merken
PLUS Hoyerswerda

Wie weiter mit dem Gutshof Uhyst?

Die erste Bauanfrage wurde abgelehnt. Jetzt nimmt der Bauträger erneut Anlauf – mit verkleinertem Projekt.

Das Mehrfamilienhaus auf dem Gutshof in Uhyst ist abrissreif. Pläne für eine alternative Bebauung hatte der Landkreis zunächst ausgebremst.
Das Mehrfamilienhaus auf dem Gutshof in Uhyst ist abrissreif. Pläne für eine alternative Bebauung hatte der Landkreis zunächst ausgebremst. © Archivfoto: ck

Auf 113 bis 163 traumhaften Quadratmetern, je nach Ausführung, hätten Familien auf dem Gelände des alten Gutshofs in Uhyst ein neues Zuhause finden oder Feriengäste des nahen Bärwalder Sees komfortabel nächtigen können. Zu jeder Wohneinheit sollten außerdem ein Pkw-Stellplatz und ein separater Gartenbereich gehören. Man kann sich gut vorstellen, wie auf dem Gelände neues Leben einzieht.

Im Gemeinderat Boxberg und erst recht im Ortschaftsrat Uhyst wurde das ehrgeizige Projekt mit Spannung verfolgt. Die Grundlage für die Umsetzung der Pläne legten die Räte im vergangenen Herbst selbst – mit ihrem einstimmigen Beschluss zum Verkauf des alten Gutshofs. Daran gekoppelt war die Verpflichtung, zwei Jahre nach Vertragsabschluss eine Baugenehmigung vorzulegen und drei weitere Jahre später das Bauvorhaben fertigzustellen.

Anzeige
Demenzsensibles Krankenhaus St. Carolus
Demenzsensibles Krankenhaus St. Carolus

Jeder dritte bis vierte Patient bringt die Nebendiagnose Demenz mit ins Krankenhaus. Das St. Carolus in Görlitz geht einen besonderen Weg und hilft damit allen Beteiligten.

Mit dem Optimismus von Bauunternehmer Mario Weier schien das kein Problem zu sein. Doch ein gutes halbes Jahr später kehrte erst einmal Ernüchterung ein. Die Lausitz Wohnbau GmbH scheiterte mit ihrer unmittelbar nach dem Beschluss des Gemeinderats eingereichten Bauvoranfrage. Das Ansinnen wurde abgelehnt, weil man beim Landkreis die beabsichtigte Bebauung als zu groß ansah, so Geschäftsführer Mario Weier. „Die dachten offenbar, dass wir es nicht vermarktet kriegen“, erklärte er auf Nachfrage von Tageblatt.

Der Gutshof gehört zum Ensemble „Schloss und Schlosspark Uhyst“ und steht damit unter Denkmalschutz. Allerdings befindet sich das langgestreckte, zweigeschossige Mehrfamilienhaus in einem abrissreifen Zustand. An seiner Stelle sollte ein Gebäude mit ähnlichem Aussehen errichtet werden, um dem Charakter der bisherigen Bebauung zu entsprechen. Nach Ansicht der Denkmalschutzbehörde sollte es eine Vollbebauung sein. Vorgesehen waren Wohneinheiten als Reihenhäuser in einem Dreierkomplex, die die Lausitz Wohnbau GmbH Weißwasser schlüsselfertig errichten wollte. Im September stellte Mario Weier das Projekt im neuen Gemeinderat vor, nachdem er das bereits im alten Ortschaftsrat Uhyst wie auch im Verwaltungsausschuss getan hatte.

Unverständnis und Enttäuschung

Als er jetzt jedoch den Gemeinderäten von der Ablehnung des Landkreises berichtete, waren Unverständnis und Enttäuschung groß. „Das kann doch nicht wahr sein. Wir sind froh, dass dort endlich was passiert“, machte Horst Jannack (Linke) seiner Entrüstung Luft. Auch in Uhyst war man wenig begeistert. Denn mehrfach schon hatte Ortsvorsteher Frank Knobloch (Uhyster Heimatverein) in der Vergangenheit darauf verwiesen, wie sich der Ortschaftsrat seit 2014 bemüht, „den Entwicklungsknoten zu lösen“. Die Baupläne hatte er als „Bereicherung für Uhyst“ und den Beschluss zum Verkauf des Gutshofs als „wegweisende Entscheidung“ bezeichnet.

Die Immobilie hatte die Gemeinde Boxberg im Sommer vorigen Jahres zum Verkauf ausgeschrieben. Mit der Lausitz Wohnbau GmbH gab es jedoch nur einen einzigen Bewerber für den Gutshof in Uhyst. Umso größer waren die Hoffnungen, die man auf den Bauträger setzte. Das Grundstück besteht aus sechs Flurstücken. Im Gemeinderat Boxberg hatte der Bauunternehmer im September erklärt, dass man in engen Verhandlungen mit der Peitzer Edelfisch GmbH stehe. Die Firma, der die Nachbarfläche gehört, plane ebenfalls, Reihenhäuser zu errichten. Dazu werde das Grundstück neu aufgeteilt, hieß es da.

Inzwischen hat die Lausitzer Wohnbau GmbH das Projekt überarbeiten lassen und zusammen mit der Peitzer Edelfisch GmbH erneut eine Bauvoranfrage beim Landkreis gestellt. Statt der ursprünglich 15 Einfamilienhäuser, davon zwölf in Reihe und drei separat, sollen jetzt nur noch drei als Reihenhäuser und drei separat gebaut werden. Nach einem Termin im kreislichen Bauamt sei die Änderung des Projekts inzwischen bestätigt, erklärt Mario Weier auf Nachfrage von Tageblatt. Er verweist auf die Unterstützung durch Bürgermeister Achim Junker (CDU).

Bauantrag noch in diesem Jahr

Allzu sehr will sich der Bauunternehmer aber noch nicht in die Karten gucken lassen. „Wir wollen noch in diesem Jahr den Bauantrag stellen und 2021 mit der Umsetzung beginnen“, sagt er zumindest. Das hänge jedoch von der Baugenehmigung und den Planungen ab und auch davon, wie der Auftraggeber die Finanzierung hinkriegt. Er sei aber zuversichtlich, im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen zu können – ganz so, wie es die mit der Gemeinde Boxberg eingegangene Bauverpflichtung vorschreibt.

Das Bauunternehmen hat nach Aussage von Mario Weier trotz Corona viel zu tun. Auf das Vorhaben in Uhyst bezogen sagt er: „Wenn es hakt, ist das aus dem Tagesgeschäft heraus schwerzumachen.“

Mehr zum Thema Hoyerswerda