufgeteilt, hieß es da.

Inzwischen hat die Lausitzer Wohnbau GmbH das Projekt überarbeiten lassen und zusammen mit der Peitzer Edelfisch GmbH erneut eine Bauvoranfrage beim Landkreis gestellt. Statt der ursprünglich 15 Einfamilienhäuser, davon zwölf in Reihe und drei separat, sollen es jetzt nur noch drei als Reihenhäuser und drei separate Häuser sein. Nach einem Termin im kreislichen Bauamt in Niesky sei die Änderung des Projekts mittlerweile genehmigt worden, erklärt Mario Weier auf Nachfrage von Tageblatt. Ausdrücklich verweist er auf die Unterstützung des Vorhabens durch Bürgermeister Achim Junker (CDU).

Bauantrag noch in diesem Jahr

Allzu sehr möchte sich der Bauunternehmer trotz dieser erfreulichen Botschaft aber noch nicht in die Karten gucken lassen. Man habe einen Investor an der Hand, aber noch nichts vertraglich vereinbart, begründet er. „Wir wollen noch in diesem Jahr den Bauantrag stellen und 2021 mit der Umsetzung beginnen“, sagt Mario Weier. Wie zügig das nun geht, hänge von der Baugenehmigung und den Planungen ab und ebenso davon, wie der Investor die Finanzierung hinkriegt. Er sei aber zuversichtlich, im nächsten Jahr mit dem Bau anfangen zu können – ganz so, wie es die mit der Gemeinde Boxberg eingegangene Bauverpflichtung vorschreibt.

Die Lausitz Wohnbau GmbH Weißwasser hat nach Aussage ihres Geschäftsführers trotz Corona aktuell viel zu tun. Auf das Vorhaben Gutshof Uhyst bezogen sagt Mario Weier: „Wenn es hakt, ist das aus dem Tagesgeschäft heraus schwer zu machen.“ Aber eine Hürde ist jetzt jedenfalls erstmal genommen.

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